TANYA BERLINGER-ODEMER

eat, think & create





BLOG#0

DIE STUNDE NULL…

…hat bei mir vor 45 Jahren begonnen. Heute begehe ich meinen Geburtstag und freue mich sehr über intensive Erlebnisse, die mir das Universum zu schenken scheint. In den letzten Monaten sind so viele Menschen in mein Leben getreten, die mich mit ihrer positiven Art bereichern. Birgit (@relativ_jung) und „Sternchen“ (@sammle_sternstunden) haben mir z.B. meinen Einstieg in den Tag mit ihren bezaubernden Glückwünschen versüßt, dass ich es kaum fassen kann. Überaus dankbar bin ich vor allem für meine kleine Familie. Vom Schicksal fühle ich mich hiermit besonders beschenkt. Von Zeit zu Zeit habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich mich frage, womit ich das eigentlich verdiene….

 Fragst Du Dich auch manchmal, ob das Glück, das Du hast, Dir zusteht?

 8.11.2018


BLOG#1

EINE UNIVERSELLE WAHRHEIT…

…gibt es nicht. Oder vielleicht doch? Ich liebe Paradoxie-Phänomene… Hier ein konkretes Beispiel. Zwei Menschen gehen ins Kino und schauen sich einen Film an. Sie sehen die gleiche Story mit gleichen Bildern und hören die gleichen Geräusche. Der eine findet es toll, der andere doof. Wer hat recht? Beide bekommen eine identische Sache vorgesetzt und dennoch entsteht in jedem Kopf eine eigene subjektive Realität. Diese kann, muss aber nicht mit der Erfahrungswelt einer anderen Person übereinstimmen… Anlässlich meines Geburtstages hatte mein lieber Mann mich gestern zu einem Kinoabend ausgeführt. Da wir beide die legendäre Rockgruppe QUEEN mögen, haben wir uns für „Bohemian Rhapsody“ entschieden. Wie wir es fanden? Wir waren beide restlos begeistert: vom perfekten Casting der Darsteller, von den humorvollen Dialogen und natürlich von der bombastischen Musik. Die zahlreichen Songs wurden in berührender Form in Szene gesetzt und mit ästhetischen Aufnahmen gekonnt untermalt. Für QUEEN-Fans ein Highlight und ein cineastischer Genuss. Ist der Film etwas für Jedermann? Ich weiß es nicht. Für mich und meinen Mann war es eine „wahre“ Freude…

Ist es die Wahrheit, dass es keine Wahrheit gibt?

9.11.2018


BLOG#2

MACHT LIEBE UNFREI?...
... Heute war ich beruflich in Frankfurt (siehe Instagram-Story), was mir sehr gefallen hat. Auf dem Rückweg bin ich über den Eisernen Steg geschlendert und konnte die Skyline bei trüben Novemberwetter betrachten. Dabei sind mir die unzähligen Schlösser aufgefallen, die verliebte Paare an die Brücke befestigt haben. Einerseits fand ich diese Symbole der Liebe niedlich, andererseits wirkten sie auf mich irgendwie beklemmend. Ich bin ein freiheitsliebender Mensch und sehr dankbar, dass mein Partner keine Klette ist, die an mir hängt. Die Vorstellung an irgendwen oder irgendwas gekettet zu sein, finde ich nicht besonders behaglich.
Was ist für Dich ein Zeichen von Romantik?

10.11.2018


BLOG#3

LUFT…

… Heute fragte mich meine Tochter, was denn das Wort Priorität bedeutet. Daraufhin erklärte ich ihr, dass das Wichtigste z.B. auf einer To-Do-Liste meistens auf Platz 1 steht. Prioritäten seien also Dinge, die für uns einen hohen Stellenwert einnehmen. Weniger Bedeutsames müsste sich dann dem unterordnen und hintenanstehen. Mein kleiner Sohn klinkte sich dann ins Gespräch ein und meinte, dass das Dringendste für einen Menschen das Essen sei. Ansonsten müsste man ja verhungern und sterben. Dann sprachen wir über diverse Dinge, die für das Überleben unabdingbar sind wie Trinken, Wärme oder Sauerstoff. Wenn ich so darüber nachdenke, brauchen wir alle ganz schön viel und gleichzeitig ganz schön wenig. Wann wird man sich darüber bewusst, dass man viel mehr hat, als man eigentlich braucht? Das ganze Wirtschaftssystem ist darauf ausgerichtet, Bedürfnisse und Konsum zu generieren. Kein Wunder, dass wir vergessen, wo unsere eigentlichen Prioritäten liegen. Ich bin sehr dankbar für alles was ich habe, aber manchmal wünschte ich mir mehr Luft zum Atmen…

Was hat für Dich Priorität in Deinem Leben?

11.11.2018

BLOG#4

WER DEN REGENBOGEN WILL…
…muss mit dem Regen klarkommen. In den letzten Tagen wurde ich seltsamerweise aus unterschiedlichen Seiten mit dem Thema Trennung konfrontiert. Auf zwei hintereinander folgenden Tagen erfuhr ich davon, dass langjährige Beziehungen beendet wurden, bzw. eine Scheidung ansteht. Mich schockieren und betrüben solche Nachrichten. Warum? Irgendwie habe ich die romantische Sehnsucht danach, dass Menschen, die sich lieben, für immer zusammenbleiben. Manchmal ist es absehbar, dass eine Ehe in die Brüche geht, manchmal kommt es völlig überraschend. Letztlich frage ich mich, was dazu führt, dass im Alltag die Liebe verfliegt und alles den Bach runtergeht. Ist ein Mangel an guter Kommunikation schuld oder die Vernachlässigung des Partners? Versuchen wir aktiv unseren Partner zu wertschätzen, indem wir unsere Liebe jeden Tag aufs Neue mit kleinen Gesten zeigen? Ich habe das Gefühl, dass wir so erschöpft von der Bewältigung des Alltags sind, dass keine Energie für Beziehungspflege bleibt. Vielleicht ist das ein fataler Fehler und eine Unachtsamkeit, die sich bitter rächen kann…
Was sind Deiner Meinung nach Beziehungskiller?

12.11.2018


BLOG#5

KARMA?...

…Ehrlich gesagt, habe ich nicht besonders viel Ahnung von diesem spirituellen Konzept. Allerdings finde ich die Grundidee von Ursache und Wirkung faszinierend. Jede Handlung, jeder Gedanke hat dieser indisch/buddhistischen Lehre folgend eine Auswirkung: Jede gute oder schlechte Tat wird früher oder später auf einen zurückfallen. Spannend ist, dass die Art und Weise wie das geschieht, unergründlich zu sein scheint. Warum ich darüber nachdenke? Vorgestern habe ich einem lieben Menschen ein klitzekleines Geschenk gemacht (@relativjung). Es sollte keine große Sache sein, sondern nur ausdrücken, dass ich an sie denke. Die Person hat sich so gefreut, dass ich selbst schon den Freudentränen nahe war. Verrückt, oder? Heute bekam ich zudem völlig überraschend einen wunderschönen Strauß von meinem Kunst-Leistungskurs. Zufall? Das Leben ist so schön, wenn man Aufmerksamkeit und Liebe verschenkt, ohne dabei Hintergedanken zu haben oder etwas zurückzuerwarten… Wie kann man z.B. der Umwelt und Natur ein kleines Geschenk machen? Um Alu-Einweg-Verpackungen zu sparen, habe ich mein thailändisches Mittagessen zum ersten Mal in ein Glasbehälter füllen lassen. Meine Hoffnung ist, dass viele kleine Anstrengungen in der Masse eine große Wirkung entfalten können.

Glaubst Du an Karma oder die Kraft der kleinen positiven Schritte?

13.11.2018


BLOG#6

BIN ICH EIN MONSTER?...

…Nee, ein Engel bin ich allerdings auch nicht. Ich will Dir mit meinen Posts nicht den Eindruck vermitteln, dass ich ein Unschuldslamm mit Heiligenschein bin. Auch ich tue Dinge, die negative Auswirkungen auf andere Menschen haben können. Gestern beispielsweise habe ich eine 5-Klässlerin unabsichtlich zum Schluchzen gebracht. Warum? Ich habe sie daran erinnert, ihren Fegedienst im Klassenzimmer wahrzunehmen. Als sie Anstalten machte, die Arbeit einem anderen Schüler zu „überlassen“, habe ich deutliche Worte gefunden, warum das so nicht geht. Das war wohl leider zu viel für das Mädchen. Zum Glück passiert mir das relativ selten, aber es hat mich nachdenklich gemacht. Hätte ich meinen Erziehungsauftrag mit mehr Feinfühligkeit besser nachkommen können? Andererseits habe ich festgestellt, dass eine gewisse Strenge und Nachdruck im Schulalltag unabdingbar sind. Paradoxerweise kommen Schülerinnen und Schüler mit strengen Lehrern oft besser klar. „Softies“, die alles durchgehen lassen, sind hingegen nicht so beliebt, wie man meinen könnte. Mein Fazit ist, dass ich mit der Schülerin noch einmal unter 4 Augen reden und mich bei ihr entschuldigen werde.

Hast Du schon versehentlich jemanden zum Weinen gebracht?

14.11.18


BLOG#7

„DA IST KACKA VOR DER TÜR!“…

…rief mein kleiner Sohn und zeigte aufgeregt auf ein Häufchen auf unserer Fußmatte. Genau vor einer Woche entdeckte der Knirps das Ungemach, als wir morgens zur Kita fahren wollten. Eine Nachbarskatze hatte sich ausgerechnet diesen Ort für ihr Geschäft ausgesucht. Mein Geburtstag fängt ja gut an, dachte ich zähneknirschend. Dann überlegte ich mir, dass das eigentlich keine große Sache ist. Ich war sehr dankbar, dass mein Mann das Ekelpaket gentlemanlike in Nullkommanix entsorgte und niemand aus Versehen hineingetreten war. Im Nachgang ist der Tag so perfekt verlaufen, dass ich es kaum glauben mag. Vormittags konnte ich meinen lang vor mir hergeschobenen Blog online gehen lassen, zum Mittagessen kam mein Mann extra früher von der Arbeit zurück. Nachmittags aßen wir meine Rosentorte mit den Kindern. Abends ging ich mit meiner besseren Hälfte nach einem Massage-Wellness-Termin ins Kino und erlebte dort einen grandiosen Film mit ihm. Es kam mir vor, als hätte jemand meinen Tag ohne mein Zutun genau nach meinem Geschmack „durchorchestriert“. Wäre alles anders gewesen, wenn ich dem Tagesanfang mehr negative Bedeutung beigemessen hätte? Manchmal lassen wir unser Leben durch eine Winzigkeit so sehr beeinflussen, dass die komplette „Flugbahn“ in eine negative Richtung gerät. Wenn Dir also das nächste Mal sprichwörtlich Mist widerfährt, denke daran, dass Dein Tag trotzdem noch toll sein kann.

Wirst Du Dich daran erinnern, wenn es soweit ist?

P.S. Vielen Dank für diesen wunderschönen Obstkorb, Sabrina (@schbine)

15.11.2018


BLOG#8

EIN PARTYLÖWE…

…bin ich normalerweise nicht. Die Gelegenheit ausgiebig und wild zu tanzen, hatte ich letzten Sonntag dennoch. Um meinen Geburtstag nachträglich zu feiern, hatte ich einige Freunde zu einem Salsa-Abend eingeladen. Im Vorfeld habe ich hin und her überlegt, wie ich mir eine ideale Party vorstelle, was gar nicht so einfach war. Leicht fiel mir zu identifizieren, worauf ich bei Geburtstagsfeiern gar keine Böcke habe: Einkaufen, Schleppen, Kochen, Schmücken, Aufräumen, Putzen, Rumsitzen, langes Aufbleiben und vor allem Geschenke! Wer mich schon länger kennt, weiß, dass ich mehr habe, als mir lieb ist. Ich sympathisiere sehr mit dem Konzept des Minimalismus und ich kämpfe seit langem damit, vernünftig „downzusizen“. Deshalb sollten auch alle Gäste auf Mitbringsel verzichten und stattdessen eine Spende an eine wohltätige Organisation tätigen. Dieses Mal hatte ich @oceancleanup vorgeschlagen, letztes Jahr hatte ich mir @charitywater als Empfänger gewünscht. Letztlich hatten aber alle die Möglichkeit in Eigenregie selbst auszuwählen. Zwei Freunde haben z.B. großzügig an einen Verein gespendet, der sich gegen Genitalverstümmelung in afrikanischen Ländern einsetzt (Target e.V.), was ich richtig super finde. Alles im allem war die Entscheidung meinen Geburtstag „outzusourcen“ für mich goldrichtig. Ich hatte einen sehr vergnüglichen Abend mit leckeren Cocktails, Essen, Tanz und tollen Gesprächen. Das Gefühl kein Zeug zu bekommen, sondern ein bisschen Gutes zu bewirken, war für mich das I-Tüpfelchen.

Welche Organisationen unterstützt Du gerne?

16.11.2018


 BLOG#9

ANGST…

…Ich liebe es, Podcasts oder YouTube-Videos zu allmöglichen Themen anzuhören. Heute hat mich der Autor Neale Donald Walsch dazu gebracht, über Furcht nachzudenken. Er ist der Meinung, dass im Grunde alles entweder auf Liebe oder auf Angst basiert. Dabei definiert er letzteres so: Wir befürchten, dass wir etwas nicht bekommen, wenn wir es brauchen. Dass Ängste mit der Nichterfüllung von Bedürfnissen zu tun haben sollen, ist mir in dieser Form neu. Walsch führt als angstbesetzte Lebensbereiche vor allem menschliche Beziehungen an. Zuerst haben wir Angst, dass uns keiner liebt und wenn uns jemand liebt, haben wir Angst, diese Liebe zu verlieren. Ist der logische Schluss dann, dass wir keine Angst mehr haben, wenn wir nichts brauchen? Sollte das Ziel sein, dass wir Liebe aus uns selbst heraus generieren, ohne auf die Anerkennung und Zuneigung anderer angewiesen zu sein? Können wir anderen tatsächlich mehr Zuwendung schenken, wenn wir in uns selbst ruhen und unabhängig sind? Wovor hast Du Angst? Was glaubst Du unbedingt zu brauchen, was außerhalb von Dir selbst liegt? Ich finde Angst manchmal als Antriebsmotor, um meinen Hintern hochzukriegen, ganz praktisch. Deshalb weiß ich nicht, ob die Abwesenheit von Angst wirklich die Lösung ist… Fragen über Fragen… Welche findest Du am interessantesten?

17.11.2018


BLOG#10

GNOTHI SEAUTON…

…Wat ist denn das!?! Bis eben wusste ich auch nicht, dass das griechisch ist und „Erkenne Dich selbst“ bedeutet. Diesen weisen Ausspruch findet man als Inschrift an einem Tempel in Delphi. Für mich erscheint diese Empfehlung wahr, aber etwas abstrakt. Wie soll man sich selbst erkennen? Jeder ist mit sich selber 24 Stunden, 7 Tage die Woche, über 1000 Mondzyklen zusammen. Müsste man also über sich selbst nicht besser Bescheid wissen, als jeder andere? Leider ist das oft mitnichten der Fall. Gestern hatte ich ein interessantes Gespräch mit Eltern, die zum Tag der offenen Tür in die Oranienschule gekommen waren. Unter anderem sprachen wir darüber, dass heutzutage viele Kinder (aber auch Erwachsene) eine verzerrte Selbstwahrnehmung haben. Sowohl in negativer, als auch in positiver Hinsicht. Manche überschätzen sich total, andere wissen gar nicht, wie toll sie eigentlich sind… Warum ist das so? Viele kennen sich selbst nicht richtig und wissen auch nicht, was sie eigentlich können oder gut finden. In solchen Fällen kann ich nur sagen: ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren. Teste aus, was Dich in irgendeiner Weise interessiert: Wirf viel gegen die Wand und sieh, was hängen bleibt! Ich würde dem berühmten Satz einen kleinen Twist geben und sagen: ENTDECKE Dich selbst. Erst dann kann man erkennen, wer man ist und was man will.

Was hast Du in letzter Zeit getan, um Dich besser kennenzulernen, bzw. Dich selbst zu entdecken?

18.11.2018


BLOG#11

KINDERSEELEN…

… scheinen heute sensibler zu sein, als früher. Wie ich zu dieser Annahme komme? Heute hatte ich pädagogische Konferenzen, wo sich das Kollegium zusammengesetzt und über alle Klassen gesprochen hat. Das war zwar langwierig, aber höchst sinnvoll, da hier die Nöte einzelner Schüler- und Schülerinnen zur Sprache kommen konnten. Oft erklären teils tragische Umstände, wie z.B. Vernachlässigung, unschöne Scheidungen oder Todesfälle von Elternteilen negative Verhaltensauffälligkeiten. Manchmal wundert man sich, warum einige Klassenmitglieder im Schulalltag auf einmal traurig oder aggressiv sind. Oft bleiben die Gründe dafür trotz Konferenzen leider im Verborgenen. Besonders bedrückend fand ich, dass der Anteil von Kindern, die sich überfordert und unsicher fühlen, diesmal höher war als sonst. In einer 5ten Klasse drückte sich das z.B. gehäuft in psychosomatischen Beschwerden, wie Kopf-, oder Bauchschmerzen aus. Einige führten auch Schulangst oder Sozialphobie als Gründe für häufiges Fehlen an. In meinen 10 Jahren Berufserfahrung war das für mich in dieser Form neu. Nun frage ich mich woher das kommt? Ist es der Leistungsdruck seitens der Eltern oder der Gesellschaft? Muss jeder Sprössling aufs Gymnasium, völlig unabhängig, ob geeignet oder nicht? Ist der Medienkonsum schuld an mangelnder Konzentrationsfähigkeit? Ist der Stresspegel der Kinder nur ein Spiegel unserer hektischen Zeit?

Hast Du vielleicht Ideen, wie man dieser bedauerlichen Entwicklung entgegenwirken könnte?

 19.11.2018


BLOG#12

WOW!?!…

… habe ich mir gedacht, als ich den ausführlichen Kommentar von Conny (@spirulina14) zum gestrigen „Kinderseelen“-Post gesehen habe. Wenn Menschen sich zu Wort melden, die ich gar nicht kenne, freut mich das besonders. Warum? Dann weiß ich, dass nicht nur meine Freunde meine Posts lesen, sondern auch Fremde. Dass man mit völlig Unbekannten in Kontakt treten und sich über Themen austauschen kann, die einen bewegen, finde ich im guten Sinne irgendwie verrückt und toll. Auf meine Frage nach den Gründen für den Anstieg von psychosomatischen Beschwerden von Kindern hat Conny unterschiedliche Aspekte ins Feld geführt. Auf die Idee, dass die Ernährung, bzw. Vitamin-Unterversorgung eine große Rolle spielen könnte, bin ich überhaupt nicht gekommen. Das anschauliche Beispiel mit der Pflanze, die im Keller wegen Lichtmangel eingeht, finde ich persönlich als Erklärung sehr überzeugend. Menschen sind keine Grottenolme und brauchen nicht nur Luft und Liebe, sondern unter anderem auch Sonnenstrahlen.

Gehst Du oft genug ins Freie, um Vitamin-D-Mangel vorzubeugen?

20.11.2018


BLOG#13

EINE VISION…

…habe ich nicht. Zumindest dachte ich das bisher. Meine nette Sitznachbarin Ina hatte mich beim gestrigen Stift- und Papiertreffen dazu ermuntert, bei der Vorstellungsrunde von meiner „Instagram-Vision“ zu erzählen. Das fand ich hochspannend, da ich nicht genau wusste, wovon sie eigentlich spricht. Da wären wir also wieder beim Thema Fremd- und Selbstwahrnehmung. Vielleicht bin ich wirklich auf einer „Mission“ unterwegs und weiß es gar nicht. Es hat mich jedenfalls außerordentlich gefreut, dass andere in meiner Instagram-Spielerei einen Auftrag oder eine tieferliegende Bedeutung erkennen können. Wenn ich so darüber nachdenke, ist es geradezu ironisch, dass ich über Bewusstheit und Achtsamkeit schreibe und mir gleichzeitig über so vieles gar nicht im Klaren bin. Möglicherweise erklärt dies meine große Instagram-Freude und Ausdauer, die ich über die letzten Monate entwickelt habe. Dieser Account ist eine tägliche Erinnerungsstütze für mich, mir bewusst Gedanken zu machen und im Alltag innezuhalten. Wenn ich im gleichen Atemzug ein „Reminder“ für andere sein kann, umso besser…

Was meinst Du dazu?

 21.11.2018


BLOG#14

EINEN BRUMMI…

…haben mein kleiner Sohn und ich heute Morgen in der Früh gesehen, als wir zur Kita fahren wollten. Der große Lastwagen musste in unserer Straße wenden und versperrte uns so die Ausfahrt. Als wir warteten, rief der Knirps begeistert: „Guck Mal ein Zementmischer!“. An sich keine sensationelle Geschichte, nicht wahr? Trotzdem fand ich mehrere Aspekte an dieser Szene faszinierend. Zum einen beeindruckte mich, dass der Vierjährige sich so präzise ausdrücken konnte. Manche Erwachsene könnten dieses Spezialfahrzeug nicht unbedingt korrekt bezeichnen. Zum anderen gefiel mir, dass der Junge die Wartezeit positiv sah und er sich an einer unbedeutenden Sache so erfreuen konnte. Sind die Dinge, die uns umgeben wirklich so belanglos und uninteressant? Als ich mir das Gefährt näher betrachtete, bemerkte ich Folgendes: Um seine Ladung überhaupt transportieren zu können, besaß der Wagen doppelt so viele Räder, als normale Autos. Das führte mich zu dem Gedanken, dass der Mensch schwere Lasten auch nicht allein tragen, sondern immer im Team stemmen sollte. 

Hast Du in schweren Zeiten genug Hilfe und Unterstützung?

22.11.2018


BLOG#15

TODESMUTIG…

…Es ist erstaunlich, wieviel man beim Autofahren beobachten kann. Auf dem Weg zur Arbeit sind mir heute Morgen zwei hektische Schulkinder im Teenageralter ins Auge gefallen. Auf einer befahrenen Kreuzung überquerten die beiden blitzartig und riskant die Straße, scheinbar ohne Rücksicht auf rote Ampeln oder den starken Verkehr. Erst wunderte ich mich über diese waghalsige Aktion. Dann wurde alles klar, als ich abbog und mein Blick auf einen stehenden Bus fiel. „Achso!“, dachte ich, um im nächsten Moment zu überlegen: „Ach,nee!“. Was ich damit meine? Natürlich kann ich nachvollziehen, warum man keine Böcke auf Warten hat. Ich bin selbst die Ungeduld in Person. Auf der anderen Seite erscheint es bizarr, dass Menschen ihr Leben auf Spiel setzen, nur um ein paar Minuten Zeit zu sparen, oder? Eigentlich muss man dankbar dafür sein, dass trotz Alltagsleichtsinn relativ wenig Leute durch Unfälle zu Tode kommen. Gibt es andere Bereiche, wo Personen ähnlich irrational handeln? Ab und zu sollte man sich vielleicht die Frage stellen, ob das, was man macht, im guten Verhältnis zu dem steht, was man bekommt.

Bist Du risikofreudig oder eher vorsichtig?

23.11.2018


BLOG#16

SOULFOOD…

…gibt es für mich auf Barcamps. Was das eigentlich ist? Als ich diesen Begriff zum ersten Mal hörte, dachte ich an „einer Bar rumhängen und Cocktails trinken“, was sich als Irrglauben herausstellte. Ursprünglich stammt das Konzept aus der Silicon Valley-Szene, wo Leute sich für Community-Treffen zusammengefunden und gecampt haben. Der Begriff „Bar“ ist hierbei nur ein Platzhalter in der Informatiksprache. Was das Ganze nun so spannend macht? Es handelt sich um eine „Un“-Konferenz ohne vorher feststehende Vorträge, manchmal sogar ohne Oberthema. Jeder, der sich berufen fühlt, kann über ein spezielles Gebiet referieren und mit Interessierten diskutieren… So auch geschehen beim heutigen Barcamp Rheinmain in Wiesbaden. An einer Tafel konnte man nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Beiträge, aus parallellaufenden Veranstaltungen und Workshops auswählen. Dabei bin ich voll auf meine Kosten gekommen und konnte Einblicke in völlig unterschiedliche Bereiche gewinnen: Neuropsychologie, Hobbyimkerei, Tiny-House, Quora als Wissensplattform, Ortsunabhängiges Arbeiten oder Antipreneurship. Bei dieser Adhoc -Tagung hat mir besonders der familiäre Spirit und der unkommerzielle Charakter gefallen. Hier konnte jeder, völlig unabhängig von Alter, Geldbeutel und Expertise, teilhaben, was ich einfach großartig finde. Der lächerliche Unkostenbeitrag von 20 Euro für zwei Tage intellektuellen Input + Essen und Trinken inklusive ist unschlagbar. Deshalb bin ich sehr dankbar, dass Sponsoren, ehrenamtliches Engagement und die Brainpower der Teilnehmer dieses Event möglich gemacht haben.

