TANYA BERLINGER-ODEMER

eat, think & create



WILLKOMMEN  

Schön, dass Du hier bist! Auf der Suche nach Achtsamkeit, Dankbarkeit und Inspiration? Ich poste regelmäßig Gedanken bzw. kleine Alltagsgeschichten zu diesen Themen (siehe neuster Text weiter unten). Meine "Seelenfutter"-Fotos sollen Dich visuell dazu animieren, Dich gleichermaßen um einen glücklichen Geist und einen gesunden Körper zu kümmern. 

Über Dein Feedback auf Instagram (@bo_deko) oder über einen Kommentar bei meinem YouTube-Kanal (Bo-Deko) würde ich mich sehr freuen.

WELCOME
Nice that you're here! Looking for mindfulness, gratitude and inspiration? I regularly post thoughts or little everyday stories on these topics (see the latest text below). My "Soulfood" photos are designed to visually incite you to care equally about a happy mind and a healthy body. 

I'd be very happy about your feedback on Instagram (@bo_deko) or a comment on my YouTube channel (Bo-Deko). 

 

BLOG#155
MOBILPHONISMUS…

…. ist ein Wort, das es meines Wissens (noch) nicht gibt. Bezugnehmend auf meinen letzten Text zum Thema Alkoholismus habe ich mir diese Bezeichnung selbst ausgedacht. Was ich damit meine? Hier eine Geschichte aus meinem Alltag. Auf dem Weg zu einem Autorenkongress in Nürnberg bin ich heute Morgen in den Bus gestiegen und dachte mir nichts Böses. Schließlich rutschte mir das Herz in die Hose. Warum? Ich hatte mein Handy am Ladekabel liegengelassen, damit es für die Reise auch voll im Saft stünde. Eine Millisekunde überlegte ich, ob ich auch ein Wochenende komplett ohne Mobiltelefon auskommen könnte, was ich sofort verwarf. Zum Glück hatte ich einen Zeitpuffer eingeplant und konnte nochmal nach Hause düsen, um das geliebte kleine Gerät zu holen. Jetzt sitze ich im Zug und überlege: „Wie wäre es wohl gewesen, wenn die Zeit nicht gereicht hätte?“ 

Die Tatsache, dass ich mir kaum vorstellen kann, ohne Handy aus dem Haus zu gehen, lässt in mir unschöne Gefühle aufsteigen. Einerseits könnte man sagen, dass früher die Leute auch gut ohne Smartphone klargekommen sind. Auf der anderen Seite finde ich alarmierend, wieviel Bequemlichkeit und Nutzen in diesem Ding steckt, was eine Abhängigkeit geradezu Vorschub leistet. Wenn ich es im Geiste durchgehe, komme ich auf vieles, was mir gefehlt hätte: Zeitvertreib in Bus und Bahn (Instagram, YouTube), Information (Nachrichten), Recherche (Restaurantsuche), Navigation (Ankunftsort), Kommunikation (Absprache mit anderen Kongressteilnehmern), Wecker- und Uhrfunktion, Foto- und Videoaufnahmen während der Veranstaltung, Musik, Podcasts, Email und und und. Hätte ich das alles wirklich gebraucht, um glücklich zu sein und eine coole Tagung zu erleben? Vielleicht hätte mir dieser unfreiwillige Entzug ganz gutgetan, um mehr präsent zu sein. Wenn ich meine Handy-Aktivitäten anschaue, mit denen ich mich täglich „zuballere“, macht mich das nachdenklich.

Ich gefalle mir in der Rolle, anderen Menschen mit meinen Posts ein kleines bisschen Glück zu schenken und positive Denkanstöße zu liefern. Nun bin ich mir meiner Tätigkeit nicht mehr so sicher. Der Gedanke, dass ich mit meinen Texten einen klitzekleinen Beitrag dazu leiste, dass Leute noch mehr und noch länger am Smartphone „hängen“, missfällt mir. Ich halte mich für eine Person, die emotional und mental stabil ist. Trotzdem komme ich ins Grübeln. Sind wir alle schon längst hochgradig süchtig und wissen es gar nicht? Ist uns das Ausmaß in Ansätzen überhaupt bewusst oder mache ich ein Problemfass auf, das es gar nicht gibt? Ab wann handelt es sich um eine Annehmlichkeit und ab wann wird es kritisch? Wenn man nicht mehr ohne sein flaches und praktisches Gerät für die Hosentasche leben will oder kann? Ich möchte ungern ein Teil der Maschinerie sein, die gerade jungen oder instabilen Zeitgenossen zu „Handyjunkies“ werden lässt. Die Social-Media-Plattformen sind darauf ausgerichtet immer mehr „User“ zu generieren, um letztlich aus ihnen profitable Käufer und Konsumenten zu machen.

Auch wenn diese Gedanken eher düster sind, so bin ich trotzdem dankbar dafür. Es ist meiner Meinung nach sinnvoll, nicht nur die schöne heile Welt zu beschwören. Beunruhigende und belastende Themen und Fragen aufzuwerfen, die potentiell missfallen könnten, ist vielleicht wichtiger als je zuvor.

Könntest Du Dir vorstellen, ohne Smartphone zu verreisen oder aus dem Haus zu gehen? Wie viel Zeit könntest Du gut ohne aushalten? Was sollte geschehen, um „Mobilphonismus“ einzudämmen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen?


MOBILPHONISM ...

... is a word that, as far as I know, does not exist (yet). I am referring to my last text on alcoholism. What I mean by that? Here is a story from my everyday life. On the way to an author congress in Nürnberg, I was in the bus this morning and thought of nothing wrong. Finally my heart slipped in my pants. Why? I had left my cell phone on the charging cable, so it would be full for the trip. One millisecond I wondered if I could get along without a mobile phone for a weekend, which I immediately rejected. Luckily I had scheduled a time buffer and was able to jet home again to get the beloved little device. Now I'm sitting on the train thinking, "How would it have been if time was not enough?"

The fact, that I can hardly imagine going out of the house without a cellphone makes me feel unsightly feelings. On the one hand, one could say that people used to get along well without a smartphone. On the other hand, I find it alarming how much convenience and utility this thing has to offer, which in fact boosts dependency. If I go through it in my mind, I come to many things that I would have missed: Pastime in bus and train (Instagram, YouTube), information (news), research (restaurant search), navigation (arrival), communication (consultation with other participants) , alarm clock and clock function, photo and video recordings during the event, music, podcasts, email and so forth. Would I really need it all to be happy and have a cool experience? Maybe this involuntary withdrawal would have done me good to be more present. When I look at my cell phone activity, with which I "ball myself" every day, it makes me think.

I like the role of giving other people a little bit of happiness with my posts and providing positive food for thought. Now I'm not so sure about my job. The idea that I make a tiny contribution with my texts, that people "hang" even more and longer on the smartphone, displeases me. I consider myself a person who is emotionally and mentally stable. Nevertheless, I come to brooding. Are we all highly addicted and do not know it? Are we even aware of the extent or am I opening a problem keg that does not exist? When will it be a convenience and when will it be critical? If you can not or will not live without your flat and practical pocket device? I do not want to be part of the machinery that turns young or unstable people into cell phone junkies. The social media platforms are designed to generate more and more "users" to ultimately make them profitable buyers and consumers.

Although these thoughts are rather gloomy, I'm still grateful for that. It makes sense in my opinion, not just to conjure the beautiful new world. To raise troubling and stressful issues and questions that could potentially displease, is perhaps more important than ever.

Could you imagine traveling without a smartphone or leaving home? How much time could you stand without it? What should happen in order to curb "mobilephone" or not to let it happen?

5/20/2019