Warst Du schon auf einem Barcamp?

24.11.2018


BLOG#17

MEIN ERSTES MAL…

…war schön. Wer denkt, ich würde jetzt aus dem Nähkästchen erzählen, hat geirrt. Heute möchte ich Dir von meiner ersten Podcast-Interview-Erfahrung berichten. Auf dem Barcamp Rheinmain hat sich für mich die Gelegenheit ergeben, Prof. Dr. Dr. Mikka Luster näher kennenzulernen. Ich wollte schon lange eine Podcast-Serie mit interessanten Persönlichkeiten starten, hatte mich allerdings bisher noch nicht richtig getraut. Deshalb war ich überrascht und begeistert, dass der Neuropsychologe und Sexualforscher bereit war, Teile unserer Unterhaltung aufzunehmen. Spontan und informell haben wir unter anderem über Gartengewächse, Therapeut-Patienten-Beziehung, Ausland als den besseren Studienort und einiges mehr geredet. Ich bin sehr dankbar dafür, dass der Barcamp- Mitbegründer sich die Zeit genommen hat, um mit mir angeregt über verschiedenste Themen zu sprechen. Die halbe Stunde verging wie im Fluge und ich hoffe sehr, dass ich diesen faszinierenden Menschen (@jml2061) wiedersehen werde.

Wem kannst Du stundenlang zuhören?

P.S. Ich werde wohl noch einige Tage brauchen, bis ich den Mitschnitt veröffentlichen werde…

25.11.2018


BLOG#18

REAL…

…war gestern Morgen, dass ich auf dem Weg zum Barcamp unachtsam war. In Gedanken versunken, bin ich eine Straße zu früh abgebogen und musste dadurch einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Zuerst ärgerte ich mich, doch als ich nach einer Wendemöglichkeit Ausschau hielt, erblickte ich ein Naturspektakel. Der Sonnenaufgang verzauberte mich so sehr, dass ich dafür extra auf einen leeren Parkplatz fuhr, um ihn einige Momente einzufangen und zu genießen. Dabei fiel mir das REAL-Schild auf und ich fragte mich, wie real die Dinge, die ich wahrnehme, wirklich sind. Die ganze Szenerie erschien mir geradezu unecht und surreal zu sein. Ist doch verrückt, dass ich sogar dankbar sein kann für meine initiale Unachtsamkeit. Ohne sie wäre mir der Einstieg in den Tag vielleicht nicht derart versüßt worden. Überhaupt fühlte sich das gesamte Barcamp-Wochenende an wie warme Sonnenstrahlen.

Glaubst Du, dass es noch andere Realitäten gibt, die wir nicht oder nur schwer wahrnehmen können?

P.S. Hast Du die Tauben auf der Lampe entdeckt?

26.11.2018


BLOG#19

AUA…

… habe ich gestern Abend gedacht, als mir meine Schmerzen im Rücken bewusst wurden. Susan von @labsalliebe hatte mich zu einem wunderbaren Plätzenback-Treffen eingeladen. Hier hatte die Expertin für persische Koch- und Backkunst eine Vielzahl von orientalischen Gebäck-Rezepten sowie alle benötigten Zutaten vorbereitet. In einer Schulküche, die Tina organisiert hatte, konnten wir mixen, rühren, kneten und backen, was das Zeug hält. Zudem hatte Zizy ihr mobiles Fotoequipment zur Verfügung gestellt, um die gebackenen Köstlichkeiten festhalten zu können. Alles in allem eine gelungene Aktion, für die ich sehr dankbar bin. Mein Rücken hat nach 4,5 Stunden in der Küche stehen allerdings schon ein wenig weh getan. Aber irgendetwas ist ja immer, nicht wahr? Zizy, die ähnlich gebeutelt war, schlug vor, dass wir uns nächstes Mal die anschließende Thaimassage gönnen sollten.

Wo macht Dein Körper als erstes schlapp?

 27.11.2018


 BLOG#20

LEHRANSTALT, IRRENANSTALT, VOLLZUGSANSTALT…

…klingen irgendwie ähnlich und rufen in mir ungute Gefühle hervor. Leere kalte Gänge, die ungemütlich wirken, sind in der Bildungslandschaft leider so manches Mal vorzufinden. Ich kann jeden verstehen, der die Schule als Gefängnis sieht oder als Zwangsjacke empfindet. Die Freiheit zu entscheiden, ob man hingehen will oder nicht, steht nicht wirklich zur Debatte. Das ist meiner Ansicht auch vollkommen okay so. Was ich toll finde, ist, dass manche sich aktiv Gedanken machen, wie man diesen Raum der Erziehung wohnlicher und freundlicher gestalten kann. Mein Freund und Kollege Jean denkt z.B. nicht nur nach, er handelt auch. So geschehen bei der von ihm initiierten Schulverschönerungs-AG, die den Hof mit Blumenbeeten und bemalten Europaletten „aufpimpt“ (swipe). Ich bin sehr dankbar für Leute, die sich anstrengen, um Schönes für Umwelt und Mensch zu erschaffen. Warum wird nicht mehr getan, damit die Schule ein Ort wird, wo man sich wohlfühlt?

An welchen Orten hältst Du Dich gerne auf?

28.11.2018


BLOG#21

SEX MIT JEDEM?!?...

…Mit dieser irritierenden These stieg der Neuropsychologe und Sexualforscher Mikka Luster ins Gespräch ein, bevor das Interview-Setup beim Barcamp 2018 überhaupt fertig aufgebaut war. Er erzählte, während er im Hintergrund „rumwurschtelte“ und ich wartete schon auf dem Sofa. Dabei kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Eigentlich hatte ich vor, einen Podcast zu erstellen. Als ich Zuhause die Videoaufnahme sah, entschied ich mich spontan um. Warum? Mein perplexes Gesicht sieht irgendwie ulkig aus und spricht Bände. Also ist es ein YouTube-Video geworden und ich hoffe, dass Du mit dem Konzept „Better done, than perfect!“ klarkommst. Ich bin sehr dankbar für die Erfahrung mit einem fremden Menschen gleich so ungezwungen und direkt reden zu können.

Wirst Du Dir die 38 Minuten ansehen?

https://www.youtube.com/watch?v=lQZlpZR-PJY&t=757s

 P.S. Kennt sich jemand mit dem Editieren von Audiospuren aus? Das habe ich leider nicht richtig hinbekommen…

29.11.2018

 

BLOG#22

„EIGENTLICH SEHR SCHADE“…

… Wenn so der erste und einzige Kommentar unter Deinem neuen YouTube-Video anfängt, kann das in der Regel nix Gutes bedeuten. Oder doch? Ich kann mich über dieses Feedback freuen, weil ich darin durchaus Wertvolles entdecken kann. Da hat sich jemand völlig Fremdes die Zeit genommen a) das Interview in voller Länge anzuschauen und b) ein konkretes Meinungsbild abzuliefern. Wer macht sich heutzutage denn schon die Mühe? Außerdem habe ich durch diese Kritik auch etwas über mich selbst herausgefunden: Diese Anmerkungen nehme ich sehr interessiert zur Kenntnis, aber sie tun mir nicht weh. Warum? Die Erfahrung mit einem brillanten Geist zu plaudern und das für andere festzuhalten, war für mich ein Highlight. Dafür bin ich sogar bereit, im schlimmsten Fall Spott und Häme über mich ergehen zu lassen. Am Ende des Tages muss ich es trotz „Fehler“ gut finden. Keiner hat bezahlt oder ein Anrecht auf dilettantenfreie Beiträge von mir. Wer es doof findet, soll einfach wegklicken… Schade finde ich, dass viele Menschen Dinge, die ihnen wichtig sind, nicht angehen, weil sie Angst vor Zurückweisung haben.

Verwirklichst Du manche Sachen nicht, weil Du Angst hast, dass äußere oder innere Kritiker auf Dich lauern?

 P.S. Hier noch einen Tipp, wie man mit 3 Klicks zum YouTube-Video kommt: a) im Profil auf linktree gehen b) YouTube Button auswählen c) Interview mit Mikka anklicken – Fertig! Vielen Dank für den Hinweis zur Verbesserung der Bedienerfreundlichkeit von @_monotonus_

30.11.2018


BLOG#23

ENERGETISCH…

…und toll war mein heutiges Treffen mit Sternchen (@sammlesternstunden). Durch meine Instagram-Freundin habe ich zum ersten Mal in einem stylischen und gleichzeitig gemütlichen Bio-Fastfood Restaurant zu Mittag gegessen. Gesunde Ernährung im Fastfood-Format? Geht das überhaupt? Das Konzept schnelle Gerichte mit frischen Zutaten umzusetzen, finde ich sehr gelungen. Besonders Veganer und Vegetarier kommen hier auf ihre Kosten. Schon seit längerem sympathisiere ich mit der Idee, meinen Speiseplan auf fleischlos umzustellen. Gute Gründe fielen mir dafür viele ein: Tierleiden vermindern, Umweltschutz, Stresshormonreduktion... Leider esse ich ab und zu wirklich gerne Fleisch. Die Aussicht darauf, drastisch in meiner Wahlfreiheit eingeschränkt zu sein, finde ich ziemlich unattraktiv. Deshalb bewundere ich Sternchen, weil sie schon seit vielen Jahren Veganerin ist. Sie ist der beste Beweis dafür, dass man auch ohne tierische Produkte energiegeladen und positiv durchs Leben gehen kann. Vielleicht ist das Geheimnis ihres Erfolges der, dass bei ihr der Genuss auf keinen Fall zu kurz kommt. Wenn ich mir ihre fantastischen Foodfotos ansehe, erscheint der Wechsel gar nicht mehr so schwer…

Was hältst Du von vegetarischer oder gar veganer Ernährung?

1.12.2018


BLOG#24

TRÜBES WETTER…

…trübe Gedanken? Im Moment bin ich gerade traurig. Warum? Ist mir zu privat… In den letzten Tagen, Wochen und Monaten war ich 99 % zufrieden oder sogar glücklich. Also ist vielleicht jetzt einmal Zeit für die 1 % Frust. Wo Licht ist, muss auch Schatten sein. Mir ist bewusst, dass vermutlich Millionen Menschen da draußen gerne meine Luxusprobleme hätten, wenn sie mit mir tauschen könnten. Also bin ich heute einfach nur dankbar dafür, dass es bei mir dieses Jahr überwiegend so gut gelaufen ist.

Stimmt bei Dir das Verhältnis von guten und schlechten Tagen?

2.12.2018 


BLOG#25

SCHUBLADENDENKEN…
…hat einen schlechten Ruf. Ich finde das Einteilen in Kategorien manchmal gar nicht so verkehrt. Was ich damit meine? Mikka (@jml2061) hat in dem YouTube-Interview von vor ein paar Tagen eine interessante Anmerkung gemacht, für die ich dankbar bin. Er hat davon gesprochen, dass er Menschen in zwei Gruppen einteilt. Leute, die eine „heilende“, also eine positive Wirkung auf andere ausüben und der Rest, der das nicht tut. In meinen Worten: Es gibt Menschen, die einen aufbauen und eine gute Ausstrahlung haben. Dann gibt es „neutrale“ Zeitgenossen, die nicht direkt schädlich sind, aber auch nichts verbessern. Die letzte Kategorie stellen die Energie-Vampire dar, die einen den letzten Nerv kosten und das Leben aus einem heraussaugen. Jeder von uns hat sich irgendwann einmal in allen Schubladen befunden.

Jetzt ist die Frage, wo wir uns am meisten aufhalten und warum?

3.12.2018


BLOG#26

10 MINUTEN…

…habe ich Zeit, um diesen Post fertigzustellen. Bin gerade voll verplant und kann daher nicht viel ausholen. Was ist also meine Frage des Tages? Keine Ahnung…

Was beschäftigt Dich heute so?

4.12.2018


BLOG#27

SELBSTVERTRAUEN…

…Was ist das eigentlich? Wo kommt es her? Was fördert es und was untergräbt es? Wow!?! Mit so vielen Fragen habe ich bisher noch nie einen Post gestartet. Wahrscheinlich gibt es keine „eine“ richtige Antwort. Wenn ich mir das Wort näher anschaue, gibt mir das einen brauchbaren Hinweis. „Ich traue mir selbst“ lese ich daraus ab. Aber was bedeutet das konkret? Vielleicht Folgendes: Wenn ich mich auf mich selbst verlassen kann. Wenn ich mir selbst treu bleibe, auch wenn anderen es nicht gefällt. Wenn ich einhalte, was ich mir selbst und/oder anderen versprochen habe. Wenn ich ehrlich zu mir selbst und anderen bin. Wenn ich Aufgaben angehe, die spannend und herausfordernd sind und ich mich nicht von Rückschlägen aufhalten lasse. Wenn ich Ermutigung annehmen und Negativität an mir abperlen lassen kann. Wenn ich mit positiven Menschen Zeit verbringe (swipe).

Diese Liste könnte ich beliebig fortsetzen…

 Was brauchst Du, um Selbstvertrauen aufzubauen?

 P.S. Dankbar bin ich für den schönen Marktbesuch mit Sternchen (@sammle_sternstunden).

5.12.2018

 

BLOG#28

AUF ERLÖSUNG…

…habe ich gehofft, als ich zusammengekrümmt vor dem WC lag und den weißen Klo-Deckel angestarrt habe. Too much information? Dann lies besser nicht weiter. Irgendwie und irgendwo habe ich mir gestern einen Magen-Darm-Infekt eingefangen. Den ganzen Tag fühlte ich mich schon unwohl, aber erst später wurde mir richtig schlecht. Kennst Du das, wenn die Hände kribbeln, der Körper nicht weiß, ob er frieren oder schwitzen soll und Du nur sehnlichst hoffst, dass die Übelkeit bald ein Ende hat? In solchen Momenten fragt man sich: WARUM ICH?!? Im Nachgang könnte man darüber nachdenken und sich fragen: WARUM NICHT ICH!?! Manche Menschen haben täglich mit chronischen Schmerzen und körperlichen Leiden zu tun. Dann beschwere ich mich, dass es mich alle paar Monate erwischt? Ich bin sehr dankbar zu wissen, dass meine Unpässlichkeit nur temporär ist. Birgit (@relativ_jung) hat in ihrem letzten Post für mehr „Realität auf Insta“ geworben. Ist das hier vielleicht zu viel des Guten? Warum ich nach langem Hin- und Herüberlegen darüber schreibe, obwohl sich mancher Schüler wahrscheinlich darüber lustig machen wird? Ich habe meine Gründe. Hast Du schon von dem Phänomen der Instagram-Depression gehört? Sie kann dadurch entstehen, dass man ständig nur sieht, wie toll es anderen geht. Fotos von der Weltreise, dem perfekten Body, dem schicken Auto, dem süßen Baby… Alle andere scheinen grenzenlos Spaß zu haben. Wie es den Menschen wirklich geht, weiß man nicht. Hier also mein Beitrag für das echte Leben, auch wenn ´s eklig ist. Wenn es nur einer Person hilft sich besser zu fühlen, dann habe ich mein Ziel erreicht…

Wie siehst Du das?

 6.12.2018


BLOG#29

ERHOLUNG…

…kann schön, aber auch ein bisschen langweilig sein. Zurzeit sitze ich oft mit der Kuscheldecke auf dem Sessel, trinke Tee und warte. Worauf? Darauf, dass der Körper sich vollständig regeneriert und wieder ohne Durchfall und Schwindel funktioniert. Sich in Geduld zu üben, ist ja nicht so meine Sache. Dem Himmel sei Dank, dass ich nicht mehr speien muss. Aber auch aus Langeweile kann etwas Spannendes entstehen. Das Beste ist für mich heute nämlich folgendes: Ich haben meinen Mut zusammengenommen und Bine (@binebraendle) per Directmessage gefragt, ob ich einmal ein Interview mit ihr machen könnte. Zu meiner Freude hat die „Königin der Kreativität“ JA gesagt! Nun bin ich so geflasht, dass ich nicht weiß, ob mein flaues Gefühl im Bauch noch von der Magendarmgrippe oder vom „Aufgeregtsein“ kommt. Egal, - ich freue mich riesig. Alle meine Fangirl-Kolleginnen werden es verstehen (z.B. @christincollignon, @elliboettcher). Die anderen rollen wahrscheinlich mit den Augen, aber was soll´s…

Was würdest Du gern tun, wozu Du noch ein wenig Courage brauchst?

7.12.2018

 

BLOG#30

LOHNT SICH DAS ÜBERHAUPT?

Seit einiger Zeit versuche ich, ein wenig mehr Struktur in meinen „unruhigen“ Instagram-Feed zu bringen. Mir ist aufgefallen, dass dort ein richtiges Kuddelmuddel herrscht: Alles wirkt durcheinander gewürfelt und chaotisch. Dass ich eigentlich ein Fan von Klarheit und Überschaubarkeit bin, will nicht so wirklich rüberkommen. Daher verfolge ich jetzt den Ansatz, dass ich in 3er Sequenzen arbeiten möchte, d.h. eine Reihe Blumen, eine Reihe Food und eine Reihe Rest. Jetzt trauere ich ein wenig dem offenen Konzept nach, weil ich vorher machen konnte, was ich wollte. Völlig egal, ob es passt oder nicht. Jetzt muss ich mir gezielt überlegen, was ich speziell zur aktuellen Rubrik fotografiere und schreibe. Ein schönes Foto bei betongrauem Wetter zu machen, fand ich ganz schön schwierig. Dann frage ich mich: Steht die Mühe in einem guten Verhältnis zum Ergebnis? Hier also ein perfektes Beispiel dafür, dass man für alles (egal was) immer einen Preis zahlen muss. Wenn man etwas haben möchte, muss man sich überlegen, ob einem das, was möchte, den Aufwand überhaupt wert ist. Ich bin heute dankbar, dass sich bisher noch keiner über mein Sammelsurium beschwert hat. Nichts und niemand zwingt mich in ein starres Raster. Die Entscheidung, ob ich zum Zufallsverfahren zurückkehre, liegt allein bei mir.

Bist Du ein Fan vom kreativen Chaos oder magst Du lieber Ordnung? In welchen Bereichen zweifelst Du daran, dass sich Deine Anstrengungen lohnen?

8.12.2018


BLOG#31

LIEBE MENSCHEN. BENUTZE DINGE. DAS GEGENTEIL FUNKTIONIERT NIE…

Diese Empfehlung hat mich sehr beeindruckt und ist irgendwie bei mir hängengeblieben. Gehört habe ich sie zum ersten Mal, als ich die Doku „Minimalismus“ von Joshua Fields Millburn & Ryan Nicodemus gesehen habe. Darin schildert der eine Minimalist, wie er früher total fixiert darauf war, materielles Zeug anzuhäufen. Dies ging so weit, dass er sogar Kindern etwas Schwachsinniges verkaufte, um an noch mehr Geld zu kommen. Doch was passiert, wenn wir andere Menschen nur benutzen? Was ist, wenn wir nur auf unseren Vorteil aus sind und uns andere völlig egal sind? Ich glaube, dass unsere Seele uns mit derselben Kälte und Ignoranz straft, die wir anderen entgegenbringen. Wie ein Boomerang kommt alles früher oder später auf uns zurück. Der eine oder andere wundert sich gar darüber, warum sich keiner für ihn oder sie interessiert. Harter Tobak? Ich habe für mich festgestellt, dass, wenn ich Leute als austauschbare Nummer betrachte, ich dasselbe zurückbekomme.

Fällt es Dir leicht Menschen, statt Sachen zu lieben?

9.12.2018


BLOG#32

UNVORSTELLBAR…

…und hochinspirierend finde ich Bea Johnson. Wer das ist? Bis gestern habe ich auch noch nie etwas von dieser beeindruckenden Frau gehört. Für mich war es eine Offenbarung zu sehen, wie die in Californien wohnende Minimalistin es schafft, einen „Zero Waste Lifestyle“ hinzubekommen. Angeblich hat sie für ihre 4-köpfige Familie ein Lebensmodell geschaffen, wo es möglich ist, ein glückliches Leben ohne Müll zu führen. Als anschauliches Beispiel hat sie in einem kleinen Glasbehälter mit Schraubverschluss ihren produzierten Plastikabfall der letzten Jahre dabei. „Das ist wohl ein Witz!“, dachte ich zunächst. Wenn ich sowas höre oder sehe, bin ich meist skeptisch und denke mir, das geht doch gar nicht. Was ich jetzt faszinierend finde, ist, dass die bodenständige 44-Jährige nicht allgemeine Worthülsen von sich gibt, sondern super konkret ist. In ihrem Buch „Glücklich ohne Müll“ schreibt sie über ihre Experimente, ihre Erfahrungen und ihren Alltag. Ich habe das Buch noch nicht gelesen, aber mich interessieren klare Wege und Handlungsvorschläge ohne erhobenen Zeigefinger. Mir gefällt besonders bei der Pionierin, dass sie Hoffnung gibt. Sie ist das beste Beispiel dafür, dass jeder etwas für die Natur tun kann. Dafür muss man kein esoterischer Öko oder Mönch sein, der sich im Busch selbst versorgt. Die vollberufstätige Mutter von zwei Teenagern zeigt auf, dass Umweltbewusstsein, Style und moderne Bedürfnislagen keine Widersprüche sein müssen.

Glaubst Du, dass es als Normalo-Bürger möglich ist, ein Leben zu führen, ohne dabei schädlichen Müll zu produzieren?

 P.S. „Nicht verschwenden, sondern wiederverwenden“ war auch das Motto für die beiden Kränze.

10.12.2018


BLOG#33

KOMME ICH IN DIE HÖLLE,…

… weil ich mein kleines Auto liebe und so „unökologische“ Dinge tue, wie durch die Waschanlage zu fahren? Wohl kaum, aber wer weiß, was am Ende meines Lebens passieren wird . Werde ich es im Rückblick vielleicht bereuen, bequem und faul gewesen zu sein? Möglich ist das schon. Allerdings möchte ich mich selbst nicht zu sehr unter Druck setzen. Wenn Öko-Fanatiker oder „Social Justice Warrior“ daherkommen und denken, sie wären die besseren Menschen, lockt mich das nicht besonders hinter dem Ofen hervor. Leute, die nicht predigen, sondern einfach etwas mit Freude machen und dadurch mitreißen, sind meine Vorbilder. Von Null auf Hundert werde ich mein Lebensmodell nicht umkrempeln. Mein Ansatz ist hier der Weg der kleinen und stetigen Schritte. Heute habe ich mir vorgenommen ein Schild mit „Bitte keine Werbung“ zu basteln, um das Käseblatt-Altpapier zu reduzieren. Nicht besonders glamourös, aber besser als nix, oder?

11.12.2018


BLOG#34

PROKASTINATION…

…ist ein schickes Wort für „Aufschieberitis“. Ab und an leide ich unter diesem Phänomen, wo ich Dinge länger vor mir herschiebe, als mir lieb ist. Momentan handelt es sich bei mir um 4-stündige Abitur-Trainingsklausuren, die von mir bewertet werden müssen. Ein realtiv überschaubarer und leichter Papierstapel fühlt sich leider an wie ein schwerer Klotz am Bein. Es ist schon erstaunlich, wie viel Anziehungskraft andere Dinge dann entfalten, die weniger mental fordernd sind. Putzen gehört z.B. nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Im Vergleich zur Klausurkorrektur erscheint es auf einmal unbedingt notwendig, den längst überfälligen Kühlschrank zu reinigen. Natürlich fallen einem danach noch diverse andere „Ecken der Schande“ ein. Zum Glück durchschaue ich mich selbst und schiebe rechtzeitig ein Riegel vor. Heute habe ich mein Vermeidungsverhalten für eine andere positive Sache genutzt: Ich habe eine Email an Prof. Dr. Spitzer geschrieben, in der ich den renommierten Gehirnforscher um ein Interview bitte. Ich bin also in einer gewissen Form dankbar dafür, dass ich ein wenig prokastiniere. Letztlich verfolge ich den Ansatz der kleinen und stetigen Schritte und komme so früher oder später auch zum Ziel.

Kannst Du Prokastinationsphasen auch etwas Positives abgewinnen?

12.12.2018


BLOG#35

WO EIN WILLE IST,…

…ist auch ein Weg. Das hat mir heute mein 4-jähriger Sohn eindrücklich bewiesen. Dieser kleine Kerl hat mit einer Begeisterung den Weihnachtsbaum für die Kita angeliefert, dass es eine helle Freude war, ihm dabei zuzusehen. Mit Straucheln und Wanken hat er es geschafft, sein Gleichgewicht zu halten und nicht zu stürzen. Die Erzieherinnen hatten uns gestern gefragt, ob wir wieder einen Baum besorgen und spenden würden, was wir gerne gemacht haben. Ich bin dankbar dafür, dass wir diesen kleinen Dienst in so einer amüsanten Weise erledigen konnten.

Kannst Du über Dich hinauswachsen, wenn die Aufgabe motivierend genug ist?

 13.12.2018


BLOG#36

GEDANKENKARUSSELL…

… die Welt scheint sich immer schneller zu drehen. Termine, Termine, Termine…

Manchmal tut es mir gut, einfach auf meinem Lieblingssessel zu sitzen und Tee zu trinken. Ich bin sehr dankbar, dass ich diese kleinen „Auszeiten“ für Ruhe und Nachdenken nutzen kann.

Was tust Du, um Dein Leben ab und zu entschleunigen?

14.12.2018


BLOG#37

DEN HINTERN ABGEFROREN…

…habe ich mir heute beim Einkauf auf dem Wochenmarkt. Zum ersten Mal habe ich meinen kompletten Gemüse-, Früchte- und Brotbedarf nicht im Discounter, sondern an kleinen Marktständen erstanden. Das ging, wie ich erwartet hatte, ganz schön ins Geld. Ist das Streben nach Nachhaltigkeit der neue Luxus? Sieht so aus. Im Selbstexperiment versuche ich gerade herauszufinden, wie man Verpackungen vermeiden oder zumindest reduzieren kann. Ob ich einen gangbaren und praktikablen Weg finden werde, steht in den Sternen. Ich bin jedenfalls dankbar dafür, dass ich genügend finanzielle Spielräume habe, um solche Konsumumstellungen auszuprobieren.

Hast Du Beispiele für einen umweltbewussten Einkauf, der günstig und nicht teuer ist?

 15.12.2018


BLOG#38

UNBESCHREIBLICH SCHÖN…

… finde ich die Formen und Farben der Natur. Wenn ich mir beispielsweise diese roten Lilien betrachte, macht mich das ehrfürchtig und demütig zugleich. Dann frage ich mich, welche geniale Kraft, welcher Mastermind, welche Göttlichkeit kann diese Ästhetik zutage bringen? Vielleicht muss man das nicht wissen, sondern einfach nur genießen. Heute bin ich dankbar für die vielen Wunder, die dieser Planet zu bieten hat. Fremde Galaxien zu erkunden oder nach Mars auszuwandern ist nicht mein „Cup of tea“. Deshalb wünsche ich mir für 2019, dass ich mit meinen bescheidenen Mitteln mehr für die Umwelt tun werde, als bisher. Ob mir das gelingen wird? Keine Ahnung, aber versuchen kann ich es ja. Was hast Du Dir für das nächste Jahr vorgenommen?

16.12.2018


BLOG#39

MANCHMAL…

… erscheint der Himmel trostlos und gar unfreundlich. Besonders in der jetzigen Jahreszeit schlägt das dem ein oder anderen auf das Gemüt. Ist es vielleicht die Kombination aus Licht-Mangel, kahlen Bäumen und zugigen Temperaturen? Möglicherweise ist es eine sentimentale Wehmut, die einen ergreift, wenn man realisiert, dass wieder ein Jahr so schnell vorübergegangen ist? Selbstmordgedanken habe ich in meinen Leben zum Glück nie gehabt, wofür ich sehr dankbar bin. Leider ist diese positive Grundstimmung nicht jedem vergönnt. Nach dem statistischen Bundesamt nehmen sich in Deutschland ca. 10.000 Menschen pro Jahr das Leben. Umgerechnet findet also alle 53 Minuten ein Suizid statt, völlig unabhängig davon, welche Jahreszeit gerade herrscht. Ebenso überraschend finde ich die Tatsache, dass laut Statistik mehr Leute durch Selbstmord zugrunde gehen, als durch Verkehrsunfälle, Mord, illegale Drogen und Aids zusammen. Ist der Mensch also sein schlimmster Feind? Was kann man tun, damit weniger „Kandidaten“ diesen grässlichen Schritt gehen?

17.12.2018


BLOG#40

GROßMÄULIG…

…will kaum einer rüberkommen. Warum hat man aber eigentlich Angst davor, seine Mitmenschen explizit auf Dinge hinzuweisen, die man gut gemacht hat? Kinder haben in der Regel kein Problem damit, von ihren „Heldentaten“ zu berichten. Mein kleiner Sohn verkündete letztens mit Stolz geschwollener Brust: „Ich habe ganz alleine Zähne geputzt!“. Zuerst fand ich das nur witzig, dann dachte ich mir: „Ja, das ist gut, dass Du mir das sagst. Mir wäre diese Leistung ansonsten gar nicht aufgefallen.“ Viele Menschen vollbringen tagtäglich etwas Bemerkenswertes und es geht im Alltag einfach unter. Würde die Umwelt sie mehr wertschätzen, wenn sie ab und zu erinnert werden würde? Ich habe mit Angebern kein Problem, solange sie auch liefern, was sie vorher herausposaunen. Blender, die nur heiße Luft produzieren, haben hingegen meinen Vertrauensvorschuss schnell verpulvert. Grundsätzlich habe ich festgestellt, dass ich eher darauf achte, was jemand tut, anstatt den Lippenbekenntnissen zu viel Bedeutung beizumessen. Taten sprechen für mich eine viel ehrlichere Sprache. Heute bin ich dankbar dafür, dass die meisten Leute aus meinem Umfeld das halten, was sie versprechen.

Kannst Du Dich selbst gut verkaufen und ins rechte Licht rücken?

 18.12.2018


BLOG#41

BLÜTENWEIß…

… wie diese schönen Chrysanthemen wird meine „Umweltschutz-Weste“ niemals sein. Aber ist es nützlich, damit zu hadern, was man alles falsch macht? Ein stückweit schon. Der Schmerz darüber, zu realisieren, dass man so viele Dinge in der Vergangenheit leicht hätte anders machen können… Aua! Ich sage nur: „Hätte, hätte – Fahrradkette“ und „Rum ist rum“. Ich versuche meinen Frust in etwas Sinnvolles umzuwandeln. Wie? Ich bin gerade dabei, YouTube-Videos zu erstellen, die sich mit Müllvermeidung beschäftigen. Ob das hilft? Nur bedingt, weil ich mich jetzt mit anderen Problemen konfrontiert sehe. Zum Beispiel ist der Beitrag pixelig und unscharf geworden… Ggggrrrrr. Trotzdem bin ich heute dankbar, dass ich mich relativ selten mit technischen Problemen herumschlagen muss. Eigentlich erstaunlich, dass viele Dinge überwiegend gut klappen. Dass etwas funktioniert, weiß man erst zu schätzen, wenn Schwierigkeiten auftreten, wie z.B. Heizungsausfall, Telefon kaputt oder aber gar Herzstillstand. Letzteres führt einen vor Augen, dass viele Problemchen absolut irrelevant sind.

Mit welchen Rückschlägen hast Du gerade zu kämpfen?

19.12.2018


BLOG#42

KÖNIG SEIN…

… will jeder. Oder vielleicht doch nicht? Mein kleiner Sohn hat heute in der Kita seinen allerersten Sprech-Auftritt als einer der 3 heiligen Könige. Die Erzieherinnen haben ihn auserkoren, für das Weihnachtstheaterstück die Rolle mit dem meisten Text zu sprechen. Warum? Vielleicht weil der Vierjährige ein gutes Gedächtnis hat und laut und deutlich sprechen kann? War der Knirps besonders glücklich darüber? Nicht wirklich. Auf die Frage, warum er denn nicht begeistert sei, meinte er nüchtern: „Das zu üben, ist so anstrengend!“. Da ist wohl etwas Wahres dran. Wer eine tragende Säule in der Gesellschaft sein möchte, muss mehr tun als der Durchschnittsmann oder die Durchschnittsfrau. Liegt das jedem? Wahrscheinlich nicht. Leider will heutzutage jeder Häuptling sein und kaum einer Indianer. Ich bin dankbar dafür, dass ich keine Königin bin, weil ich keine Lust auf so viel Verantwortung und Verpflichtung hätte.

Wärst Du gerne König oder Königin von Deutschland?

20.12.2018


BLOG#43

WAS WÄRE …
…wenn hinter allem, was passiert ein tieferer Sinn stecken würde? Was ich damit meine? Bisher ging ich durchs Leben und habe mir über Zufall und Bedeutung recht wenig Gedanken gemacht. Die Dinge, die mir widerfahren sind, habe ich als absolut willkürlich und beliebig eingestuft. Ich bin kein religiöser Mensch und habe bisher nicht an eine höhere lenkende Kraft geglaubt, die einen Masterplan für mich bereithält. Jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher. Folgender Spruch hat mich nachdenklich gemacht: „Things happen for you, - not to you.“. Wenn alles und jedes, also auch die unangenehmen Erlebnisse, einen Zweck erfüllen, sieht man die Welt sprichwörtlich mit anderen Augen. Sind wir auf der Erde, um gewisse Lektionen zu lernen? Ist es nicht so, dass wir immer wieder auf dieselben Probleme stoßen, bis wir das Schema durchschauen und eine Lösung finden? In der letzten Zeit versuche ich bewusst auf eine größere Macht zu vertrauen. Seither stellt sich oft im Nachgang ein Ärgernis als ein versteckter Segen heraus. Dafür bin ich sehr dankbar, auch wenn ich es manchmal schon ein wenig unheimlich finde…
Besteht das Leben aus einer Aneinanderreihung von Zufällen oder hat alles eine unsichtbare Struktur hat, deren Bedeutung da, aber nicht unbedingt erkennbar ist?

21.12.2018


BLOG#44

AUF DEN LETZTEN DRÜCKER…

…habe ich heute noch ein Weihnachtspäckchen für meinen Vater und noch einen Brief an eine weit weg wohnende Freundin verschickt. Woher kommt diese sonderbare Redewendung aber eigentlich? Es wird vermutet, dass es sich bei dem Drücker um einen Türgriff eines abfahrenden Zuges handelt, den man in letzter Sekunde noch erreicht. Bei mir ist der Zug leider schon abgefahren. Der Paketmitarbeiter antwortete mir auf die Frage, wann das Paket denn ankäme: „Rechnen Sie wegen der Feiertage mit 2 Wochen.“ Autsch… In solchen Momenten denke ich: Es ist absolut glasklar, wann der 24.12. kommt. Und trotzdem ist es jedes Jahr wieder so, dass mir Dinge erst kurz vor Schluss einfallen. Mit Leichtigkeit wäre es möglich gewesen, diese früher zu erledigen. Warum tue ich es dann nicht?!? Zum Glück erwartet mein Papa nix von mir, wofür ich dankbar bin. Er wird sich auch über einen Telefonanruf und ein verspätetes Geschenk freuen.

Was war das schönste Geschenk, das Du jemals bekommen hast?

 

BLOG#45

HIMMELHOCH…

…jauchzen kann ich gerade nicht, wenn ich auf den Dauerregen draußen schaue. Nachher wollte ich noch zu einem Gospelkonzert in Bad Schwalbach gehen. Leider muss man vorher erfahrungsgemäß eine Stunde im Kalten vor der Tür warten, um noch einen Platz zu ergattern. Ein nicht so prickelndes Unterfangen also. Aber wie sagt man so schön: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.“. Ich werde mich dick einpacken und Regenschirme mitnehmen. Wenn ich mir überlege, wie oft unsere Vorfahren bei Wind und Wetter harte Arbeit im Freien verrichten mussten, erscheint mir mein Luxusproblem wieder läppisch. Ich bin sehr dankbar, dass ich alles habe, um im Winter nicht frieren zu müssen. Viele andere Menschen auf der Welt sind leider nicht in der komfortablen Situation.

Kann Dir schlechtes Wetter die Laune verderben oder bist Du dagegen immun?

23.12.2018

BLOG#46

WEIHNACHTEN IST…

…für die einen Himmel auf Erden, für die anderen genau das Gegenteil. Wenn Familien zusammenkommen, kann das schön ODER ganz schön nervig sein. Seine Freunde und Partner sucht man sich aus, seine Verwandten nicht. Leider ist das „Fest der Liebe“ emotional so aufgeladen, dass es meiner Meinung nach schon schädlich ist. Dieses Datum ist häufig mit einer immensen Erwartungshaltung überfrachtet, dass es kein Wunder ist, wenn die ganze Chose in die Hose geht. Traurig und ironisch ist, dass sich einsame Menschen in solchen Zeiten die heile Familie wünschen. Andersherum sehnt sich so manches Familienmitglied sehnlichst auf eine einsame Insel, um dem ganzen Zirkus zu entkommen. Wie man es dreht und wendet: Ob es gut oder schlecht wird, ist somit eine Kopfsache. Ich bin heute dankbar dafür, dass meine Verwandten mir das Leben nicht zur Hölle machen. Im Gegenteil: Mein Neffe erledigt den kompletten Einkauf und kocht dazu auch noch! Das allein ist für mich schon das Beste am diesjährigen heiligen Abend. Egal, ob Du den Tag allein oder in Gesellschaft verbringst, wünsche ich Dir eine gute und besinnliche Zeit…

Ist Weihnachten für Dich eine schöne Sache oder bist Du froh, wenn alles rum ist?

24.12.2018


BLOG#47

DER SINN DES LEBENS…

… erscheint mir oft intransparent, aber gerade deswegen hochspannend. Vor einiger Zeit hatte ich eine eindrückliche Erfahrung während einer Vertretungsstunde in der Schule. Als Lehrkraft hat man ab und an die Verpflichtung über sein normales Stundendeputat hinaus für Kollegen einzuspringen, die z.B. aus Krankheitsgründen ausfallen. Meist wird man dann in fachfremden Fächern eingesetzt, was einen super interessanten Einblick in Bereiche bietet, in denen man normalerweise nicht Zuhause ist. In der besagten Stunde sollte ich als Kunstlehrerin Ethik unterrichten. Auf die Frage aller Fragen antwortete ein 12-jähriger Schüler folgendes: „Das Leben ist ein Mathetest!“ Was als Joke gedacht war, fand ich ehrlich gesagt einfach nur genial. Es gibt viele Menschen da draußen, die Mathe lieben. Ich gehöre jedenfalls nicht dazu und habe Klassenarbeiten in diesem Fach gehasst. Deswegen fand ich die Analogie für mich sehr treffend. Es treten Probleme auf, deren Lösung einem unklar, zu abstrakt oder schlicht zu schwierig erscheinen. Deswegen hat so einer wie ich keine Lust darauf. Aber vielleicht ist es tatsächlich der Sinn des Lebens, sich Herausforderungen zu stellen. Wie wäre es, wenn unser ganzes Sein und unser ganzes Universum aus purer Mathematik bestünde? Wenn ich diesen Blumenkohl aus meiner Küche betrachte, bewundere ich die Schönheit und mathematische Präzision des Aufbaus. Die fraktale Struktur mit Fibonacci-Spiralen hat etwas Göttliches an sich. Vielleicht gibt es eine höhere Ordnung, die für das bloße Auge nur in Teilen sichtbar und meist verborgen bleibt. Ich bin dankbar dafür, dass ich durch diesen Ausspruch eines Kindes die Welt ein wenig anders sehen kann.

Findest Du das verrückt oder inspirierend?

25.12.2018

 

BLOG#48

EIN ANBLICK DES GRAUENS…

…bot sich morgens, als ich in das Kinderzimmer meiner Tochter trat. Der ganze Boden war überdeckt mit Krimskrams und Spielzeug. Gefühlte Millionen von Steckbausteinen lagen wüst herum, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Lauter kleine Plastiktüten in denen die neuen Weihnachtsspielsachen verpackt waren, flogen durch die Gegend und machten das Chaos „perfekt“. Mein erster Reflex war es, mich fürchterlich aufzuregen und alles wutentbrannt zu richten. Dann besann ich mich eines Besseren und ließ die 8-Jährige schön alleine ihren Spielzeug-Tsunami aufräumen. Die Kleine versuchte alles, um mich umzustimmen. Doch weder sich dumm stellen, noch auf die Tränendrüse drücken halfen, - ich blieb hart. Trotz Geheule und Gezeter schaffte das Mädchen es schließlich, ihren Raum in einen annehmbaren Zustand zurück zu verwandeln. Dafür bin ich heute sehr dankbar. Leider tendiere ich dazu meine Kinder zu verwöhnen, weil ich Unangenehmes von ihnen fernhalten will. Manchmal muss man sie allerdings gegen die „Wand fahren“ lassen. Ansonsten entwickelt sich kein Bewusstsein für die Konsequenzen des eigenen Handelns. Wenn ich Unfug anrichte und immer jemand anderer es in Ordnung bringt, warum soll ich dann mein „Way of Life“ ändern? Viele Menschen hoffen noch im Erwachsenenalter darauf, dass jemand kommt und sie aus ihrer hausgemachten Misere „errettet“. Ich finde das absolut verständlich, aber wenig erstrebenswert.

Musst Du Dich auch manchmal zurückhalten, wenn es darum geht, die Probleme anderer zu lösen?

 26.12.2018


BLOG#49

GUTE VORSÄTZE…

… sind nix für jeden. Laut Studien halten 88% aller ihre Pläne nicht durch. Warum ist das so? Mit dem Rauchen oder Trinken aufhören, jeden Tag ins Fitness-Studio oder statt Pommes nur noch Salat? Das alles in Ehren, aber realistisch ist das für die meisten wohl eher nicht. Prinzipiell versuche ich mir nur etwas vorzunehmen, wo ich sicher bin, dass ich das Geplante auch bewältigen kann. Ansonsten lasse ich es lieber bleiben. Einer meiner Vorsätze für 2019 ist, dass ich besser Salsa tanzen lernen möchte. Dafür muss ich mich verbindlich für einen Kurs anmelden. Ich weiß nämlich, dass ich dort hingehen werde, egal ob ich gerade Lust habe oder nicht. Warum? Weil ich ein kleines Sparbrötchen bin, das sich denkt: „Müde hin oder her, bezahlt ist bezahlt!“. Mann oder Frau muss sich nur selbst kennen, um die richtigen Knöpfe zu bedienen. Ich bin dankbar dafür, dass ich manche meiner Schalter bei mir gefunden habe.

Wonach trachtest Du für 2019 und wie erhöhst Du die Wahrscheinlichkeit, dass es auch wirklich klappt?

27.12.2018


BLOG#50

FIX UND FERTIG…

… geputzt ist die Kita zwar nicht, aber ich bin trotzdem zufrieden mit meinem Tagesergebnis. Am Ende des Jahres kann man zusammen mit anderen Eltern Pflichtdienststunden in der Einrichtung ableisten. Dann verbringt man seine Zeit mit der Säuberung und Desinfizierung von Spielzeug, Regalen, Stühlen und und und. Macht das besonders Spaß? Nicht wirklich, aber manche Sachen erledigen sich eben nicht von selbst. Interessant, wie man im Alltag leicht übersieht, was Reinigungskräfte in öffentlichen oder privaten Bereichen tagtäglich leisten. Heute bin ich sehr dankbar darüber, dass wir in einem Land leben, wo es vergleichsweise ordentlich zugeht. Klar gibt es überall „Ecken der Schande“. Oft ärgere ich mich über Schmutz auf den Straßen oder Zuhause. Wenn ich allerdings auf andere Länder schaue, bin ich froh in Deutschland zu leben. Da kommt mir mein Dreck geradezu harmlos vor.

Was hältst Du von größer angelegten Reinemach-Aktionen? Ist das für Dich eine Strafe oder ganz okay?

28.12.2018

 

BLOG#51

HAPPY…

… hat mich heute mein Treffen mit Sternchen (@sammlesternstunden) gemacht. Wir haben uns beim Wiesbadener Wochenmarkt verabredet und sind nach dem Einkauf schön Mittagessen gegangen. Dabei haben wir über aufregende Ideen geredet und Pläne geschmiedet, was das Zeug hält. Die Zeit verging leider wieder viel zu schnell.  Ein Vorhaben ist zum Beispiel, dass wir eine „Mastermind“-Gruppe gründen wollen. Was das ist? Ehrlich gesagt, kann ich hier nur aus zweiter Hand berichten, weil ich so etwas noch nie ausprobiert habe. Wie ich das verstanden habe, handelt es sich um ein Team von Gleichgesinnten, die sich gegenseitig inspirieren und motivieren. Im Idealfall wachsen alle Teilnehmer über sich hinaus. Wie? Indem sie sich z.B. durch Feedback, Tipps und mentalen Beistand dabei helfen, ihre Ziele und Wünsche zu erreichen. Was mich daran reizt? Ich mag es, wenn ich andere dabei unterstützen kann, ihre Träume zu verwirklichen. Teil des Prozesses zu sein, finde ich schlicht großartig. Auch verspreche ich mir davon, dass ich mich eher hochraffen kann, Dinge anzugehen, die ich ansonsten auf die lange Bank schieben würde. Ich bin deshalb heute sehr dankbar, dass ich mit Sternchen schon eine tolle Mitstreiterin gefunden habe.

Wie findest Du das Konzept einer Mastermind-Gruppe?

29.12.2018

 

BLOG#52

UNSEXY…

… finde ich es, wenn ich folgenden Satz höre: „Ja früher,- da war alles besser!“. Aber was genau stört mich an diesem Ausspruch? Vielleicht assoziiere ich damit einen verknöcherten Tattergreis, der sein Leben schon gelebt hat und nun der guten alten Zeit hinterhertrauert. Dabei steckt in dieser nostalgischen Sehnsucht so viel Potential. Was ich damit meine? Von Oma und Opa lässt sich tatsächlich vieles lernen, was früher wirklich besser war. Seit ich mich mit Plastikvermeidung im Alltag beschäftige, entdecke ich immer mehr, dass man Probleme im „Old School -Style“ lösen kann. Ob es sich um Einmachgläser, Brot im Beutel, das Butterholzfässchen oder das gute alte Taschentuch handelt, unsere Vorfahren wussten, wie man gut plastikfrei leben kann. Daher möchte ich mich auf eine Reise in die Vergangenheit begeben, um diese altbewährten Methoden wiederzuentdecken. Verrückt finde ich, dass dieses „Rückwärtsgehen“ gleichzeitig ein „Vorwärtsgehen“ ist. Mich interessieren vor allem praktische und gangbare Wege, die eine nachhaltige Zukunft aufzeigen. Ich bin heute sehr dankbar dafür, dass ich das Rad nicht neu erfinden muss. Meine Hoffnung ist, dass das Studium vorhergehender Generationen mir konkrete Hinweise für Umweltschutz im Kleinen ermöglicht. Was war früher Deiner Meinung nach besser und wie kann man das konkret zurückholen oder in moderner Form neu interpretieren?

30.12.2018


BLOG#53

SOLL ICH ES WAGEN…

…oder nicht? Das ist hier die Frage. Vor ein paar Tagen habe ich in der Story schon Überlegungen zum Thema „5 AM -Club“ angestellt. Was das denn nun wieder ist? Ich bin ja eine kleine YouTube-Süchtige und dort bin ich auf dieses Konzept des frühen Aufstehens gestoßen. Im Grunde ist es nix anderes als das, was unsere Vorfahren schon lange wussten: „Morgenstund hat Gold im Mund“. Nun bin ich alles andere als ein Morgenmensch. Bisher habe ich die Schularbeitszeiten oder die Kinder meine Schlaf- und Wachzeiten regulieren lassen. Wenn man mich einfach machen ließe, schliefe ich am liebsten bis in die Puppen und bliebe nachts spät auf. Was im Himmel zieht mich also an dieser herausfordernden Frühaufsteherei um 5 Uhr morgens an? Ist das nicht eine Formel für vorprogrammierten Misserfolg? Mein Kopf sagt mir: Lass es bleiben, Tanya. Mein Bauch sagt mir: Probiere es für 30 Tage aus. Was soll ich tun? Heute bin ich dafür dankbar, dass ich die Wahl habe zu experimentieren und dass mich keiner zu einer solchen Aktion zwingt.

31.12.2018


BLOG#54

4:57…

…bin ich heute aufgewacht. Von alleine? Nee, ich hatte den Wecker gestellt. Bin ich jetzt komplett verrückt geworden? Vielleicht. Allerdings ist das jetzt nicht so heftig, wie es sich für den ersten Morgen nach Silvester anhören mag. Ich war gestern Abend mit meiner Family bei Nachbarn eingeladen und bin dann mit meinem Sohn gegen 22 Uhr nach Hause abgeduftet. Weil der 4-Jährige müde war, haben wir ein kleines Feuerwerk vorgezogen, um die Wartezeit für die Kinder nicht endlos werden zu lassen. So kurz war meine Nacht also nicht. Und wie ist es so? Besser, als gedacht. Um genau zu sein, hat sich das Gefühl geweckt zu werden, im Vergleich zu sonst nicht besonders unterschieden. In den letzten Stunden habe ich in aller Ruhe Dinge gemacht, für die ich im Alltag kaum Zeit finde: gelesen, Stretching gemacht und E-Piano mit Kopfhörer gespielt. Nun schreibe ich diesen Post und krabbel dann vielleicht nochmal ins Bett… Ich bin heute dankbar für diese 30 Tage 5-AM-CLUB-Challenge. Wie sieht es mit Dir aus? Magst Du auch selbst auferlegte Herausforderungen, die Dich aus der Komfortzone rauslocken oder findest Du sowas einfach nur beknackt?

1.1.2019


BLOG#55

VERTRAUEN…

…ist gut, Kontrolle ist besser. Wirklich? Gestern habe ich einen interessanten Post von einer leidenschaftlichen Mama gesehen, die folgende Frage gestellt hat: „Muss eine Frau finanziell unabhängig sein?“ (@so_mar_o). Wenn ich auf mein eigenes Leben und das meiner Mutter zurückblicke, habe ich dazu eine klare Meinung. Angesichts der hohen Trennungssraten finde ich es sicherer, wenn Frau sich ein Mindestmaß an Unabhängigkeit bewahrt. Als Kind habe ich sehr unter dem jahrelangen Scheidungsrosenkrieg meiner Eltern gelitten. Worum ging es hauptsächlich? Um das liebe Geld und Unterhaltszahlungen. Meine Mutter hatte keine „vernünftige“ Ausbildung und war, was die Einkommenssituation angeht, total abhängig von meinem Vater. Natürlich hat sie viel gearbeitet, d.h. sich um uns Kinder, Haushalt und Co gekümmert, aber was hat es ihr genützt? Nach dem Ehe-Aus folgten für sie ein finanzielles Desaster und sozialer Abstieg. Zum Glück war und ist meine Mutter eine Minimalistin, die sehr genügsam und auch mit wenig zufrieden ist. Trotz magerer Rente lebt sie relativ glücklich und zufrieden. Für mich war trotzdem schon im frühen Alter klar, dass ich dieses Lebensmodell nicht für mich wählen wollte. Natürlich kommt die Unabhängigkeit nicht ohne einen Preis und wirft andere Probleme auf. In den Zeiten, wo meine Kinder noch kleiner waren, war ich als berufstätige Mutter oft mit den Nerven zu Fuß. Im Rückblick wäre es deutlich entspannter gewesen, wenn ich früher Stunden reduziert hätte. Heute bin ich dankbar, dass ich einen gangbaren Weg gefunden habe, Familie, Beruf und Finanzen unter einen Hut zu bekommen.

Wie siehst Du die Frage nach der finanziellen Selbstständigkeit von Frauen?

2.1.2019


BLOG#56

GRENZENLOS…

…und frei wirkt der Himmel über mir. Wenn ich den Blick nach oben werfe, bin ich immer wieder fasziniert, wie schön und inspirierend die Natur ist. Sie bringt die wunderbarsten Farben und Formen hervor, die man sich nur vorstellen kann. Doch wann nimmt man sich Zeit, zu staunen und zu wertschätzen? Heute bin ich dafür dankbar, dass mich dieser Instagram-Account tagtäglich dazu bringt, innezuhalten und zu genießen. Trotzdem hat alles seine Schattenseiten und Gefahren. Es gibt eine Aktivitätsfunktion, die misst, wie viel Zeit man auf Instagram verbringt. Dadurch habe ich herausgefunden, dass meine Verweildauer definitiv zu lange ist. Was mich auch irgendwie erschreckt hat, war ein Neujahrsvideo, das ich vorgestern erhalten habe. Darauf war ein imposantes Silvesterfeuerwerk zu sehen, was an sich nicht schlecht ist. Was ich daran beunruhigend fand: Am unteren Bildrand konnte man ein Lichtermeer von unzähligen Handydisplays erkennen. Ist es gut, dass wir die Welt bald nur noch durch eine digitale Linse erleben? Ich ertappe mich dabei, dass ich alles und jedes, was ich toll finde, festhalten möchte. Fällt es Dir leicht, loszulassen und Dich nur auf den Augenblick ohne Technik einzulassen?

 3.1.2019


BLOG#57

ALLEIN?!?...

Was für den einen der blanke Horror ist, wünscht sich der andere sehnlichst herbei. Hier eine aktuelle Geschichte aus dem wahren Leben. Zurzeit besuche ich gerade Freunde und habe zusammen mit meinen Kindern in einem Zimmer übernachtet. An sich keine große Sache. Hier aber wieder das perfekte Beispiel dafür, dass dieselbe Situation je nach Kontext und Bedürfnislage für jeden absolut unterschiedlich wahrgenommen werden kann. Da mein kleiner Sohn aufgrund der ungewohnten Umgebung wohl desorientiert war, stieß er diesen Ausspruch lautstark mitten in der Nacht aus. Völlig verständlich, aber trotzdem recht unangenehm. Zumal dieser Vorgang des Weckens sich diverse Male für mich wiederholte. Kaum war ich eingeschlafen, gab es einen anderen kleinen Notfall: „Ich muss auf Toilette!“  - „Ich habe Durst!“ - „Wo ist meine Kissen?“ und so weiter und so fort. Während ich dieses schreibe, muss ich unweigerlich schmunzeln. Mit ein klein wenig Abstand erscheint die ganze Chose zum Schießen komisch und ironisch. Warum? Am Tag 4 der 5am-Challenge kommen solche Zwischenfälle mir vor, als würde das Schicksal meine Frühaufsteherei gezielt sabotieren wollen. Erschwerend kam hinzu, dass ich unvernünftigerweise spät ins Bett gegangen war, weil ich noch mit meinen Freunden quatschen wollte. Letzteres zeigt, dass nicht das Schicksal, sondern ich selbst verantwortlich bin. Habe ich diesen Härtetest für heute bestanden? Diese Frage kann ich mit einem zufriedenen Ja beantworten, wofür ich dankbar bin. Welche widrigen Umstände oder selbstverschuldeten Verhaltensweisen scheinen Dich gerade in Deinen Vorhaben zu konterkarieren?

4.1.2019


BLOG#58

UNFREI…

… und festgenagelt fühlte ich mich gestern, als ich eine relativ weite Autostrecke hinter mich bringen musste. Stundenlang zu sitzen und mich auf die Fahrbahn konzentrieren zu müssen, ist leider nicht mein Ding. Deshalb freue ich mich schon jetzt wahnsinnig auf die Zukunft, weil es bald selbstfahrende Fahrzeuge geben wird. Dann werde ich von dieser lästigen Arbeit befreit und infolgedessen viel mehr Freunde besuchen, die weiter weg wohnen. Diese Art der Technologie hätte ich gestern schon gut gebrauchen können, als ich durch meine selbst verschuldete Müdigkeit mit dem Sekundenschlaf kämpfte. Zum Glück konnte ich auf einem Parkplatz über eine Stunde ein Power-Nap machen und mir die anschließenden 3 Stunden Fahrerei mit inspirierenden Podcasts vertreiben. Heute bin ich dankbar dafür, dass Hörbücher mein Leben verschönern und eine Revolution der Mobilität bevorsteht.

Magst Du Autofahrten und wie verbringst Du Deine Zeit im Auto?

5.1.2019


BLOG#59

VOM RECHTEN WEG ABGEKOMMEN…

…bin ich, als ich vorgestern einen Spaziergang machte. In einer malerischen Landschaft mit sanften Hügeln und zarten Lichtstrahlen liefen wir auf einer schmalen Straße, die Landwirte für ihre Traktoren benutzen. Wie Kinder so sind, kam meine Tochter auf die Idee zu erkunden, was sich denn wohl neben dem Pfad befindet. Zuerst war ich nicht so angetan davon, mich ins Gestrüpp auf den Hang hoch zu hangeln. Ich versuchte sie davon abzubringen und meinte, dass es doch auch schön auf dem geebneten Asphalt sei. Doch meine kleine Stubenhockerin fand Argumente, denen ich nichts entgegenzusetzen hatte: „Mama, Du willst doch immer, dass ich mich mehr bewege und jetzt können wir da zusammen hochklettern. Außerdem kannst Du da bestimmt tolle Fotos machen.“ Was soll man da noch sagen? Heute bin ich dankbar, dass ich auf die Achtjährige gehört habe. Es ergaben sich wunderbare neue Perspektiven und Momente (swipe). Alles aufgrund der simplen Tatsache einen Abstecher ins Unbekannte zu machen. Warum bleiben wir so gerne in eingefahrenen Bahnen stecken? Weil es bequem ist und man sich so nicht „schmutzig“ macht? Ich habe festgestellt, dass man Ungewöhnliches tun muss, wenn man etwas Ungewöhnliches erleben möchte. Wie siehst Du das?

6.1.2019


BLOG#60

EUPHORISCH…

…ging ich gestern ins Bett und konnte infolgedessen nicht einschlafen. Wenn das kein Luxusproblem ist, was? Warum konnte ich nicht abschalten? Den Nachmittag habe ich mit zwei inspirierenden Menschen, nämlich Sternchen (@sammle_sternstunden) und Frauke (@pen.paper.scissors) verbracht. Und warum war das so aufregend? In unserer allerersten Mastermind-Session sprachen wir über alles, was uns gerade bewegt und brennend interessiert. Fast 4 Stunden haben wir geschrieben, uns beraten und begeistert ausgetauscht. Am Ende hatte alle einige Punkte auf seiner individuellen To-Do-Liste, die jeder bis zum nächsten Treffen abgearbeitet haben will. Florian (@drflorianilgen) hatte mich dazu angeregt, dieses Konzept auszuprobieren, wo man zusammen mit anderen an seiner Zukunft schmiedet. Zum Glück bin ich relativ selten neidisch auf irgendwen oder irgendwas. Als ich den Mentalisten in seinen Stories gesehen habe, wie er produktive und gleichzeitig schöne Zeit verbringt, habe ich gedacht: „Das will ich auch!“. Gesagt, getan, - heute bin ich sehr dankbar, dass ich mich aufgerafft habe, so etwas zu organisieren. Schließlich gibt es nix Gutes, außer man tut es. Was mich an diesem Ansatz so fasziniert, sind mehrere Aspekte: a) Arbeit und Freude scheinen zu verschmelzen b) Hilfe zu geben und zu bekommen, ist für alle Beteiligten ein erhebendes Gefühl c) die Zeit wird konstruktiv und positiv genutzt. Lästereien oder belanglose Tischgespräche ohne Mehrwert sind hier fehl am Platz, was ich einfach großartig finde. Glaubst Du auch an Aristoteles Spruch: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile?“

7.1.2019


BLOG#61

MEDITATION…

… steht schon lange auf meiner To-Do-Liste. Leider schiebe ich es gefühlt ewig vor mir her, weil ich das Vorgehen nicht besonders attraktiv finde. Sich stundenlang irgendwo hinsetzen und dort nichts zu tun, außer zu atmen und den Geist frei werden zu lassen? Oh, nee! Ich bin leider ein Mensch, der sich super schnell langweilt. Verschwendung in jeder Form ist mir zuwider und das Konzept erscheint mir so, dass kostbare Zeit einfach flöten geht. Aber vielleicht ist es ja gerade das Loslassen, was es so wertvoll macht. Der Spruch: „Hast Du es eilig, gehe langsam.“ illustriert dieses Prinzip sehr schön. Vielleicht spart man sich langfristig viele Nerven und Umwege, wenn man versucht ein klein wenig Abstand zu gewinnen. Wann nehmen wir uns die Zeit, uns auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu besinnen und nicht irgendwelchem unnützen Zeug hinterherhecheln? Heute bin ich dankbar, dass ich in Zukunft die Möglichkeit haben werde, diese Methode näher zu erkunden. Wer weiß, was nach der Frühaufsteherei -Challenge kommt, die in 3 Wochen zu Ende geht? Was hältst Du von Meditation? Handelt es sich um neumodischen Esoterik-Schnickschnack oder stellt es ein machtvolles Instrument für eine gelungene Lebensführung dar?

8.1.2019


BLOG#62

ÜBERRASCHT…

…bin ich jedes Mal , wenn ich mich hinsetze und anfange zu schreiben. In der Sekunde, wo meine Fingerkuppen die Tastatur berühren, fließt quasi etwas aus mir heraus, was nur bedingt willentlich gesteuert ist. Meist sehe ich mir kurz vorher das Foto an, was ich posten will und weiß selbst noch nicht recht, wie der Text werden wird. Es ist also eine Art kleine Entdeckungsreise zu mir selbst, dessen Ziel sich erst im Prozess entfaltet und offenbart. Ich fange mit einer Überschrift an und wundere mich oft, wo ich am Ende lande. Jedenfalls macht es mir unglaublich Spaß, weil ich alles auf mich zukommen lasse. So etwas wie eine Schreibblockade kenne ich nicht, weil ich nicht den Anspruch habe, etwas Grandioses produzieren zu müssen. Ich lasse es einfach geschehen und freue mich, wenn es anderen auch gefällt. Letztendlich schreibe, fotografiere und filme ich nur zu meinem eigenen Vergnügen. Heute bin ich daher dankbar dafür, dass ich nicht davon leben muss und ich völlig frei bin von äußeren Zwängen. Was versetzt Dich zuverlässig in einen Flow-Zustand?

 P.S. Wer nicht weiß, was „Flow“ ist, sollte das unbedingt recherchieren. Der Glücksforscher Mihály Csíkszentmihályi hat Theorien dazu entwickelt, die hochinteressant sind.

9.1.2019


BLOG#63

SÜSSSSSS…

… und lecker sind Sahneschnittchen, Kekse und so weiter und so fort. Zu Weihnachten gab es z.B. einen Kuchen und andere Köstlichkeiten, die meine Neffen netterweise für die Familie zubereitet hatten (swipe). Nur weil ich gerne Obstteller erstelle, heißt das also nicht, dass ich immun gegen die magische Kraft von Industrie-Zucker bin. Jeden Tag esse ich in überschaubaren Mengen Schokolade oder Pudding. Warum eigentlich? Irgendetwas wird im Gehirn ausgelöst und vermittelt mir ein Wohlbefinden und Entspannung. Eigentlich wäre ich gern frei von Gelüsten oder Abhängigkeiten dieser Art. Andererseits finde ich ein Leben ohne Eiscreme oder ähnliches ein stückweit ärmer und schlicht weniger schön. Manche schwören darauf, dass sich alles verbessert, wenn man die „Nervennahrung“ weglässt. Ich kann es mir nicht wirklich vorstellen, aber es wäre vielleicht auch ein Selbstexperiment über 30 Tage wert. Heute bin ich dankbar, dass meine Naschtendenzen relativ moderat sind. Zum Glück habe ich keinerlei gesundheitlichen Probleme, die einen kompletten Verzicht nötig machen würden. Wie sieht es bei Dir aus? Ist zu viel Zucker für Dich ein Thema?

10.1.2019


BLOG#64

ENTFALTUNG…

…ist eine feine Sache. Ein Meer von Blumen im eigenen Garten zu haben, ist ein schon lang gehegter Traum von mir. Leider sind die Versuche Zwiebeln und Samen einzupflanzen, nur bedingt von Erfolg gekrönt gewesen. Wie oft haben meine Kinder und ich gebuddelt, was das Zeug hält und sind nicht mit Blütenpracht belohnt worden. Woran das liegt? Ich mache nicht Pech oder die Natur dafür verantwortlich, sondern nur mich selbst. Ad hoc fallen mir diverse Gründe ein, warum es nicht geklappt hat. Hauptknackpunkte sind vor allem ein Mangel an Pflege und Know-How. Haben wir regelmäßig gegossen? Haben wir regelmäßig gedüngt? Haben wir die richtigen Standorte für genug Sonnenschein gewählt? Haben wir uns schlicht gekümmert? Zu allem kann ich nur sagen: Leider NEIN! Wenn ich ehrlich bin, ist es oft bei einem initialen Kraftakt geblieben, dem keine weiteren kontinuierlichen kleinen Handlungen folgten. Kein Wunder, dass daraus nichts Schönes erwachsen ist. Es langt also nicht nur einmal sich anzustrengen und zu glauben, dass das reicht. Ist es nicht auch so mit anderen Bereichen des Lebens? Wo müsstest Du noch mehr für tun, dass sich ein Wunsch von Dir erfüllt? Was brauchst Du, um Dich besser entfalten kannst? Ich bin heute dankbar, dass manche Dinge auch ohne mein Zutun wachsen und gedeihen...

11.1.2019


BLOG#65

DISCOVER und ZDE…

…waren Inhalte meines Gesprächs mit Markus von @markustikmusic, an das ich mich noch lange gerne erinnern werde. Ich bin immer auf der Suche nach interessanten Begegnungen mit kreativen Menschen, die sich in meinem geografischen Umfeld bewegen. Der Vollblutmusiker betreibt in Mainz ein Studio, wo er der Kunst der Töne und Klänge nachgeht (swipe). Hierbei nimmt er fremde und eigene Musik auf und verleiht ihr mit Passion und Expertise den nötigen professionellen Schliff. Warum er sich Zeit genommen hat, sich mit mir stundenlang zu unterhalten? Vielleicht, weil ich ihn via Instagram frech gefragt habe, ob ich ihn einmal besuchen könnte? Nicht immer, aber manchmal sagen Leute einfach JA. Dafür bin ich heute dankbar. Was es jetzt mit dem mysteriösen Titel auf sich hat? „Discover“ heißt die Cover-Band in der Markus nebenbei spielt und ZDE steht für „Zweck der Existenz“. Beides finde ich hochgradig spannend, weil ich der Meinung bin, dass der Sinn des Lebens sprichwörtlich in der ENTDECKUNG der inneren und äußeren Welt liegt. Wie wäre es denn, wenn alles und jedes glasklar wäre? Keine Überraschung, keine Herausforderung, - die pure Langeweile. Wer will ein verpacktes Geschenk haben, dessen Inhalt man schon kennt? Wie siehst Du das?

12.1.2019


BLOG#66

WAS IST ...

… die effektivste Lernmethode überhaupt? Das Benutzen von schicken Smartboards, App-Lernspiele oder vielleicht das „Learning by doing“? Beruflich und privat beschäftige ich mich gerne mit der Frage, wie man einfach und angenehm Informationen aufnehmen und behalten kann. Da ich ein ungeduldiger Typ bin, möchte ich alles am liebsten möglichst schnell und unkompliziert und am besten gratis haben. Gestern hatte ich diesbezüglich ein Aha-Erlebnis, wo mir die wohl älteste und kostenloseste Form des Lernens klar wurde. Sie ist völlig simpel und für manche trotzdem absolut schwer umzusetzen. Was das wohl für eine mysteriöse Wunderwaffe ist? Nicht glamourös, aber wahr: Das ZUHÖREN. Seit wir Erdenbürger denken können, ist es die Art, wie wir andere, die Umwelt und uns selbst verstehen können. Wenn ich meine Mitmenschen, die Natur oder mich selbst ignoriere, fahre ich früher oder später gegen die Wand. Warum ist es heutzutage denn so schwer, wirklich, d.h. mit ungeteilter Aufmerksamkeit zuzuhören? Zu viel Ablenkung, Hektik, Lärm, Stress? Ich habe festgestellt, dass Leute sich unglaublich rasch öffnen, wenn sie merken, dass ihnen Gehör geschenkt wird. Eine Win-Win- Situation entsteht, weil man als Sprecher und Hörer gleichermaßen so viel über die andere Person und sich selbst lernt. Heute bin ich dankbar, dass mir das bewusst geworden ist. Fällt Dir das Zuhören leicht oder schwer? Wird Dir genug zugehört?

13.1.2019


BLOG#67

MINI-DILEMMA…

…Mein erster Arbeitstag nach den Schulferien war recht angenehm. Einige Schülerinnen und Schüler wirkten recht verschlafen, aber grundsätzlich war eine gute Stimmung zu verspüren. Als mich eine Kollegin in der Pause um einen Gefallen bat, willigte ich ohne zu zögern ein. Leider wurde mir dann schnell klar, dass ich in eine kleine Zwickmühle geraten war. Einerseits wollte ich der Mitarbeiterin helfen, andererseits hätte das ein Zuspätkommen zum Unterricht bedeutet. Das ist in meinen Augen ein No-Go. Ehrlich gesagt, war ich zunächst verärgert darüber, dass es der Kollegin scheinbar egal war, dass ihr zeitliches Missmanagement nicht nur sie, sondern auch andere „mitreinriss“. Dann überlegte ich mir, dass ich ja auch freundlich, aber bestimmt hätte Neinsagen können. Nicht die andere Person, sondern nur ich allein trage die Verantwortung dafür, was ich wann, wie mache. Schließlich fand ich eine Lösung, mit der ich leben konnte. Sie verursachte zwar ein klein wenig Mehraufwand für mich, dafür konnte ich aber trotzdem pünktlich zum Dienst antreten. Heute bin ich dankbar, dass ich solche Situationen so gut wie nie habe. Was machst Du, wenn Du Dich zwischen zwei miteinander konkurrierenden Aspekten entscheiden musst? Gehst Du links rum, rechts rum oder durch die Mitte?

14.1.2019


BLOG#68

DER MOND…

… am Himmel ist zwar klein, aber fein. Er ist immer da, auch wenn wir ihn nicht wahrnehmen können. Dies führt mich zum Gedanken, dass ich oft den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen kann. So etwas wie ein Fixstern, der uns leitet, wenn wir an eine Weggabelung gelangen und nicht weiterwissen, wäre schon phänomenal. Doch wie findet man so eine Orientierungshilfe? Sind es externe Vorbilder in Form von positiven Familienmitgliedern oder Freunden? Oder sind es sprichwörtlich die „Stars“, also völlig fremde Menschen, die man bewundert? Eventuell ist der nach Außen gerichtete Blick weniger hilfreich, als die individuelle Schau nach Innen. Ist es eigentlich die Intuition, die genau weiß, was für einen selbst am besten ist? Wenn letzteres zutrifft: Wie kann man diese innere Stimme von der Stimme des inneren Schweinehundes unterscheiden? Der sagt einen in der Regel ganz klar und deutlich, was man tun oder lassen soll. Meistens ist das alles andere als vorteilhaft und man sabotiert sich damit leider selbst. Möglicherweise ist das die Dichotomie des Menschseins, das Yin und Yang, zwei sich gegenseitig bekämpfende Kräfte. Nun ist die Frage, welcher Bereich in Deinem Leben die Oberhand gewinnt. In George Lucas Worten: Bist Du auf der dunklen oder hellen Seite der Macht? Heute bin ich dankbar dafür, dass mein Schweinehund und ich ganz gut miteinander klarkommen…

15.1.2019


BLOG#69

DO IT YOURSELF…

… hat sich mein Mann vor einiger Zeit gedacht und eigene Kräuterbutter hergestellt, was super lecker und einfach war. Die ganze DIY-Bewegung finde ich deshalb so anziehend, weil man dort seine eigenen Möglichkeiten und Grenzen ganz praktisch erfahren kann. Was ich damit meine? Es gibt immer Unwägbarkeiten und eine Prise Herausforderung bei solchen Selbstmach-Aktionen. Auch wenn ein Projekt, wie z.B. meine Cashew-Buttercreme in die Hose geht, so überwiegen meiner Meinung nach doch die positiven Überraschungsmomente. Im Idealfall wundert man sich, dass vieles gar nicht so schwer ist, wie es aussieht. Das ist auch der Grund, warum ich YouTube so liebe. Hier stellen Leute ihr Wissen und Know-How kostenlos zur Verfügung und freuen sich, wenn sie anderen etwas Neues zeigen und helfen können. Ich bin sehr dankbar für diese Plattform, die neben unnützen Katzenvideos für jeden Geschmack etwas Sinnvolles zu bieten hat. Natürlich kann das zur Zeitfressmaschine werden, aber das ist wieder ein anderes Thema. Was schaust Du Dir gerne auf diesem Video-Portal an?

16.1.2019



BLOG#70

DAS GARAGENTOR…

…ist etwas, über das ich in der Regel nicht besonders viel nachdenke. Heute Morgen fragte mich mein Sohn, wie es denn sein kann, dass das Tor sich von alleine bewegt. Ich erklärte ihm, dass es einen strombetriebenen Motor gibt, der die faltbare Tür per Drahtseile auf- und zuzieht. Beim Versuch dieses Wunder der Technik in Worte zu fassen, war ich selbst ganz erstaunt, wie viele beeindruckende Einrichtungen uns umgeben. Irgendwann hat sich irgendwer die Mühe gemacht, um etwas zu erfinden, dass unser Leben einfacher und bequemer macht. Wieviel Gehirnschmalz sind in die Dinge geflossen? Wie viele Rückschläge hat der Erbauer durchlitten, bis das Problem zufriedenstellend gelöst war? Eigentlich schade, dass uns alles so schnell selbstverständlich wird. Heute bin ich dankbar für alle lebenden und gestorbenen anonymen Erfinder und Visionäre da draußen. Welche Sache fällt Dir ein, die Dein Alltag erleichtert?

17.1.19


BLOG#71

KENNST DU DAS…
…,wenn Du etwas Lästiges zu erledigen hast, worauf Du keine Böcke hast? So popelige Sachen, wie eine Überweisung tätigen oder den Biomüll rausbringen? Heute bin ich dankbar für einen sogenannten Lifehack von Gretchen Rubin. Die Bestsellerautorin beschäftigt sich mit Tipps und Tricks, wie man sein Leben glücklicher gestalten kann. Unter anderem empfiehlt sie die Angewohnheit, kleine Verpflichtungen, die unter einer Minute Zeit benötigen, sofort zu verrichten. Das gelingt mir ehrlich gesagt nicht immer, aber immer öfter. Seit ich versuche, das umzusetzen, habe ich den Eindruck, weniger Stress zu haben. Wenn ich Kleinigkeiten hingegen aufschiebe, vergesse ich sie oder aber sie spuken mir unterschwellig irgendwo im Kopf herum. Anstatt also Nerven und Energie zu verschwenden, kürzt man vieles auf diese Weise ab und kriegt wesentlich mehr auf die Kette. Welcher Lifehack fällt Dir ein, der Dein Leben verbessert?

 18.1.19


BLOG#72

„HABEN, HABEN, HABEN…

…immer willst Du alles haben!“ Über diesen Spruch kann ich mich noch heute beömmeln. Warum? Weil er nicht aus dem Mund eines Erwachsenen kam, sondern ich ihn vor Jahren von einem 5-Klässler hörte. Im Kunstunterricht konnte ich damals beobachten, wie ein neunmalkluger Schüler seinen übergriffigen Sitznachbarn maßregelte. Der herablassende und genervte Ton des Jungen war zum Schießen komisch. Sollten wir nicht auch ab und zu innehalten und uns fragen, ob wir dieses oder jenes wirklich haben wollen? Der Drang immer mehr anzuhäufen und zu besitzen, ist scheinbar irgendwie in uns verankert. Doch wie sagt man so schön: Besitz belastet. Warum eigentlich? Vielleicht verlieren wir den Blick auf das Wesentliche, was wir zum Glücklichsein brauchen. Wenn wir uns mit Zeug zuschütten, um das wir uns ständig kümmern und sorgen müssen, bleibt irgendwann nicht mehr viel Freiraum. Ich bin heute dankbar, dass ich in der Luxussituation bin, über Verzicht nachdenken zu dürfen und nicht zu müssen. Wie @die_oekorrekte es in ihrem aktuellen Post sagt, ist das Streben nach Minimalismus ein wertvolles Privileg. Was möchtest Du unbedingt haben und warum? Wovon hättest Du gerne weniger?

19.1.19


BLOG#73

VERRÜCKT…

…Was bedeutet das eigentlich? Geistige Umnachtung und Tollheit sind nicht besonders erstrebenswerte Zustände. Ein Mensch, der irre vor sich hin lacht oder stundenlang die Wand anstarrt, ist für mich eine beängstigende und bemitleidenswerte Kreatur. Doch gibt es auch so etwas wie positive Verrücktheit? Wenn man Dinge einfach einmal anders macht, als man es gewohnt ist. Wann probieren wir uns selbst in einer Art und Weise aus, die vordergründig überhaupt gar keinen Sinn ergibt? Wenn ich Leuten von meiner 5 am Club -Challenge erzähle, schütteln viele ungläubig die Köpfe. Wahrscheinlich denken die, dass ich nicht mehr alle Latten am Zaun habe. Welcher Mensch tut sich das freiwillig und ohne Not an? Der größte Teil der Gesellschaft befindet sich auf einem Spektrum in der Mitte und stuft solche Aktionen vermutlich als Humbug oder unnötigen Unfug ein. Wenn man sich vom Mainstream entfernt, läuft man also irgendwann Gefahr, als verrückt oder blödsinnig zu gelten. Es erfordert deswegen ein klein wenig Mut von dem „abzurücken“, was die Mehrheit als normal empfindet. In letzter Zeit kommt mir immer öfter der Gedanke, dass ich mehr auf meine Intuition hören sollte, auch wenn sich mein Intellekt dagegen sperrt. Sätze wie „Was sollen denn die Leute denken?“ möchte ich nicht mehr als Gegenargument gelten lassen, wenn ich Lust auf etwas habe, das ein wenig „strange“ ist. Heute bin ich dankbar, dass echter Wahnsinn für mich kein Thema ist. Wie ist es mit Dir? Welcher seltsame Wunsch schlummert in Dir?

P.S. Wer wissen will, wie es mir mit meiner 30 Day – 5 am Club – Challenge geht, kann täglich unter IGTV mein Selbstexperiment mitverfolgen. Heute ist Tag 20.

20.1.19



BLOG#74

WERBUNG…

…hat einen schlechten Ruf. Warum eigentlich? Irgendwer und irgendwas kommt in der Regel ungefragt daher und will einen dazu bringen, etwas zu kaufen oder zu begehren. Wenn man länger Zeit hat zu überlegen, fällt dann auf, dass man die Sache oft gar nicht will oder braucht. Manipuliert zu werden macht so überhaupt kein Spaß, aber daraus lernen tut man häufig trotzdem nicht. Ich falle z.B. immer wieder auf die berühmt berüchtigte Verknappungspsychologie hinein. Künstlich und gezielt einen Mangel zu erzeugen, damit die Leute in Torschlusspanik zugreifen, finde ich eher grenzwertig und unmoralisch. Angebote wie „Nur noch 24 Stunden verfügbar“ oder „Limitierte Auflage“ versuche ich daher mit einer bewussten Anti-Haltung entgegenzuwirken, was mir als kleine Schnäppchenjägerin echt schwerfällt. Heute bin ich dankbar, dass ich unlauteren Angeboten nicht schutzlos ausgeliefert bin, sondern ich schlicht am längeren Hebel sitze. Am Ende des Tages bestimme ich, was ich konsumiere und was nicht. Bist Du ein „Shopping Victim“ oder fällt es Dir leicht, Werbekampagnen nicht auf den Leim zu gehen?

P.S. Ungenierte Werbung gibt es auch. Und zwar in eigener Sache: Auf meinem YouTube-Kanal (Bo-Deko) habe ich eine Serie von Videos zum Thema Nachhaltigkeit erstellt, die jeweils den Titel „5 Tipps für weniger Müll“ tragen. Wenn Du Dich für Umweltschutz im Kleinen interessierst, kannst Du da fündig werden. 

21.1.19


BLOG#75

DAS KAROTTEN-PRINZIP…

… ist faszinierend und traurig zugleich. Ziellos und desorientiert zu sein, ist gerade ziemlich out. Wenn man sich die üblichen Erfolgsgurus anschaut, ist immer von „Goal-Setting“ die Rede. Auch mir gefällt es, wenn ich mir etwas ganz Konkretes vornehme und es dann erreiche. Was ich daran allerdings problematisch finde, ist der ständig nach Außen gerichtete Blick. Der Esel, der einer vorgehaltenen Karotte hinterherrennt, ist für die einen saukomisch und für die anderen einfach nur bemitleidenswert. Letztendlich fallen viele auf das Heilsversprechen herein, dass sie nur etwas Bestimmtes erreichen oder kaufen müssen, um dauerhaft glücklich zu sein. Ich bin heute zufrieden mit meinem Leben, so wie es ist. Natürlich werde ich weiter an der optimalen Ausgestaltung arbeiten. Allerdings sehe ich nicht das Ziel als die Erfüllung an, sondern versuche meine Freude aus den täglichen Schritten dahin zu ziehen. Wenn ich irgendwann einmal auf dem Totenbett liegen werde, möchte ich mich lieber an viele kleine Momente der Schönheit erinnern, als an ein paar wenige bedeutungsschwere Meilensteine. Welche Kleinigkeiten erfreuen Deinen Alltag? Auf welche großen einschneidenden Eckpfeiler blickst Du gerne zurück? Welche Karotte schwebt Dir vor?

22.1.19


BLOG#76

IST ES PEINLICH…

… über weibliche Hygieneartikel zu schreiben? Wie Du ja weißt, beschäftige ich mich in letzter Zeit damit, wie ich meinen Müll reduzieren kann. Dabei achte ich insbesondere darauf, wie ich meinen Plastikverbrauch im Alltag herunterschrauben kann. Erfreut stelle ich immer wieder fest, dass es jede Menge ökofreundliche Möglichkeiten und Alternativen gibt. Seine Slipeinlagen oder Binden für die Monatsblutung selber zu nähen zum Beispiel. Ich habe kurz überlegt, ob es für männliche Follower vielleicht eine Zumutung ist, solche Themen aufzugreifen. Dann dachte ich mir schlicht: „Nööh.“ Wer damit ein Problem hat, soll ruhig wegbleiben. Ich möchte hier kein Popularitäts-Wettbewerb gewinnen, sondern möglichst offen über meine Erfahrungen und Gedanken berichten. Mich selbst würden auch umweltschonende Verbrauchsmaterialien für Männer interessieren. Warum? Weil ich den Einkauf für meinen Sohn und meinen Mann miterledige. Vieles geht einen also direkt oder indirekt an, ob man will oder nicht. Heute bin ich dankbar, dass ich kein besonders schamhafter Typ bin. Ich kann mich zu Dingen überwinden, die für andere undenkbar sind. Bist Du eher schüchtern und genant oder macht Dich so schnell nichts verlegen?

23.1.19


BLOG#77

KÄLTE…

… ist ein ungeliebtes Thema von mir. Ich bin ständig am Frieren und infolgedessen gefühlt mit meinen Rollkragen und Wollmantel verheiratet. Wenn ich anderen Menschen zur Begrüßung meine kaltblütige Flosse hinhalte, rechne ich jeder Zeit damit als Leiche eingestuft zu werden. Manchmal komme ich mir vor wie eine mehrlagige Zwiebel, die überhaupt keinen warmen Kern besitzt. Eisfüße halten mich trotz elektrischer Heizdecke so manches Mal vom Einschlafen ab. So etwas ist besonders dann lästig, wenn man gerade eine 5 am Club-Challenge durchziehen will. Anstatt nun der Sache den Kampf anzusagen, versuche ich Dankbarkeit für Kälte zu empfinden. Normalerweise verbinde ich mit ihr auch auf anderen Ebenen eher Negatives als Positives. Gefühlskälte ist z.B. nicht gerade anziehend. Also, was ist dann gut am Frost? Zum Beispiel, dass unsere Lebensmittel nicht so schnell verderben? Eiscreme? Nach einer ordentlichen Sauna kann das kühle Tauchbecken so erfrischend und belebend sein, dass es eine wahre Freude ist. Der Extremsportler Wim Hof liebt es, unversehrt in Shorts durch Schnee und Eis zu wandern. Aber wie kann das sein? Das will ich dieses Jahr herausfinden, indem ich ein Seminar bei ihm besuchen werde. Wie schön wäre es, wenn ich frei werden könnte vom „Eisklotzdasein“? Wie ist Dein Verhältnis zu Kälte?

24.1.19


BLOG#78

TRANSFORMATION...

… Wenn ich mir diese leckeren Mandarinen genüsslich in den Mund schiebe, denke ich normalerweise nicht darüber nach, was danach passiert. Ich bin nur dankbar, dass sie mir schmecken und guttun. Klar, ich weiß, dass die Obststücke irgendwie im Darm landen und die Überreste später ausgeschieden werden. Aber ist es nicht ein Wunder, dass eine Sache außerhalb von mir in ein paar Stunden zu einem Teil von mir wird? Alles, was ich glaube zu sein, besteht aus Lebensmitteln, die ich irgendwann einmal zu mir geführt habe. Mein Körper sieht zwar gefühlt gleich aus, wird aber eigentlich immer wieder neu gebaut und zusammengesetzt. Der Vorgang der Transformation ist so faszinierend und lässt sich scheinbar endlos fortsetzen. Die Mandarine war ja auch nicht einfach so da, sondern ist aus einem Baum erwachsen, der wiederum seine Nährstoffe aus Mutter Erde gezogen und verarbeitet hat. Alles ist ein stetiger Wandel, wo Veränderungen mal mehr und mal weniger sichtbar werden. Ein Kreislauf, wo alles mit jedem irgendwie auf mysteriöser Art und Weise zusammenhängt. Glaubst Du an die Aussprüche des deutschen Philosophen Ludwig Feuerbach: „Du bist, was Du isst“ und „Du isst, was Du bist“?

25.1.19


BLOG#79

WACHSTUM…

…steckt scheinbar in allem. Ob es sich um den immer voller werdenden Gerümpelkeller oder um Blumen oder andere Gewächse handelt. Irgendwie geht alles in die eine oder andere Richtung. Selbst Stagnation ist kein wirklicher Stillstand, weil es sich eigentlich um Rückschritt, also negatives Wachstum handelt. Ein Beispiel: Wenn ich als Lehrerin aufhöre dazuzulernen, weil ich denke, schon alles zu wissen. Wie viele Leute geben sich mit dem zufrieden, was sie schon kennen und sind gar nicht daran interessiert Neues auszuprobieren? Ich bin heute dankbar, dass ich gierig bin. Ja, - neugierig im wahrsten Sinne des Wortes. Ich möchte das Unbekannte erkunden und wie ein „Hobby-Wissenschaftler“ meine Interessensgebiete erforschen. Welche Bereiche wollen von Dir entdeckt werden?

 P.S. Ich fahre heute auf die Creative World-Messe nach Frankfurt, um meinen Wissensdurst dort zu stillen. Wer ist alles dabei?

26.1.19


BLOG#80

EINKLANG…

…Gestern habe ich dieses Interior-Design auf der Creative World Messe in Frankfurt entdeckt und mich verliebt (swipe). Ich mag es sehr, wenn die Komponenten stilistisch aufeinander abgestimmt sind und alles irgendwie passt. Scheinbar bringen Einzelelemente, die farblich im Einklang stehen, sich gegenseitig erst richtig zur Geltung. Was mir besonders daran gefällt? Ästhetik und die durchdachte Liebe zum Detail zum Beispiel. Die Gestaltung von Räumen übt seit meinem Faible für „Tiny Houses“ eine erstaunliche Anziehungskraft auf mich aus. Heute bin ich dankbar, dass das Anschauen von gelungener Innenarchitektur mein Herz höher schlagen lässt. Kann man diese Vorliebe für das optimale Zusammenspiel vielleicht auch auf andere Ebenen übertragen? Was müsste man tun, damit Menschen sich gegenseitig zum Glänzen bringen und sich gewinnbringend komplettieren. Was braucht ein Team von Leuten, damit etwas Harmonisches und Einzigartiges entsteht?

27.1.19


BLOG#81

EGOISMUS…

…Als ich heute Morgen die Umkleidekabine für Sportlehrer betrat, war ich etwas überrascht. Warum? Nach einer halbjährigen Pause von der Turnhalle habe ich diesen Raum zum ersten Mal wiedergesehen und war alles andere als erfreut. Ich bin eigentlich kein penibler Typ, d.h. bei mir zu Hause muss alles okay, aber nicht porentief sauber sein. Diese Umkleide war allerdings nicht nur zum Umziehen, sondern auch zum Abgewöhnen. Staubwollmäuse, herumfliegende Entschuldigungszettel, Müll und anderes Zeug lag chaotisch und ungepflegt herum. Mein erster Gedanke war: „Diesen Versiffungszustand habe ich nicht verursacht, soll sich jemand anderes darum kümmern.“ Dann besann ich mich eines Besseren. Die Wahrheit ist, wo sich Dreck ansammelt, kommt weiterer hinzu, weil sich KEINER zuständig fühlt. Kurzerhand entschloss ich mich sprichwörtlich fünf Minuten zu investieren, um die kleine Bude auf Vordermann zu bringen. Nach ein paar Handgriffen war alles in einem passablen Zustand. Die Ironie ist, dass ich aus egoistischen Gründen aufgeräumt habe. Ich habe es getan, weil ich mich danach super gefühlt habe und nicht, um den anderen eine Freude zu machen. Ist doch lustig, dass Egoismus auch gut sein kann, was? Einen Platz besser zu hinterlassen, als man ihn vorgefunden hat, belohnt einen selbst mit Glücksgefühlen. Dafür bin ich dankbar. Hast Du etwas Ähnliches auch schon erlebt?

28.1.19


BLOG#82

ZOOM…

… In meinem Kunstunterricht mache ich immer wieder interessante Beobachtungen. Zum Beispiel fragen Schüler und Schülerinnen regelmäßig danach, ob sie alles „richtig“ machen. Viele brauchen Bestätigung und Bestärkung. Heute hatte ich eine 5. Klasse, die aus den drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau den zwölfteiligen Farbkreis mischen sollte. An der Tafel hing hierfür ein fertiges Vorbild zur Orientierung. Außerdem durften sie, so oft sie wollten, nach vorne kommen, um auf einem Teststreifen ihre Farbe mit der Vorlage zu vergleichen. Merkwürdigerweise fragte mich jeder zweite, ob denn die eigene Farbe gut sei. Das hat mich stutzig gemacht. In meiner zehnjährigen Lehrertätigkeit hatte ich insgesamt zwei Schüler mit einer Farbschwäche, d.h. die anderen sind sehr wohl in der Lage Farbnuancen zu erkennen. Warum schaut denn keiner selber hin? Weil es einfacher ist, sich von einem „Experten“ rückversichern zu lassen, anstatt sich auf seine eigenen Fähigkeiten zu vertrauen? Wie oft geben wir bei Problemen teuer Geld für Rat von Profis aus, wenn wir dasselbe mit gesundem Menschverstand selber hätten lösen können. Wenn wir uns einer Aufgabe absolut und tiefgehend widmen, sehen wir, was andere nicht sehen. Heute bin ich dankbar für diese Tulpen- Zoom-Aufnahme, die mich auf diese Gedanken gebracht hat (swipe). Die Kunst des „Hinsehens“ ist wahrscheinlich so wertvoll, wie die Kunst des „Hinhörens“. Bist Du in der Lage Dich hundertprozentig auf eine Sache zu fokussieren?

 29.1.19


BLOG#83

LEERE…

… hat einen schlechten Ruf. Es klingt so nach „Ausverkauft“ oder „Leider ist schon alles weg“. Sich leer zu fühlen, ist auch nicht unbedingt so cool… Oder vielleicht doch? Kann das Nichts auch schön sein? Soweit ich das verstanden habe, streben viele Meditierende an, dass der Kopf leer wird und sich alles um sie herum auflöst. Wie wäre es wohl, wenn der Geist von Ich-Sucht, belastenden Gefühlen und Gedanken frei werden könnte? Ob es wirklich möglich ist, im Nirwana schon zu Lebzeiten Ruhe und Frieden zu finden? Ich habe nicht die geringste Ahnung… Bisher habe ich mich immer erfolgreich darum gedrückt, mich mit Meditation und spirituellen Praktiken auseinanderzusetzen. Jetzt wo meine 30-Tage-5am Club -Challenge zu Ende gegangen ist, bin ich am Überlegen, was ich als nächste Herausforderung anpacken soll. Zen? Eine von einem Yogi geleitete Fantasiereise oder eine 6-Phasen-Medition? Gerade bin ich unschlüssig und ehrlich gesagt etwas überfordert mit den unterschiedlichen Stilen und Möglichkeiten. Trotzdem bin ich heute dankbar, dass ich mich nun endlich aufraffe, diese Übung des Bewusstseins in Angriff zu nehmen. Wie sähe eine Meditationspraxis aus, die optimal zu Dir und Deinen Bedürfnissen passt?

30.1.19


BLOG#84

HILFE…

… anzunehmen ist eine Sache, die mir manchmal schwerfällt. Irgendwie versuche ich gerne alles selber zu regeln, weil ich anderen Leuten nicht zur Last fallen möchte. Diese Neigung habe ich mit Hilfe meines Lehrerjobs ein wenig abgelegen können, wofür ich heute dankbar bin. Um im Schulalltag zu überleben, muss ich bestimmte Aufgaben delegieren, da alles für eine Person schlicht zu viel ist. Interessanterweise tue ich meinen Schülern und Schülerinnen sogar oft einen Gefallen damit. Wie das? Heiß begehrt sind zum Beispiel Dienste, wie das Verteilen oder Aufhängen von Bildern oder das Hochfahren der Rollläden. Ich erlebe immer wieder, dass selbst scheinbar unattraktive Tätigkeiten wie Fegen und Aufkehren sich positiv auf die Kinder auswirken. Wenn wir alles von ihnen fernhalten, tun wir ihnen überhaupt nicht gut. Im Gegenteil: Wir berauben sie dann um das Erlebnis, etwas sichtbar Sinnvolles für die Gemeinschaft zu leisten. Seit ich kapiert habe, dass es sich um eine Win-Win-Situation handelt, nehme ich Hilfe viel lieber an als vorher. Menschen sehnen sich danach, gebraucht und für ihre Hilfe anerkannt zu werden. Wie sind Deine Erfahrungen damit?

31.1.19


BLOG#85

THE MASTER WILL SHOW…

…when the student is ready. Diesen Spruch finde ich zeitlos gut und universell gültig. Warum? Hin und wieder stoße ich auf seltsamen Wegen darauf. Wie? Sowohl als Lehrende als auch als Lernende habe ich die Erfahrung gemacht, dass man dann am besten lernt, wenn man die innere Bereitschaft und Offenheit mitbringt. Es ist in der Regel vergebene Liebesmüh, jemanden etwas beibiegen zu wollen, der nicht hinhören kann oder will. Andersherum lerne ich selber so viel von den Kindern im Unterricht, dass es eine wahre Freude ist. Heute führte ich z.B. ein aufschlussreiches Gespräch mit einem 15- jährigen Schüler, der mich mit seinem Wissen über Entspannungs- und Atemtechniken überraschte. Außerdem erzählte er mir von seinen Lucid-Dreaming-Erfahrungen und gab mir nützliche Tipps zur Durchführung einer Chakra-Meditation. Ist das nicht verrückt? Warum geschieht das zeitgleich zum Start meiner „28 Days of Blogging -Challenge“, wo ich mir das Thema Mediation für den kompletten Monat vorgenommen habe? Zufall? Fügung? Auf jeden Fall bin ich heute dankbar für dieses im positiven Sinne merkwürdige Erlebnis. Es erinnert mich daran, dass ich von jedem Menschen lernen kann. Egal, ob jung, alt, erfahren oder scheinbar unerfahren. Was meinst Du dazu?

1.2.19


BLOG#86

ZWANG…

…ist eine Sache, die mir verhasst ist. Wenn jemand mich zu etwas zwingen will, beißt derjenige bei mir in der Regel auf Granit. Ich verabscheue es, wenn jemand mir vorschreiben will, was ich zu tun und zu lassen habe. Heute bin ich dankbar, dass mich keiner in irgendeiner Form bedrängt. Von mir auf andere zu schließen, ist allerdings ein Trugschluss. Wieso das? Wer mag das denn schon, wirst Du Dich vielleicht fragen. Ich habe diesbezüglich paradoxe Erfahrungen zu diesem Thema gemacht. Meine Tochter ist z.B. so ein Fall von: „Die muss man zu ihrem Glück zwingen“. Die Vergangenheit hat schon x-fach gezeigt, dass sie initial zu keiner Sache Lust hat und hinterher ganz begeistert ist. Verrückt, oder? Um das zu erkennen, habe ich gefühlt ewig gebraucht. Diese Strategie würde bei mir voll in die Hose gehen, weil ich so ganz anders gestrickt bin. Heute war ich z.B. mit meinen zwei Sprösslingen zum ersten Mal im Thermalbad mit Kindersauna. Als ich los gehen wollte, gab es ein Gezeter und Gemaule, weil beide so gar keine Böcke hatten. Als wir dann dort waren und ich nach einigen Stunden wieder nach Hause wollte, bettelten sie mich an, noch länger zu bleiben. Wohlüberlegter Zwang kann also durchaus positive Effekte erzeugen. Hat Dich jemand schon zu Deinem Glück gezwungen?

2.2.19


BLOG#87

SEI DAS LICHT…

…nicht die Motte. Letztens habe ich bei einem erfolgreichen Unternehmercoach (@felixthoennessen) diesen Spruch entdeckt, der angeblich ursprünglich von Casanova stammen soll. Irgendwie hat mich dieses Bonmot zum Nachdenken angeregt. Und ja, ich finde auch, dass es besser ist, nur Zeitgenossen in das eigene Leben zu lassen, die auch wirklich hinein wollen. Menschen hinterherzurennen, die sich nicht wirklich für Dich interessieren, ist meiner Meinung nach Zeitverschwendung. Klar kann man versuchen, sich ein Bein rauszureißen, um jemand anderen zu gefallen, aber ist das sinnvoll? Wenn jemand nichts von Dir wissen und keine Beziehung zu Dir haben will, hat das in der Regel seine Gründe. Auch wenn es damals weh tat, bin ich für die direkten oder indirekten Absagen und Ablehnungen dankbar. Warum? Im Rückblick hatten manche Leute, egal ob weiblich oder männlich, ein besseres Gespür. Sie wussten früher, dass es einfach nicht passt. Insofern haben sie mir einen Gefallen getan, dass ich später nicht die unangenehme Aufgabe der „Abfuhr“ übernehmen musste. Das fällt mir nämlich viel schwerer als anders herum. Was ist Dir lieber? Jemanden „gehen“ zu lassen oder eine Zurückweisung zu erhalten?

3.2.19


BLOG#88

SEI DIE MOTTE…

… nicht das Licht. Häh? War das im gestrigen Post nicht genau anders herum? Ich liebe es, Dinge völlig verkehrt herum zu betrachten. Man kann ja wirklich alles so oder so sehen. Wie ich das schon wieder meine? Ich bin der Meinung, dass man überwiegend dahin gehen soll, wo es sich hell und freundlich anfühlt. Manche Menschen haben im wahrsten Sinne des Wortes ein sonniges Gemüt und man wärmt sich quasi an ihrer positiven Ausstrahlung. Es kann sich aber auch um eine Situation handeln, wo einem sprichwörtlich ein Lichtchen aufgeht. Insofern finde ich die Metapher, dass man dem „Leuchten“ sowohl innerlich als auch äußerlich folgen soll, gar nicht so doof. Man könnte es als eine Art Signal betrachten, das einen wie ein Leitstern durch das Leben führt. Leider ist es manchmal schwer, bei dem ganzen „Lärm“ und hektischen Chaos den Blick dafür zu behalten. Welche Leute sind für Dich anziehende Lichtgestalten? Hast Du eine relativ fremde Person in Deinem Umfeld, die Du gerne näher kennenlernen würdest? Wenn ja, sprich sie einfach an und sag ihr, was Du genau an ihr schätzt. Wenn es ein wahrhaft positiver Zeitgenosse ist, wird derjenige erfreut darauf reagieren. Ich bin heute dankbar, dass es mir nicht schwerfällt anderen mitzuteilen, was ich an ihnen gut finde.

4.2.19


BLOG#89

ENTTÄUSCHUNG…

… ist ein hässliches Wort. Dabei ist die „Beendigung“ der Täuschung doch eine gute Sache, oder? Wenn ich die Lage fehlerhaft einschätze, dann sollte es mich doch freuen, wenn dieser Trugschluss aufgehoben wird. Warum ist dann diese Erfahrung eher schmerzlich und unangenehm? Ist es etwa schöner in einer glücklichen Lüge zu leben, als mit einer unschönen Wahrheit konfrontiert zu werden? Ich bin absolut dafür, den Realitäten ins Auge zu schauen. Auch, oder GERADE, wenn es weh tut. Heute bin ich dankbar, wenn Dinge zum Vorschein kommen, die angegangen und bearbeitet werden müssen. Die volle Verantwortung für die Desillusion übernehme ICH an dieser Stelle. Warum? Schließlich war ich es, die sich geirrt und offenbar nicht genau hingeschaut hat. Wie gehst Du mit Menschen um, die Dich enttäuschen?

5.2.19


BLOG#90

IN DER KRISE…

… steckt so viel Potential und Chance. Heldentum zeigt sich in der Regel nicht, wenn alles geschmeidig ist und gut läuft. Erst auf dem Höhepunkt einer prekären Lage hat man die Gelegenheit herauszufinden, aus welchem Holz Menschen geschnitzt sind. Ist es nicht wahre Größe, wenn es jemanden gelingt, im unsicherem Chaos das Ruder herumzureißen? Bei Verzweiflung Mut und Zuversicht zu stiften, statt ins Lamento einzustimmen? Durch das Jammertal zu gehen und einzuknicken, wenn es „tough“ wird, ist verführerisch einfach. Selbstvertrauen lässt sich in Nullkommanix in Luft auflösen. Doch sollte die eigene und fremde Lebenszeit nicht besser genutzt werden? Heute bin ich dankbar, dass ich selbst nie wirklich bedrohliche Krisen erlebt habe. Ich war bisher in keiner brenzligen Situation, wo ich wahre Heldenqualitäten an den Tag legen musste. Warst Du schon einmal ein Alltagsheld, der über sich hinausgewachsen ist, um etwas Verlorengeglaubtes zu retten?

6.2.19


BLOG#91

SCHLAFEN…

…schlafen und nochmal schlafen. Für diese natürliche Heilmethode bin ich heute sehr dankbar. Was tust Du gegen grippale Infekte?

 7.2.19


BLOG#92

WENN MAN IM BETT LIEGT…

…hat man viel Zeit zum Nachdenken. Zwischen meinen Döse-Phasen bin ich auf folgende Formel gekommen: 

P(2) + A(5) = L(3) + S(2) = W(4)

Heute bin ich dankbar, dass mein Gehirn in einer Art und Weise arbeitet, die mich immer wieder selbst überrascht. Bist Du neugierig, was es mit dieser „mysteriösen“ Gleichung auf sich hat?

8.2.19


BLOG#93

NAHRUNG…

…ist Medizin. Alles, was wir in uns hineintun, hat mehr oder weniger Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Macht es da einen Unterschied, ob es sich darum um Lebensmittel oder geistige Nahrung handelt? Ich bin heute dankbar, dass ich Freude am gesunden Essen gefunden habe und ich auch auf meine Gedankenwelt achte. Was nützt es, wenn ich Vitaminbomben verzehre, um mich dann mit negativen Emotionen zu vergiften? Versuchst Du Deinen Körper und Deine Seele gleichermaßen zu nähren?

9.2.19


BLOG#94

BRANDBESCHLEUNIGER...

…Heute bin ich dankbar für diese wunderschönen feuerroten Pflanzen, die mich dazu anregen über Inspiration nachzudenken. Aber was ist das eigentlich ganz konkret? Der lateinische Begriff bedeutet so viel wie „Beseelen“ oder „Einhauchen“. Unter „Spiritus“ wird der Geist, die Seele oder schlicht der Atem verstanden. Der berühmte römische Gelehrte Cicero beschreibt die Inspiration als göttliche Eingebung, die der Poet hilflos und unbewusst ausgesetzt sei. Wow…?!? Ich habe damit immer nur einen schlichten Einfall verbunden, der potentiell auch andere berühren und „entzünden“ kann. Der Funke, der quasi überspringt und im besten Fall ein loderndes Feuer für eine gute Idee entfachen kann. Doch was passiert im Regelfall? Oft fühlen Leute sich angeregt und tun dann NIX… Ja, so geht die Inspiration sprichwörtlich flöten. Der Hoffnungsschimmer verglimmt, ohne Folgen und Verbesserung für das eigene Leben oder das anderer. Ohne das aktive ZUTUN entschwindet nämlich das Glühen und Brennen für eine Sache, so schnell wie es gekommen ist. Warum ist es so schwer, aktiv zu werden und Dinge sofort anzugehen? Inspirierend finde ich Accounts wie @die_oekorrekte oder @zerowastefrankfurt, die nicht nur predigen, sondern auch machen. Hier findet man ganz praktische Umweltschutztipps, die man sofort umsetzen kann. Welche Vorbilder sind für Dich wahre „Brandbeschleuniger“, die Dir helfen loszulegen und Dir im positiven Sinne Feuer unterm Hintern machen?

10.2.19


BLOG#95

ERST KOMMT DAS FRESSEN...
... dann die Moral. An diesen Vorwurf von Bertold Brecht musste ich denken, als ich in der Fasanerie putzige Bisamratten bei der Nahrungsaufnahme beobachten konnte. Genüsslich und gierig mampften sie allerlei gesundes Zeug wie Pilze, Paprika und Kohl, was lustig anzuschauen war. Heute bin ich dankbar dafür, dass ich im Grunde zur Bourgeoisie gehöre, die Brecht kritisiert. Meine Bedürfnisse sind soweit abgedeckt, dass ich es mir leisten kann, über ethisches Verhalten nachzudenken. Wem das Wasser jedoch zum Halse steht, hat verständlicher Weise keine Lust auf Vorhaltungen jeglicher Art. Hast Du wie ich leicht reden und musst Dich ab und zu daran erinnern?

11.2.19



BLOG#96

MIR GEDANKEN ZU MACHEN…

…ist mittlerweile zur tagtäglichen Routine geworden. Ich kann mich kaum an die Zeiten erinnern, wo ich noch keinen Instagram-Account hatte. Dabei ist das gerade ein Jahr her, dass ich damit begonnen habe. Einmal am Tag mache ich mir Gedanken darüber, was ich frei zugänglich veröffentlichen möchte. Bis heute war mir gar nicht bewusst, dass ich offenbar ein mitteilungsbedürftiger Mensch bin. Warum sonst „opfere“ ich ca. eine Stunde im Durchschnitt für Text und Bildererstellung? Eventuell gibt es dafür eine andere Erklärung. Angeblich haben wir ca. 70000 Gedanken pro Tag, von denen sich die allermeisten alle 24 Stunden wiederholen. Das Muster, die Qualität und Quantität dieser Denkprozesse ergeben dann unser Gedächtnis und unsere individuelle Persönlichkeit. Über Wochen, Monate und Jahre etablieren sich auf diese Weise mentale Strukturen, die recht eingefahren und nur schwer aufzubrechen sind. Glaubenssätze scheinen sich gebetsmühlenartig zu automatisieren und zu verhärten. Vielleicht bin ich ein Instagram-Fan, weil ich täglich versuche Dinge aus einer frischen Perspektive zu betrachten, um der alten Leier zu entkommen. Heute bin ich dankbar für die Illusion, dass sich mein Gedankenkarussell zumindest zeitweise in neue Sphären begibt. Die Vorstellung ein Gefangener der eigenen Tretmühle zu sein, behagt mir nämlich nicht besonders. Hast Du schon darüber nachgedacht, worüber Dein Geist die ganze Zeit immer und immer wieder sinniert?

12.2.19


BLOG#97

BITTERSÜSS…

… ist mein Verhältnis zu Schnittblumen. Als ich jung war, konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen, warum Leute teuer Geld dafür ausgeben, Pflanzen beim Sterben zuzusehen. Anfänglich ist mein Griff zu Rosen oder Tulpen quasi aus der Not geboren. Warum? Naja, mein schwarzer Daumen hat über die Jahre viele Blumentopfgewächse zur Strecke gebracht. Zuviel Wasser, zu wenig Wasser… Irgendwie war es naheliegend, auf Schnittblumen zu kommen. Was ich früher als Turnoff empfunden habe, ist heute ironischerweise für mich ein Plus. Das Thema Vergänglichkeit erinnert mich tagtäglich daran, den Wert der verwelkenden Schönheit bewusst zu genießen. Gerade, weil ich weiß, dass diese wunderbaren Naturgeschöpfe nach einer kurzen Zeit dahingehen, beachte ich sie mehr. Sie führen mir vor Augen, dass das Leben an sich irgendwann ein Ende hat. Beim Versuch mein Konsumverhalten in Richtung Nachhaltigkeit zu verändern, fällt es mir leider noch zu schwer auf diesen unökologischen Luxus zu verzichten. Meine Hoffnung ist, dass ich in Zukunft noch mehr im eigenen Garten anpflanzen werde, um mein Faible etwas zu reduzieren. Auch wenn ich weiß, dass ich dieser Vorliebe nicht nachgeben sollte, bin ich heute dankbar für diese farbigen Alltagsfreuden. Welche kleinen Sünden leistest Du Dir gegen besseres Wissen und Vernunft?

13.2.2019


BLOG#98

EIN HERZ FÜR…

…Ehrlichkeit hat Birgit von @relativ_jung pünktlich zum Valentinstag. In ihrem Blogartikel schreibt sie sich ihre unschönen Erfahrungen aus einer früheren Liebesbeziehung von der Seele. Das beeindruckt mich und erinnert mich daran, dass viele ein Kreuz tragen, von dem wir gar nichts wissen oder ahnen. Heute bin ich dankbar dafür, dass Menschen wie sie den Mut aufbringen, die Schattenseiten von Romantik und Leidenschaft zu thematisieren. Erst durch das Hinschauen, Bearbeiten, Loslassen und Bessermachen können solche traumatischen Erlebnisse überwunden werden. Dafür braucht es eine Gemeinschaft, die Verständnis und Halt gibt, statt anzuklagen. Ich hoffe, dass ihre Geschichte „Abgerechnet wird zum Schluss“ besonders Leuten hilft, die ähnliche Situationen durchgemacht haben. Welche psychischen oder physischen Gewalterfahrungen hast Du in Deiner Umgebung schon erlebt?

14.2.2019


BLOG#99

KANN HALSWEH GLÜCKLICH MACHEN?

… wohl kaum. Aber Unwohlsein kann sich wider Erwarten in etwas Cooles verwandeln. Aber von vorne. Morgens bin ich mit einem kratzigen Gefühl im Schlund aufgewacht und dachte missmutig: „Oh, nee. Ich habe keine Böcke wieder krank zu werden.“ Dann kam mir eine rettende Idee, für die ich heute dankbar bin. Ich hatte vor ein paar Wochen Salbeiblätter getrocknet und in ein Glas verstaut. Jetzt war der perfekte Moment gekommen, um zu testen, was diese ätherische Pflanze so drauf hat. Irgendwo hatte ich gehört, dass sie bei Halsbeschwerden Wunder bewirken soll. Daher ist sie nicht nur beliebt bei erkälteten Menschen, sondern auch bei Berufsgruppen, die mit ihrer Stimme arbeiten müssen, wie z.B. bei Sängern, Speakern oder Lehrern. Gesagt, getan. Alles ging in Nullkommanix: Blätter ins heiße Wasser und ein Schuss Honig dazu – fertig! Und der Geschmack? Ich muss sagen, ich habe noch nie so einen guten Salbeitee getrunken. Er schmeckte nicht nur, sondern milderte meine Beschwerden sofort (siehe IGTV-Story). Kennst Du gute Hausmittel, auf die Du schwörst?

15.2.2019


BLOG#100

DER DICKSTE FISCH IM TEICH…

… Vor einiger Zeit führte ich mit meiner Tochter ein Gespräch, wo es darum ging, auf welches Gymnasium sie nach der Grundschule kommen wollte. Ich versuchte ihr das dreigliedrige Schulsystem und die jeweils unterschiedlichen Anforderungsprofile zu erklären. Hierbei nahm sie eine interessante und unerwartete Haltung ein. Einer Klasse anzugehören, in der nur Kinder mit überdurchschnittlich intellektuellen Fähigkeiten hineinkommen, fand sie völlig unattraktiv. Lieber wäre sie die Schlauste im Raum, statt eine unter vielen oder noch schlimmer ein „Underdog“ zu sein. Der oder die Beste sein zu wollen und dafür eine schwache „Peergroup“ in Kauf zu nehmen, ist nachvollziehbar und ein stückweit logisch. Es ist Balsam für das Ego und total entspannt, wenn einem vergleichsweise alles zufliegt. Jetzt ist die Frage, ob es für einen selber nicht eine Sackgasse ist, wenn man diesen vermeintlich leichten Weg wählt? Ich persönlich bin es gewohnt, mich in Situationen zu begeben, wo ich in der jeweiligen Gruppe der Amateur, Anfänger oder Dilettant bin. Ob es sich um Fotografie, Schriftstellerei, Kochkunst, Design, Musik, Rhetorik, Blogging oder etwas anderes handelt, spielt dabei keine Rolle. Die Interessenskollegen sind mir meist haushoch überlegen. Finde ich das doof? Nein, es macht mir im Gegenteil Spaß. Ich bin dankbar für das, was ich von anderen lernen kann, die besser sind als ich. Sobald ich mich nicht mehr ein bissel anstrengen muss, weiß ich, dass es Zeit ist, nach neuen Ufern Ausschau zu halten. Ist es für Dich okay, nicht der dickste Fisch im Teich zu sein?

16.2.2019


BLOG#101

IN DEN SPIEGEL…

… zu sehen, kann manchmal schmerzhaft sein und wie Feuer brennen. Warum eigentlich? Weil man etwas sieht, was einem nicht gefällt? Weil man sich etwas anderes wünscht? Weil man an sich selbst Erwartungen stellt, die man nicht erfüllt? Aber woher kommen diese Anforderungen und Ansprüche? Säuglinge sehen sich in der Regel voll Wonne und Wunder an, wenn sie ihr Spiegelbild erblicken. Sie sind entzückt und quietschen vor Freude. Babyspeck, Doppelkinn und Cellulite sind für sie kein Thema. Auch wir Erwachsene sind oft hingerissen von den kleinen glatzköpfigen Geschöpfen mit Fettdellen am Po. Also, sind wir de facto in der Lage Körper völlig unabhängig von gängigen Schönheitsidealen zu lieben. Warum fällt uns das später denn so schwer? Was verändert sich eigentlich? Vielleicht ist es der natürliche Babycharme, der alles vergessen macht? Hier eine provokante These, die ich in den Raum werfen möchte: Anstatt Millionen Euros in die Kosmetikindustrie zu pumpen, sollten Menschen lieber in „kostenlose“ Liebe investieren. In anderen Worten: In die Zuneigung zu sich selbst und die Zuwendung zu anderen. Das hässlichste Gesicht der Welt kann schön werden, wenn auf ihm ein liebevolles Lächeln zu sehen ist. Heute bin ich dankbar, dass mir diese versöhnlichen Gedanken gekommen sind. Ich hoffe, damit gerade Menschen Mut zu machen, die von der Natur vermeintlich nicht gesegnet wurden. Wirst Du Dich gut finden, wenn Du das nächste Mal in den Spiegel schaust? Nicht nur Babys brauchen bedingungslose Liebe…

17.2.2019


BLOG#102

LOVE NEVER FAILS…

…Frei übersetzt bedeutet das soviel wie „Liebe versagt nie“. Warum ich diesen Ausspruch aus der Bibel zitiere? Eben bin ich auf ein Instagram-Post von einem meiner Lieblingspodcaster (@timferriss) gestoßen. Irgendwie hat mich der blaue Schriftzug im urbanen Graffiti-Stil mich nachdenklich gemacht, wofür ich heute dankbar bin. Ist es wirklich so, dass sich Liebe nie irrt, nie Fehler begeht und nie aufhört? Wahrscheinlich ist der Kontext entscheidend und der Spruch völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Ich bin weder Bibelexperte, noch fühle ich mich dazu berufen, es zu werden. Was ich jetzt interessant finde, ist, dass ich nicht genau definieren kann, was Liebe eigentlich ist. Jeder hat so grobe Vorstellungen im Kopf, die sich mit denen von anderen decken können, aber nicht müssen. Mir ist bewusst, dass meine Meinung bezüglich Romantik in mancher Hinsicht deutlich vom Mainstream abweicht. Zum Beispiel finde ich, dass die Liebe zwischen zwei Menschen oft von egoistischen Motiven getragen wird und alles andere als selbstlos ist. Sollte es jedoch nicht so sein, dass wahre Liebe frei lässt und keine Bedingungen stellt? Sollte es nicht so sein, dass man das Beste für den anderen möchte, völlig unabhängig von einem selbst? Ist das aber überhaupt möglich? Wenn man es ganz rational betrachtet, liegt manches Mal eine Art Tauschgeschäft vor, wo darüber verhandelt wird, was wer wie zu geben hat. Wenn etwas schiefläuft, d.h. jemand geht z.B. fremd, löst sich die vorher geschworene Liebe in Luft auf und verwandelt sich meist in Hass. Schwierig zu beurteilen, ob Liebe ohne Regeln und Verabredungen wirklich existieren kann. Wie sieht für Dich wahre Liebe aus?

18.2.2019


BLOG#103

SCHWIERIG…

… finde ich es, aus allen Texten, die ich hier veröffentlich habe, die besten 3 herauszufiltern und auszuwählen. Manche schätze ich besser ein als andere, aber wirklich überragend erscheint mir nix. Geht das nur mir so? Da ich mich bei einer Zeitung als freie Kolumnistin bewerben möchte, bräuchte ich jetzt Deine Hilfe. Welcher Beitrag ist Dir als besonders gut in Erinnerung geblieben? Du würdest mir wirklich einen großen Gefallen tun und ich wäre Dir dafür sssseeeeeehhhhhrrrr dankbar. Meine Hoffnung ist, dass ich so noch mehr anderen Leuten helfen könnte, über Dankbarkeit, Achtsamkeit und Perspektivwechsel nachzudenken. Die Idee, meine Gedanken mit möglichst vielen Zeitgenossen zu teilen, finde ich sehr reizvoll. Warum? Ich hätte dann das Gefühl, etwas Gutes bewirken zu können, -mag es noch so klitzeklein sein. Wirst Du mir sagen, welcher Post Dir bisher am besten gefallen hat?

 P.S. Falls Du Dich nicht mehr an den Titel erinnerst, würde mir das Thema auch weiterhelfen. Ich danke Dir im Voraus!

19.2.2019


BLOG#104

META-EBENE…

…heute möchte ich etwas probieren, das ein wenig sonderbar ist. Was? Einen Text über meine Texte zu verfassen.

Einmal habe ich über meinen Schreibprozess geschrieben, was ein bissel in die gleiche Richtung ging. Nun möchte ich untersuchen, ob es widerkehrende Muster, typische Inhalte oder sonstige nennenswerte Aspekte gibt. Warum und wieso?

Gestern habe ich Dich und meine restliche Leserschaft nach dem besten Beitrag befragt. Interessanterweise gab es keine einzige Übereinstimmung. Die lieben Menschen, die sich die Mühe gemacht haben, mir eine Rückmeldung zu geben, haben alle einen anderen Text benannt. Für dieses Feedback und Ergebnis bin ich sehr dankbar. Es zeigt mir, dass ich offenbar keine wenigen Sternstunden der Schreibkunst hervorbringe, ich aber ein relativ gleichbleibendes Niveau über einen längeren Zeitraum liefern kann. Das macht mich glücklich. Ich bin lieber dauerhaft mittelmäßig gut, als punktuell genial. Die Auswahl hat die Umfrage nun leider nicht erleichtert. Um die Qual der Wahl einzudämmen, also diese Selbstanalyse. So kann ich mich hoffentlich besser für die Zusammenstellung von typischen Leseproben entscheiden.

Was fällt mir also auf? HHmmmmhhh. Ich muss kurz nachdenken… kratz, kratz, kratz… Okay, das wird ein wenig länger dauern.

 Wofür brauchst Du ein einfach mehr Zeit?

20.2.2019


BLOG#105

CHAOS IM KOPF?

… Okay, ich hatte jetzt ein wenig Zeit über meine bisherige Arbeit zu reflektieren. Das war zuerst gar nicht so easy. Um das Chaos im Kopf in den Griff zu kriegen, kann ich an dieser Stelle eine simple Methode empfehlen. Kinderleicht und trotzdem effektiv ist die Abarbeitung der W-Fragen. Auf mich selbst angewendet, könnte das so aussehen:

Wer: 45- jährige Wahlwiesbadenerin, zweifache Mutter, Kunst- und Sportlehrerin, Sachbuch- Autorin und Content Creator

Was: Fotos (Obstteller, Blumen,…), Texte mit psycho-philosophische Themen (Dankbarkeit, Achtsamkeit, Glück, Inspiration), Videoclips (persönliche Alltags- und Erfahrungswelt)

Wie: subjektiv, vielschichtig, einfach, nachdenklich, informell, authentisch, anregend, in Frage stellend, informativ, fließend, leise, klein, entspannt, leichtverdaulich, kontinuierlich, kreativ, wohlwollend, überraschend, ausschnitthaft, zeitlos, nah, beobachtend, losgelöst, metaphorisch, positiv, kompakt, oberflächlich-tief, spielerisch-ernst, paradox, ehrlich, suchend, …

Wann: Täglich ca. 200 Wörter

Wo: Blog auf der Webseite: www.bo-deko oder Instagram @bo_deko

Warum: Kleine Geschichten sollen Fragen aufwerfen, die inspirierende Denkanstöße liefern. Der Leser soll auf diese Weise die Möglichkeit erhalten, über sein eigenes Verhalten und Empfinden bewusst nachzudenken.

Wozu: Im Idealfall hat der Leser „Achso“- oder „Aha“-Erlebnisse, die helfen sollen, sein Leben im Kleinen zu verbessern.

Rückblickend bin ich dankbar und erstaunt, wie viele Adjektive mir eingefallen sind, die sich teils widersprechen. Wie kann z.B. etwas tiefsinnig und oberflächlich zugleich sein? Wie findest Du meine Selbstanalyse? Ist sie mangelhaft oder zutreffend? Wie sieht es mit Dir aus? Was würdest Du über Dich herausfinden, wenn Du Dir selbst die W-Fragen stellen würdest? Wo kommst Du her, wo willst Du hin? Warum tust Du, was Du tust?

21.02.2019


BLOG#106

SPEEDDATING…

… ist nix für jedermann. Die einen sagen: „Was für eine scheußliche Erfindung der modernen Gesellschaft“. Die anderen meinen: „Sooooo viele Eindrücke und Begegnungen in einem Bruchteil der Zeit?“ Bevor jetzt ein falscher Eindruck entsteht. Ich bin verheiratet und nicht auf der Jagd nach amourösen Abenteuern. Gestern Abend war ich auf einer spannenden Veranstaltung von Katha (@kathastrophal) und Lisa (@meinfeenstaub). Diese wunderbaren Macherinnen hatten zu einem Blogger-Speeddating geladen, wo sich 8 Frauen intensiv untereinander austauschen konnten. Im Rotationsverfahren konnte man sich hinsichtlich „Look & Feel“ des eigenen Blogs oder Accounts gegenseitig Feedback und Tipps geben. Auch wenn die Sprechzeit von schlanken 7 Minuten wie im Fluge verging, hat mir das Konzept super gut gefallen. Manche mögen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und das als zu stressig empfinden. Ich mag es hochkonzentriert, kurz, knackig und abwechslungsreich. Bei normalen Stammtischen sitzt man in der Regel nur an einem Ende des Tisches und man hat kaum Gelegenheit, noch mit anderen zu sprechen. Gestern konnte wirklich jeder mit jedem reden. Auf diese Weise habe ich zusätzlich noch zwei neue interessante Bloggerinnen kennenlernen dürfen. Heute bin ich den beiden Organisatorinnen und den anderen tollen Frauen dankbar, die diesen Abend so schön für mich gemacht haben. Hier also ein unabgesprochener „Shout out“ (Insiderwitz):

@mrs.perlokraphy

@held_am_herd

@frau.kakao.macht.tv

@greenandwhales

@rheinhessenliebe

 

Wie findest Du das Speeddating-Konzept? Ein Versuch wert oder zum Davonrennen?

22.2.2019


BLOG#107

BELASTEND…

… empfinde ich es, wenn sich Leute abfällig über das Internet und Social Media äußern. Ich erlebe es immer wieder, dass im Bekanntenkreis sich darüber empört und mit der Stirn gerunzelt wird. „Wie kann man sich da nur so präsentieren und so viel von sich preisgeben?“ oder „Blogger oder Instagramer haben doch eine Profilneurose.“ Obwohl ich ja ein kleines „Lichtchen“ bin, wurde mir von verschiedenen Seiten nahegelegt, meine öffentlichen Posts nochmals zu überdenken. Hauptargumente waren vor allem, dass Schüler und Schülerinnen sich über meine Beiträge lustig machen würden und meine Privatsphäre leide. Ich bin dankbar für diese wohlmeinenden Ratschläge, weil ich dadurch gezwungen bin, meine offenherzige Art nochmals bewusst zu hinterfragen. Ich verstehe jeden, der sich selbst nicht zeigen möchte. Wer im Verborgenen agiert, bietet keine Angriffsfläche für Hater, Kritiker oder Verständnislose. Wenn man möglichst viele Menschen erreichen, berühren und im Idealfall positiv beeinflussen will, wird es mit einem Privat-Account jedoch sehr schwierig. Eine Möglichkeit wäre, unter einem Pseudonym zu publizieren. Das entspricht allerdings nicht meiner Lebensphilosophie. Ich bin für Offenheit und Transparenz und kein Typ, der sich bewusst versteckt. Aber vielleicht liege ich da auch falsch und ich sollte lieber die sichere Anonymität in Erwägung ziehen… Was meinst Du dazu?

23.2.2019


BLOG#108

VERLETZUNG…

…vor ein paar Tagen wurde ich gefragt, ob ich nicht einmal einen Beitrag über Verletzungen schreiben könnte. Da dachte ich: „Cool, meine allererste Auftragsarbeit.“ Zwar ist diese unbezahlt, doch dafür völlig freiwillig und somit eine spannende neue Erfahrung für mich. Nun, was fällt mir dazu ein? Gestern habe ich einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert, der recht interessant war. Ich bin mir nicht sicher, ob meine liebe Freundin die stabile Seitenlage im Sinne hatte, als sie sich das Thema wünschte, aber was soll´s. Verletzungen entstehen meist unerwartet und aufgrund einer misslichen Lage, oder? Wusstest Du, wo die meisten physischen Verletzungen stattfinden? Im Haushalt (33%) und nicht auf der Autobahn. Statistisch gesehen, werden über doppelt so viel Tote durch Unfälle in den eigenen vier Wänden verursacht, als durch den Straßenverkehr. Vermutlich fühlt man sich zu Hause zu sicher und ist deswegen leichtsinniger. Wenn man alleine wohnt, kriegt es schlicht keiner mit, wenn man beim Putzen von der Leiter fällt und bewusstlos verblutet… Heute bin ich dankbar, dass meine persönliche Unfallstatistik trotz Sportstudium recht unspektakulär ausfällt. Ein Muskelfaserriss und ein Fingerbruch, - an mehr kann ich mich momentan nicht erinnern.

Hattest Du schon gravierende Schnittwunden, Brüche oder Ähnliches?

P.S. Wenn Du wissen möchtest, wie man einen Schlaganfall erkennt, schau Dir meine 5 Tipps in den Instagram-Highlights an. Jeder kann einen kriegen, selbst Kinder!

24.2.2019


BLOG#109

FRÜHLING…

… ist Balsam für die Seele. Wenn nach langen Monaten der trüben Wolkendecken die wärmenden Sonnenstrahlen zum Tragen kommen, liegt ein besonderer Zauber in der Luft. Ich erfreue mich besonders an den Krokussen, die uns ihre Blüten als erstes entgegenstrecken. Wusstest Du, dass es 235 verschiedene Arten gibt? Mir gefallen die kleinen Blümchen, weil sie mich daran erinnern, dass uns nun bald ein freundlicheres Klima blüht. Es erscheint so, als würden kahle und trostlos wirkende Bäume nach ihrem Winterschlaf wieder zum Leben erweckt werden. Findest Du es auch wunderschön, wenn Knospen sichtbar werden und ihre zarten Blättchen in hellen Grüntönen zu leuchten beginnen? Heute bin ich dankbar dafür, dass ich dieses reichhaltige Blütenmeer zu sehen bekam, als ich an der Bushaltestelle ausstieg und um die Ecke bog.

Geht Dir auch das Herz auf, wenn die Natur zu sprießen anfängt?

 25.2.2019


BLOG#110

ABGEHÄNGT…

… fühle ich mich, wenn ich versuche Theorien von berühmten deutschen Philosophen zu verstehen. Mit Friedrich Nietzsches Aussage: „Wer ein WARUM hat zu leben, erträgt fast jedes WIE“, kann ich noch was anfangen. Wenn es aber um den „Übermenschen“ geht, komme ich an meine Grenzen. Dann tritt sprichwörtlich das Gegenteil ein, sprich es wird bei mir ziemlich schnell "unterirdisch". Warum müssen intellektuelle Texte oft so schwer verdaulich sein? Manchmal kommt es mir vor, als ob es sich um eine Art Geheimsprache handelt. Nur Eingeweihte oder besonders Hartgesottene können diese scheinbar entschlüsseln. Dabei könnte ich provokant in den Raum werfen, dass die Theorien runtergekocht, relativ simple Erkenntnisse zu Tage bringen. Jemand erzählte mir einmal, dass man Emmanuel Kants kategorischen Imperativ mit viel Freiheit so übersetzen könnte: „Was Du nicht willst, was man Dir tut, das füge auch keinem anderen zu“. Eigentlich eine sehr brauchbare Leitlinie, oder? Vielleicht müssen die Schriften mit verschachtelten Sätzen und Fremdwörtern gespickt sein, um zu verschleiern, dass es sich um Binsenwahrheiten handelt. Vielleicht sollte ich mich jedoch nicht über die größten Persönlichkeiten der Kulturgeschichte beschweren, sondern mir an die eigene Nase packen. Nach dem Motto: „Sind sie zu schwer, bist Du (noch) zu schwach!“ Heute bin ich dankbar, dass ich trotz meiner geistigen Limitierung ganz zufrieden mit mir bin. Ich kann ganz gut damit leben, ab und zu begriffsstutzig zu sein. Was ist Dir zu hoch?

26.2.2019


BLOG#111

KREATIVE PROBLEMLÖSUNG?

… Eine alles lösende Formel gibt es bekanntlich nicht. Schwierigkeiten und Herausforderungen ist man jedoch nicht schutzlos ausgeliefert. Man kann sich fremder Ansätze und Hilfsmittel bedienen oder sich selbst welche ausdenken. Als ich vor einigen Wochen krank im Bett lag, kam ich auf diese mathematisch anmutende Buchstaben- und Zahlenabfolge:

P 2 - A 5 - L4 - S2 - W4

Wer mich näher kennt, weiß, dass ich alles andere als ein Mathegenie bin. Das erklärt vielleicht auch, warum keiner wissen wollte, was sich dahinter verbirgt. Immerhin kann ich berichten, dass ich bereits in einem schwierigen Fall erfolgreich davon profitiert habe, wofür ich heute sehr dankbar bin. Vielleicht hilft es ja auch Dir, in einer brenzligen Situation klarer zu denken und besonnener zu handeln.

Nun lüfte ich also das Geheimnis und verrate, dass es sich um Platzhalter für Worte handelt:

P steht für Problem und Paralyse

A für das Anschauen, Analysieren, Angehen, Abarbeiten (das alles allein und mit anderen)

L bedeutet lebenslanges Lernen, Lesen, Lösen

S steht für „Schwamm drüber“ und das Schließen der Sache

W repräsentiert das Wissen, das Wertschätzen, Weiterverwenden sowie das Weitermachen

Ich merke, dass diese Aufzählung etwas sperrig und trocken rüberkommt. Damit Du besser verstehen kannst, was damit alles gemeint ist, werde ich eine kleine Erklär-Story anhand eines harmlosen Beispiels machen. Fällt Dir ein Problem ein, das Du mit dieser Methode vielleicht lösen könntest?

27.2.2019


BLOG#112

OH, MEIN GOTT…

… dachte ich mir, als ich etwas heute Morgen im Internet nachgeschaut habe. Was? Ja, das ist jetzt ehrlich gesagt ein wenig peinlich. Seit neun Tagen investiere ich bevor ich die Schule gehe Stunden in die Zusammenstellung von Bewerbungsunterlagen. Warum? Gerne würde ich als freie Mitarbeiterin für die Zeitung schreiben. Ina (@ranathecat.illustration) hatte mich vor Monaten netterweise darauf aufmerksam gemacht, dass ich doch als Kolumnisten geeignet wäre. Jetzt das Pikante daran: Ich habe in meinem ganzen Leben nie Zeitung gelesen, was mein Bildungsbürger-Vater bis heute ganz scheußlich und beschämend findet. Infolgedessen wusste ich auch nicht wirklich genau, was denn eine Kolumne überhaupt ist. Daher zur Sicherheit nochmals die Recherche, die mein Aha-Erlebnis entstehen ließ. Kolumne bedeutet so viel wie Spalte. Soweit ich das verstanden habe, wird in einem persönlichen, wiederkehrenden und kurzen Format über „Gott und die Welt“ geschrieben. Also etwas, was ich tatsächlich seit über einem Jahr schon mache. Kennst Du das, wenn Du Beschreibungen über irgendwen oder irgendwas liest und verwundert denkst: „Dieses Label oder dieses Etikett kannte ich nicht. Aber das bin ja ich?“ Jetzt bin ich gespannt, ob die von der Presse das auch so sehen… Heute bin ich dankbar, dass mir Ina den Floh ins Ohr gesetzt hat. Welche kleine Bemerkung eines wohlwollenden Mitmenschen hat Dich stark beeinflusst? Welche Rückmeldung von außen hat Deinem Leben eine neue Richtung gegeben?

28.2.2019



BLOG#113

MASKEN…

… sind interessante Untersuchungsobjekte. Auf der Creative World Messe hatte ich die Gelegenheit eine Ausstellung mit unterschiedlichen Kunstwerken zu betrachten. Bekannte Materialien wie z.B. Körbe, Federn und Knöpfe wurden auf ungewohnte Art und Weise miteinander kombiniert. Das wirkte auf mich recht originell, kreativ und ein wenig schrullig. Da gerade Fasching ist, kam mir der Gedanke: „Wie wäre es wohl, mit so einer Verkleidung herumzulaufen?“ Diese Idee verwarf ich sofort wieder. Das wäre für einen Moment lang ganz witzig, aber der Reiz würde vermutlich bei mir recht schnell verfliegen. Ich hätte keine Lust darauf, mir das Ding die ganze Zeit vors Gesicht zu halten. Ist es nicht so, dass wir auch auf anderer Ebene versuchen, ein bestimmtes Image von uns selbst zu vermitteln? Schleppen nicht alle Leute mehr oder weniger ständig eine Maske mit sich herum? Wer ist denn wirklich zu jeder Zeit überall, ob allein oder in Gesellschaft, immer gleich? Persönlichkeit kommt von „Persona“, was aus dem Griechischen stammt. Der Begriff lässt sich mit „Gesicht“ oder „Schauspielmaske“ übersetzen, was auf die Rolle und das typische (Selbst-) Bild eines Menschen hinweist. Falls ich eine Maske besitze, ist sie so fest mit mir verbunden, dass ich das Gewicht nicht mehr spüre. Dafür bin ich heute dankbar.

Hast Du manchmal das Gefühl, dass Du nicht Du selbst sein kannst? Lässt Du Menschen hinter Deine Fassade schauen?

1.3.2019


BLOG#114

DEN LETZTEN NERV…

…kostet es mich, wenn es darum geht, mit meinen Kindern über gemeinsame Unternehmungen zu verhandeln. „Meckeritis“ und „Mauleritis“ sind gefühlt ständige Weggefährten, wenn ich versuche, es allen recht zu machen. Begeistere ich z.B. meinen Sohn dafür zum Karnevalumzug zu gehen, hat meine Tochter unter Garantie ohne erkennbaren Grund absolut keine Lust darauf. Beim nächsten alternativen Vorschlag sperrt und wehrt sich dann das enttäuschte kleine Kind, was das Zeug hält, nur um sich am älteren zu rächen. Dies ließe sich quasi in einer Endlosschleife ohne befriedigendes Ergebnis fortsetzen. Am Ende sind alle gefrustet, weil es im Prinzip nur noch darum geht, das zu boykottieren, worauf der andere heiß ist.

Doch wie habe ich es schon an anderer Stelle geschrieben. Manche Prinzipien gelten überall: „Sind sie zu stark, bist Du zu schwach!“ Wenn es nicht läuft, kann ich mich über meine „kindischen Bälger“ beschweren und mich als Opfer sehen. Das würde mir jedoch nicht wirklich weiterhelfen. Besser wäre es, dieses wiederkehrende Verhaltensmuster bewusst zu analysieren und zu durchbrechen. Wie? Anstatt mich als Person und Mutter in Frage zu stellen, sollte ich lieber über Lösungswege nachdenken. Ganz viel Luft nach oben gibt es bei mir hier: Verhandlungsgeschick, Überzeugungskraft, Geduld, Gelassenheit, Sensibilität, Konsensfindung und Führungsstärke. Alles Fähigkeiten, die bei mir offenbar sehr ausbaubar sind. Tröstlich finde ich, dass fast alles erlernbar und nicht gottgegeben ist. Eigentlich sollte ich meinen Sprösslingen heute dankbar sein. Sie bieten mir täglich die Gelegenheit dazu, in den genannten Bereichen an mir zu arbeiten und besser zu werden. Soweit bin ich aber leider noch nicht… 

Bist Du ein guter Streitschlichter oder nimmst Du lieber Reißaus, wenn es Stunk gibt?

2.3.2019


BLOG#115

„DIE BESTEN DINGE IM LEBEN…

…sind gratis. Die zweitbesten sind sehr teuer.“ Dieses Zitat stammt angeblich von der Stilikone und Luxus-Designerin Coco Chanel. Ich habe mit kostspieligem Zwirn, Edel-Parfüm und exklusivem Schmuck ehrlich gesagt noch nie viel am Hut gehabt. Obwohl ich alle Menschen bewundere, die ein Gespür für Fashion und guten Geschmack haben, war ich nie ein „Shopping Victim“ im klassischen Sinne. Auf viele Luxusartikel kann ich, ohne mich verbiegen zu müssen, mühelos verzichten. Dafür bin ich heute recht dankbar. Vor einigen Jahren war ich diesbezüglich stocksauer auf meine eigene Mutter. Warum? Sie schenkte mir zum wiederholten Male einen Diamantring zum Geburtstag, obwohl ich ihr beim ersten deutlich gesagt hatte, dass ich damit absolut nichts, aber auch gar nichts anfangen kann. Natürlich wollte sie mir nur eine Freude machen und konnte meine verärgerte Reaktion überhaupt nicht verstehen. Ich hingegen war enttäuscht und traurig darüber, dass sie a) sich über meine Wünsche einfach hinwegsetzte b) sie ihr weniges Geld für „überflüssigen Kram“ ausgab. Mir wäre es viel lieber gewesen, sie hätte mir etwas Kostenloses wie gemeinsame Zeit geschenkt. Ist es leider nicht oft so, dass wir uns schwertun, uns in die Bedürfnislagen der anderen hineinzuversetzen. Ich merke selbst, dass mir das mit meinen eigenen Kindern alles andere als leichtfällt. Deshalb tut es mir im Nachgang leid, dass ich meiner Mama damals kein Verständnis entgegenbringen konnte.

Was sind für Dich die besten und die zweitbesten Dinge im Leben?

3.3.2019


BLOG#116

LANGSAMKEIT…

… ist für mich normalerweise ein Graus. Wenn etwas im Privatleben oder im Beruf nicht schnell genug geht, bekomme ich leicht die Krise. Alles muss „zacki-zacki“ und „hop-hop“ gehen. Ich werde gefühlt wahnsinnig, wenn ich irgendwo in der langen Schlange stehe und jemand macht am Schalter „piano-piano“. Leider werde ich in solchen Situationen in Nullkommanix ungeduldig und manchmal leider auch ungehalten. Warum eigentlich? Vielleicht weil das kostbarste, das wir auf diesem Planeten besitzen, unsere Lebenszeit ist? Dabei ist Zeit und das Zeitempfinden so dehnbar und von Fall zu Fall unterschiedlich. Wenn ich unter Druck stehe oder Spaß habe, verfliegen die Stunden wie Minuten. Wenn ich Schmerzen habe, erscheinen mir Sekunden wie eine Ewigkeit. Warum ist das so? Können wir unsere Zeit kontrollieren und diese positiv beeinflussen? Ich versuche im hektischen Alltag, bewusst kleine Achtsamkeitspausen einzubauen. Es hilft nicht immer, aber ich habe den Eindruck, dass ich dadurch besser entspannen kann. Für diese kleinen Inseln der Entschleunigung bin ich heute dankbar. Was auch immer gut tut, ist Humor. Den Spruch: „Ich bin auf der Arbeit, nicht auf der Flucht!“, habe ich irgendwo in einem Lädchen gesehen und fand ihn lustig und genial zugleich. Nicht nur Albert Einstein wusste, dass alles irgendwie relativ ist.

Was tust Du, um inneren und äußeren Zeitdruck abzumildern?

4.3.2019


BLOG#117

VERLOTTERT UND VERLAUST…

… sahen meine Kinder aus, als wir heute zum EXPERIMENTA Mitmach-Museum nach Frankfurt fuhren. Als wir in der Bahn saßen, fiel mein Blick auf eine nicht enden wollende Kette von Unansehnlichkeiten. Die Frisur meiner Tochter sah aus wie ein Nest, beide Kinderjacken hatten vom gestrigen Aufenthalt im schlammigen Garten diverse großflächige Flecken. Zudem brachten abgeschabte Hosenbeine Löcher zu Tage und Zahnpastareste im Gesicht machten mich nicht wirklich froh. Bei meinen beiden Sprösslingen war von Scham, Unwohlsein oder überhaupt von einem Problembewusstsein nicht die geringste Spur. Einerseits könnte ich die Hände über den Kopf zusammenschlagen, andererseits bin ich dankbar über diese kindliche Unbeschwertheit und Lässigkeit. Wir hatten einen sehr schönen Ausflug, mit viel Vergnügen an praxisorientierten Stationen (siehe Story). Ich machte mir klar, dass manche Dinge einfach sind, wie sie sind. Sollte ich mich die ganze Zeit darüber grämen und aufregen, dass ich es versäumt habe vorm Losgehen, alles genau zu überprüfen? Im Grunde genommen ist es doch oft so, dass wir uns völlig unnötig für Sachen schämen. Warum? Ich glaube nicht, dass irgendwer im Zug oder im „Science Center“ sich für uns und unsere dreckigen Schuhe interessiert hat. Jeder hat meist genug vor der eigenen Haustür zu kehren und bemerkt andere Nöte noch nicht einmal. Die Anonymität der Großstadt kann insofern ein wahrer Segen sein, weil jeder auch Mal rumrennen kann wie „Nachbars Lumpi“. Wie siehst Du das?

5.3.2019


BLOG#118

NIMM DIR NIX VOR…

…dann kann auch nix schiefgehen. Angeblich handelt es sich um einen witzigen Ausspruch aus Ostfriesland. Wieso ich darauf komme? Wie Du vielleicht schon mitgekriegt hast, bin ich gerade auf dem Challenge-Trip. Seit Anfang des Jahres knöpfe ich mir jeden Monat irgendwelche herausfordernden Sachen vor. Im Januar war es die „30 Tage um 5 Uhr -Aufsteherei“, die Gründung einer Mastermind-Gruppe und die Fortsetzung der YouTube-Serie „Umweltschutz im Kleinen“. Im Februar hatte ich Meditation & Visionboard sowie das Teilzeitfasten auf dem Plan. Seit diesem Monat dusche ich komplett kalt und arbeite an einem geheimen Projekt. Ich bin dankbar, dass bisher eigentlich alles ganz passabel geklappt hat, wäre da nicht ein Wermutstropfen. Ich habe nämlich zwei juckende Hautstellen entwickelt, seit ich meine Essgewohnheiten umgestellt habe. Das ist nicht weiter schlimm, nur ein wenig lästig. Meinen Internetrecherchen zufolge gibt es das Phänomen (Keto-rash) auch bei anderen, die einer „Ketogenen Ernährungsweise“ nachgehen. Jetzt schlage ich mich also ein bisschen genervt damit herum, eine Lösung dafür zu finden. Wieso? Weil mir das Fastenkonzept gefühlt sehr viel mehr bringt, als es mich kostet. Mir gefällt es so gut, dass ich dafür sogar blöde Nebeneffekte wie Ausschlag in Kauf nehme. Mir in Zukunft nix mehr vorzunehmen, nur weil auch etwas doof laufen könnte, ist für mich keine Option. Sollte es auf Dauer jedoch schlimmer werden, statt besser, werde ich die ganze Chose allerdings mit Wehmut wieder über Bord werfen. Krebsvorbeugung, Körperinnenreinigung, Zeitersparnis, Erstverschlimmerung, usw. hin oder her, irgendwo gibt es für mich auch Grenzen.

Ist für Dich „Detoxing“ ein Thema? Hast Du schon Erfahrungen mit Entgiftungs-, Entschlackungs oder Fastenkuren gemacht?

6.3.2019



BLOG#119

EIN ECHTER FREUND…

… ist mehr wert als 1000 Verwandte. Diese spannende Aussage habe ich irgendwo aufschnappt und ich frage mich, ob man das wirklich so sagen kann. Hier ein anderer bekannter Spruch: „Familie hat man, Freunde sucht man sich aus.“ Auch hier wundere ich mich, ob das wirklich wahr ist? Ich behaupte, dass man oft nicht aussucht, sondern ausgesucht wird. Im schlimmsten Fall findet man niemanden, der passt. Von freier Wahl kann hier also nicht die Rede sein. Wenn man zu denjenigen zählt, die wahre Freunde haben, kann man sich folglich sehr glücklich schätzen. 36% der Deutschen geben 3-5 Personen als enge Kontakte an. Manche Verbindungen halten länger als Ehen oder Liebesbeziehungen, andere kommen und gehen. Warum ist das so und was macht eine sehr gute Freundschaft eigentlich aus? Sympathie und Vertrauen statt Konkurrenz und Missgunst? Ehrlichkeit und Freude statt Lügen und Neid? Unterstützung, Treue und Hilfe statt Enttäuschung und Verrat? Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen. Ich bin dankbar, dass ich heute gefragt worden bin, ob ich über dieses Thema schreiben könnte. Warum? Weil ich finde, dass es sich lohnt, über diesen wichtigen Teil des Lebens nachzudenken. Für mich ist ein wahrer Freund jemand, dem ich alles ungefiltert anvertrauen kann, mit dem ich gemeinsam lachen und weinen kann. Jemand, den ich nachts anrufen könnte, wenn ich in Not wäre. Jemand, den ich für seinen guten Charakter bewundere. Jemand, der mir Bestätigung und Wohlwollen schenkt, aber es mir auch ins Gesicht sagt, wenn ich Mist baue.

Wie sieht für Dich ein wahrer Freund oder eine echte Freundin aus?

7.3.2019


BLOG#120

UNGLÜCKLICH…

… bin ich immer dann, wenn etwas nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle. Geht es Dir auch so? Wenn ich z.B. krank werde, macht mich das alles andere als froh. Wie wäre es, wenn man aber selbst Krankheiten in einem anderen Licht betrachten könnte? Völlig verrückt und verquer? Okay, ich muss länger ausholen… Mutter Natur ist sooooo genial, - leider vergessen wir das oft im Alltag. Wir schimpfen und jammern verständlicherweise z.B. über die Grippe oder den Kopfschmerz, weil wir uns schlecht fühlen. Leider denken wir gar nicht darüber nach, was unser Körper gerade für eine Hochleistung vollbringt. Durch Schwitzen, Übergeben, Durchfall etc. versucht die fleischliche Hülle uns eindeutige Signale zu senden, dass etwas nicht stimmt. Die in Dir wohnende Heilkraft tut alles, um Gifte loszuwerden und schädliche Erreger zu bekämpfen. Natürlich ist das alles andere als angenehm. Ist es allerdings ratsam, einen Krieger anzublaffen, der in die Schlacht zieht, um Dir den Hintern zu retten? Sollte man nicht lieber anerkennen, dass er sich dem Kampf mit aller Kraft stellt? Krieg ist wohl nie schön, sondern eher brutal und ein Zustand, den man lieber nicht hätte. Heute bin ich dankbar, dass ich natürlichen Prozessen, die vordergründig nur negativ erscheinen, auch etwas Positives abgewinnen kann. Ich habe wahnsinnigen Respekt davor, was im Hintergrund in den Untiefen des Gewebes alles ohne unser aktives Zutun geleistet wird. Schade finde ich es, dass ich in der Vergangenheit niemals eine Sekunde daran verschwendet habe, dieses Wunder entsprechend zu würdigen.

 Wirst Du Deinen Körper unterstützen, wertschätzen und lieben, gerade wenn er es am meisten braucht?

 P.S. Mir geht es gut und ich bin nicht krank! Das Thema „Kämpfen“ wurde von einer lieben Followerin gewünscht.

8.3.2019


BLOG#121

FREUNDLICHKEITSHOSEN…

…hatte meine kleine Tochter vor ein paar Tagen an. Was das sein soll? Die Achtjährige hatte die „Spendierhosen“ ihres Vaters einfach adaptiert und eine eigene Version erfunden. Wir waren unterwegs und da sie kein Geld dabei hatte, entschloss sie sich in großzügiger Manier Freundlichkeit „auszugeben“. Sie brachte ihrem Bruder einen Lolli mit, den sie selbst beim Mittagessen geschenkt bekommen hatte. Für sie war das eine ganz große Sache und Geste und zu meiner Verblüffung erst der Anfang. Außerdem half sie dem verdutzen Jungen beim An- und Ausziehen und umarmte ihn zwischendurch ganz liebevoll. Wenn ich so etwas sehe, geht mir sprichwörtlich das Herz auf und ich wünschte mir mehr von so viel Eintracht und Zuneigung. Im Scherz fragte ich sie, wo man noch mehr von diesen tollen Hosen kaufen könnte. Darauf antworte sie gewitzt: „Dann würdest Du Dir gleich einen Hunderterpack bestellen, was?“ Und ob! Schade, dass das nicht geht, oder doch? Ich bin mir sicher, dass das ein wahnsinnig lukratives Geschäftsmodell wäre, welches reißenden Absatz fände. Auf der anderen Seite ist es wiederum sehr tröstlich, dass man wahre Liebe nicht kaufen kann, wofür ich heute dankbar bin.

Zum Abschluss noch ein kleines Gedankenspiel: Wähle das nächste Mal, wenn Du Dich morgens anziehst, ein Kleidungsstück aus, dass Du z.B. feierlich zur „Freundlichkeitsbluse“ erklärst. Gehe dann durch den Tag und stelle Dir vor, dass dieses Oberteil „magische“ Kräfte entfaltet. Streife ab und zu über den Stoff und denke daran, besonders freundlich zu allem und jedem zu sein. Glaubst Du, dass so etwas funktionieren kann oder findest Du das total blöde?

Bei meiner Tochter, die bekannt für ihre Kratzbürstigkeit ist, wirkte ihre Freundlichkeitshose jedenfalls Wunder…

 9.3.2019


BLOG#122

SELBSTSTÄNDIG…

… bin ich nicht. Zumindest auf dem Papier. Ich bin eine auf Lebenszeit verbeamtete Studienrätin und ein sicherheitsliebender Mensch. Ob gerade Ferien sind oder nicht, ich bekomme mein Geld am Ende des Monats, unabhängig von der Qualität und Intensität meiner Arbeit. Meine Schülerschaft wird mir in Klassen „serviert“, ohne, dass ich sie mühsam als Kundschaft mit kostspieligen Marketing-Kampagnen anwerben müsste. Zudem erhalte ich einen fertigen Stundenplan und ich brauche keine Gedanken für die lästige Koordination von Terminen oder die Organisation von Räumen aufzuwenden. Ich kann sogar angeben, wie viele Stunden ich in etwa arbeiten möchte. Eigentlich ein Traum, nicht wahr? Dafür bin ich mehr als dankbar.

Warum fasziniert mich also Unternehmertum? Mit Big Business und der Geschäftswelt habe ich so gar nichts zu tun. Mich in der freien Wirtschaft gegen gnadenlose Konkurrenz zu behaupten, stelle ich mir als sehr anstrengend vor. Ständig die Angst im Nacken zu haben, die eigene Miete oder noch schlimmer das Gehalt der Mitarbeiter nicht bezahlen zu können? 24/7 für Kunden da zu sein und auch schwierige Klientel „tipi topi“ zu bedienen? Andauernd die Produkte oder Dienstleistung zu optimieren und neue Geschäftsfelder und Aufträge zu erschließen? Schon beim darüber Nachdenken und Schreiben geht mir die Puste aus. Ich bewundere die mentale Stärke, die es braucht, um mit diesem Lifestyle erfolgreich zu sein. Vielleicht sind wir eigentlich alle irgendwo mehr oder weniger Unternehmer oder Unternehmerin? Wieso? Du bist der Chef Deines eigenen Lebens. Du triffst strategische Entscheidungen, deren Konsequenzen Du tragen musst. Der wichtigste Mitarbeiter für Deine persönliche Zukunft bist DU. Wie förderst und forderst Du Dich? Bietest Du genug Angebote sowohl zu wachsen als auch zu entspannen? Motivierst Du Dich in einer positiven Art und Weise oder bist Du ein nörgelnder Boss, der nie dankbar und zufrieden ist?

 Bist Du alles in allem ein guter Chef in eigener Sache?

10.3.2019


BLOG#123

VERANTWORTUNG…
…zu tragen ist nicht leicht. Aber was heißt das eigentlich? Es klingt für mich eher unattraktiv und nach moralischer Verpflichtung, Ethos und Gewissen. Wenn es gut läuft, ist das Übernehmen der „Last“ selbstverständlich. Wenn es aber schiefgeht, muss man Rede und Antwort stehen. Das ist etwas, womit ich ab und zu hadere. Denn seit ich Kinder habe und die kleinen Wesen auf der Erde sind, ist nichts mehr wie vorher. Die Bedürfnisse der niedlichen „Katastrophen“ auf Füßen stehen an erster Stelle und nehmen viel mehr Raum ein, als ursprünglich vermutet. Mal eben in ein anderes Land ziehen oder eine Weltumseglung machen? Fehlanzeige. Wäre ich allein, wäre das sicherlich ganz nett und durchaus machbar. Ich liebe Freiheit in jeglicher Form und sympathisiere z.B. mit den digitalen Nomaden, die ungebunden und überall unterwegs sind. Auf der anderen Seite bin ich alles andere als ein Vagabund und sehr dankbar für meine Familie und mein festes Zuhause…
Im Alltagsleben habe ich mich bisher erfolgreich darum herumgedrückt, übermäßig Verantwortung zu übernehmen. Ich war z.B. nie im Elternbeirat, im Verein engagiert oder bei der freiwilligen Feuerwehr. Menschen, die sich für das Wohl anderer einsetzen, bewundere ich sehr. Warum scheue ich mich dann davor, es ihnen gleich zu tun? Vielleicht, weil ich so wenig fremdbestimmt sein möchte wie möglich?

Was bedeutet es für Dich, Verantwortung zu übernehmen?

11.3.2019



BLOG#124

WAS INTERESSIERT DICH?

Das habe ich mich gerade gefragt, als ich mich an meinen Computer gesetzt habe. Ich hatte einen vergnüglichen Nachmittag mit meinen Kids und wir haben neue Gemüse- und Obstschnitzwerkzeuge ausprobiert. Aber vielleicht findest Du etwas anderes viel interessanter… Was brennt Dir auf der Seele? Was beschäftigt Dich gerade und was geht in Deinem Kopf vor? Was belastet Dich? Bisher hatte ich drei Themen, die zwei Followerinnen sich gewünscht hatten: a) Verletzung b) Kampf und c) Freundschaft. Ob die beiden mit meiner Version des Themas etwas anfangen konnten, weiß ich nicht genau. Was ich weiß, ist, dass es mir wirklich Spaß gemacht hat, etwas auf „Zuruf“ zu fabrizieren. Für das entgegengebrachte Interesse und das Wohlwollen aller, die mich täglich bei meinen Gedankenspielen begleiten, bin ich heute sehr dankbar. Über was sollte ich nun als nächstes schreiben? Gibt es etwas Spezielles oder lässt Du Dich gerne irgendwo hinführen und überraschen?

P.S. Ich bin gespannt, ob von Dir ein Vorschlag kommt.

12.3.2019


BLOG#125

VERGEBEN UND VERGESSEN…

Versehen, versprechen, vermeiden, verloren, vermuten… Irgendwie fallen mir diese Worte ein, wenn ich über „Vergebung“ nachdenke. Tatsächlich wird jeder früher oder später in die Situation kommen, wo etwas nicht rund läuft. Die einen stecken es besser weg, als andere. Warum ist es denn so schwer zu verzeihen? Es kommt natürlich auf den Härtegrad an. Was tun, wenn es sich um schwerwiegende Fälle handelt? Wenn z.B. ein Vater ein Kind missbraucht, eine Frau eine Affäre mit dem Mann ihrer eigenen Schwester hat oder aber ein Ärzte-Team eine tödliche Fehldiagnose stellt? Was dann? Diese Dinge sind mir zum Glück alle nicht widerfahren, wofür ich heute sehr dankbar bin. Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass ich größte Schwierigkeiten damit hätte, es im Sinne der Vergebung gut sein zu lassen. Wenn mir oder anderen Unrecht zustößt, steigt in mir Wut, Empörung und sogar Rachsucht auf. Doch ist das die beste Art und Weise mit der ganzen Sache umzugehen? Nelson Mandela hat angeblich seine Gefängniswärter zu seiner Präsidentschaftsfeier eingeladen. Warum er am Tag seines größten Triumphs seinen Folterern in die Augen sehen und diese bei der Zeremonie dabeihaben wollte? Vermutlich wollte er ein Zeichen setzen. Sinngemäß soll er gesagt haben, dass er sich geistig weiter im Gefängnis befinden würde, wäre er nicht in der Lage zu vergeben.

Nicht in allen Fällen ist das Vertragen oder Vergessen ratsam. Allerdings lehne ich mich soweit aus dem Fenster und behaupte: Aufrichtiges Vergeben ist für das persönliche Glück absolut notwendig. Man tut dies in erster Linie nicht für den oder die anderen, sondern nur für sich selbst. Wenn man innerlichen Groll hegt und pflegt, wird sich das wie Gift ausbreiten und man macht sich seelisch kaputt. Wer es aber schafft, die negative Energie zu kanalisieren und in etwas Positives umzuwandeln, wird zum Helden, wie Mandela. Wie schaffst Du es, Menschen zu vergeben, die Dir ein Leid angetan haben?

13.3.2019


BLOG#126

ERSCHÖPFT...

und ausgelaugt. So fühle ich mich an manchen Schultagen, wenn ich nach Hause komme und die Tasche in die Ecke pfeffere. Das erinnert mich daran, dass ich nicht umsonst relativ gut für meinen "Halbtagsjob" bezahlt werde. Die Lärmbelastung durch 30 tobende Halbstarke im Sportunterricht sowie die basketballprellende Klasse in der nebenan liegenden Turnhallenhälfte ist mitunter beachtlich. Im Gegensatz zu anderen Kollegen habe ich nur wenige Sportstunden zu geben, wofür ich sehr dankbar bin. Es ist geradezu erstaunlich, wie andere das auf Dauer aushalten. Mir geht die Geräuschkulisse schon recht auf die Nerven und ich bin deswegen oft fix und fertig. Im Kunstraum kann es bei Gruppenarbeit auch ganz gerne schnell laut werden. Hier kann ich allerdings jederzeit die Reißleine ziehen und Stillarbeit einführen. Interessanterweise genieße nicht nur ich diese meditativen Phasen des Schweigens. Selbst 5-Klässler fragen aktiv danach, was ich bis heute sehr verblüffend finde. Als ich Schulkind war, hat mich Krach oder Tohuwabohu nie gejuckt. „Alte“ Leute, die immer ihre Ruhe haben wollten, habe ich damals nie verstanden. Das waren in meinen Augen spießige Langweiler, was ich heute geradezu ironisch finde. So durchlaufen wir wohl alle verschiedene Lebensabschnitte mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Ansichten.

 Wie wichtig sind Dir geräuscharme Zeiträume? Kannst Du Stille genießen oder magst Du lieber Remmidemmi?

14.3.2019


BLOG#127

ALLES HAT ZWEI...
Seiten. Einerseits freue ich mich auf das bevorstehende Barcamp Wochenende zum Thema Gesundheit, andererseits bin ich gerade fix und fertig. Ich werde zum ersten Mal einen Workshop anbieten und bin deshalb etwas gestresst. Wie so oft habe ich die ganze Vorbereitung ziemlich unterschätzt und pfeife jetzt aus dem letzten Loch... Trotzdem bin ich dankbar für die Gelegenheit, anderen Menschen etwas zu zeigen, was mir am Herzen liegt. Außerdem werde ich gemeinsame Zeit mit Sternchen (@sammle_sternstunden) verbringen, was mich wieder fröhlich stimmt.
Was betrachtest Du mit einem lachenden und einem weinenden Auge?

15.3.2019


BLOG#128

FIX UND FERTIG...
aber dankbar und glücklich werde ich heute ins Bett krabbeln. Ein unglaublich aufregender Tag liegt hinter mir und ich werde Dir die Tage ausführlicher darüber berichten. Bist Du neugierig?

16.3.2019


BLOG#129

ES WAR FURCHTBAR...
... Als ein Barcamp-Teilnehmer die Feedbackrunde mit diesem krassen Statement begann, stiegen viele Augenbrauen in die Höhe. Warum und wieso verrate ich Dir demnächst... Heute bin ich dankbar für ein sensationelles Wochenende mit wunderbaren Menschen und falle jetzt blitzartig ins Bett.
Wann warst Du das letzte Mal erschöpft und erschossen?

17.3.2019


BLOG#130

SPIELZEUGTAG… …war heute in der Kita meines kleinen Sohnes. Auf dem Weg dorthin zeigte mir der Knirps begeistert einen Gummi-Hai, den er sich speziell dafür eingepackte hatte. In fachmännischer Manier sprach der 5-Jährige über Kraken und Oktopusse. „Wusstest Du, dass Tintenfische 8 Meter lang werden können?“, fragte er mich, wohlwissend, dass ich keine Ahnung von diesen beeindruckenden Geschöpfen habe. Auf dem Gehweg machte ich acht große Schritte und wir staunten beide, wie lang diese Meeresbewohner werden können.
Zuhause erfuhr ich, dass Kraken einen Durchmesser von 9,5 Metern und ein unvorstellbares Gewicht von bis zu 270 kg auf die Waage bringen. Heute bin ich dankbar, dass man in Nullkommanix an Informationen kommen kann, wenn man das denn möchte. Ist das nicht der absolute Wahnsinn? Insofern ist Google für mich eine Art Spielzeug, das meine Neugierde und meinen Wissensdurst fast überall und jederzeit befriedigen kann. Manchmal erschreckt mich allerdings meine Abhängigkeit von dieser global agierenden US-Firma. Ich frage mich dann, wie ich früher ohne Suchmaschine und Internet ausgekommen bin? Inwieweit werde ich manipulierbar und zum gläsernen Menschen?

Wie siehst Du das? Macht Dir die Macht von Google Angst oder genießt Du den Service ohne kritische Hintergedanken?

19.3.2019


BLOG#131

EINEN ANFALL VON SCHWÄCHE…

…hatte ich, als ich nach stundenlanger Arbeit am PC einen fatalen Fehler machte und alles aus Versehen löschte. Ob nur Unachtsamkeit, Übermüdung oder der Widerwillen gegen die trockene und bürokratische Materie schuld war? Keine Ahnung. Auf jeden Fall hatte ich im Tran die falsche Taste gedrückt und alles war weg! Kennst Du dieses Gefühl, wenn Du lange und vertieft an einer Sache arbeitest, dass Du versäumst, das Dokument zu sichern? Heute bin ich dankbar, dass mir dieses Malheur nur alle Jubeljahre einmal passiert. In solchen Fällen fühle ich mich der Ohnmacht nahe und kann nicht fassen, dass man so blöde sein kann. Autsch! Da musste ich kurz aufstehen und draußen Luft schnappen und ein paar Sonnenstrahlen tanken. Erstaunlicherweise hat das ganz gut geholfen. Zum Glück konnte ich mich, nachdem ich mich beruhigt hatte, ganz passabel an das zuvor Geschriebene erinnern und die Arbeit abschließen.

Machst Du regelmäßig Backups oder ist Datensicherung für Dich ein Fremdwort? Was machst Du, wenn es Dich eiskalt erwischt?

20.3.2019


BLOG#132

VERMISSEN…

… mag ich irgendwie nicht. Es klingt nach Melancholie, Sehnsucht, Herzschmerz und unerfüllter Liebe. Ich wurde gefragt, ob ich nicht einmal etwas über diese Thema schreiben könnte. Jetzt überlege ich mir, warum ich der ganzen Sache eher skeptisch und widerwillig gegenüberstehe. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass ich damit folgendes verbinde: Abwesenheit von Freude und Glück. Irgendwer oder irgendwas, das außerhalb von Dir liegt, ist nicht da und kommt vielleicht nie wieder. Man trauert der Vergangenheit nach und sehnt sich nach den guten alten Zeiten, wo XY noch da war. Nicht so dolle, oder? Man übergibt sozusagen die Verantwortung für sein eigenes Wohlbefinden an eine äußere Instanz, was ich nicht besonders attraktiv finde. Aber kann man in diesem bittersüßen Gefühl auch etwas Gutes entdecken? In allem und jedem steckt ein Keim des Positiven. Man muss sich nur die Mühe machen, ihn freizulegen. Zum Glück neige ich nicht dazu mich nach Menschen, die ich liebe, zu verzehren, wofür ich heute dankbar bin. Aber kann man auch sich selbst vermissen? Why not? Nachdem ich Kinder in die Welt gesetzt hatte, wurde mir z.B. schmerzlich bewusst, dass ich Zeit für mich allein vermisse. Dies führt mir vor Augen, dass die Emotion des Mangels helfen kann, mir über bestimmte Dinge klarzuwerden. Früher war ich nicht gern allein, heute weiß ich es wirklich zu schätzen. Ich liebe es, wenn ich ungestört schalten und walten kann und so wenig wie möglich fremdbestimmt werde. Solche Phasen baue ich bewusst in meinen Alltag ein, um glücklich und ausgeglichen zu sein. Wenn ich also etwas vermisse, verstehe ich das als Kompass. Dieser zeigt mir, dass etwas noch nicht ideal ist und ich meinen Kurs anpassen muss. Was sagt es also über Dich aus, wenn Du eine Person oder eine Sache „übermäßig“ vermisst? 

Was kannst Du selber konkret tun, um aus Dir selbst heraus Zufriedenheit zu schöpfen, ohne auf etwas anderes angewiesen zu sein? Wie siehst Du das?

21.3.2019


BLOG#133

DER MACHT HACKFLEISCH AUS IHNEN…

… diese garstige Androhung galt zum Glück nicht mir. Wer war stattdessen gemeint? Als ich mit meinen Kindern auf dem Spielplatz war, begegnete ich einer älteren Frau mit drei puscheligen Hündchen. Als eine andere Hundehalterin mit einem großen bellenden Vierbeiner dazu kam, stieß sie diese furchterregende Warnung aus und hielt ihr Tier demonstrativ mit enger Leine bei sich. Die Seniorin war ganz überfordert mit der Situation und ich musste einen ihrer Lieblinge einsammeln gehen. Dieser hörte schlicht nicht und lief Gefahr, vom großen Hund attackiert zu werden. Als der aggressive Hund außer Reichweite war, klagte die Dame mit dem Rollator, dass sie große Mühe hätte, sich um ihre Tiere zu kümmern. Als sie mich fragte, ob ich jemanden kennen würde, der sie nehmen würde, musste ich sofort abwinken. Mit meinen beiden Sprösslingen habe ich genug zu tun und ich habe keine Lust auf eine weitere zusätzliche Verantwortung. Ich mag Hunde sehr gerne, aber gleich drei Schoßhunde würde ich mir bei aller Liebe nicht zulegen wollen. Ich riet ihr, eine Anzeige in der Zeitung zu schalten und so bald wie möglich, ein liebevolles neues Zuhause für ihr Trio zu suchen. Sich von seinen treuen Kameraden wegen Altersschwäche trennen zu müssen, stelle ich mir unglaublich schwer vor. Heute bin ich dankbar, dass ich noch nie in eine derartige Situation gekommen bin.

Hattest Du schon einmal ein Haustier, von dem Du Dich schweren Herzens verabschieden musstest?

22.3.2019


BLOG#134

NACH DEM SPIEL IST VOR DEM SPIEL…

… Das hat der bekannte Trainer Sepp Herberger als Fussball-Weisheit zum Besten gegeben. Was hat das mit mir zu tun? Letztes Wochenende war ich zum ersten Mal als Inputgeber beim Barcamp „Bleib gesund“ in der Nähe von Stuttgart am Start. Heute geht es weiter mit dem Social Media Marketing Barcamp in Wiesbaden, wo ich eine Session zum Thema Zeitmanagement anbieten möchte. Hatte ich genug Vorbereitungszeit? Nööhhh. Will ich es trotzdem versuchen? Jepp… Ich bin heute dankbar, dass ich manchmal auch Mut zur Lücke habe und nicht immer alles perfekt sein muss, damit ich es angehe.

Hättest Du Lust auf ein Seminar, das Dir hilft, Deine Zeit besser zu organisieren und zu nutzen?

23.3.2019


BLOG#135

NEIN SAGEN…

…stand unter anderem gestern auf der Liste, die ich für meine Barcamp-Session zum Thema Zeitmanagement erstellt habe. Minuten, Stunden, und Tage lösen sich in Nullkommanix in Luft auf, wenn man nicht ein Auge darauf hat. Ähnlich wie beim Geld, sollte man sich bewusst werden, wo es denn überhaupt hinfließt. In manchen Fällen kann es sogar Sinn machen, ein Protokoll zu führen, um ungünstige Angewohnheiten ausfindig zu machen. Das Wissen alleine macht den Kohl allerdings nicht fett. Alles ist wertlos, wenn man nicht konkrete Schritte aus seinen Erkenntnissen ableitet und diese dann auch in die Tat umsetzt. Dank der Zeitüberwachungsfunktion von Instagram weiß ich, dass ich eigentlich zu viele Stunden für diese soziale Plattform aufwende. Deswegen überlege ich mir, ob ich als nächste Challenge für April mein Konsum auf „schlanke“ 60 Minuten begrenzen oder sogar eine Hard Core -Variante von „30 Tage kein Instagram“ fahren soll.

Was steht auf Platz 1 Deiner Zeitfresser-Liste?

P.S. Dieses schöne Foto stammt von meiner reizenden Seelenschwester, Inna. Ich bin sehr dankbar, dass es Dich gibt, Sternchen (@sammle_sternstunden). Außerdem danke ich meinen interessierten Zuhörern und Sessionteilnehmern. Es war mir ein Vergnügen meine Erfahrungen und Tipps mit Euch zu teilen!

24.3.2019


BLOG#136

SENSIBLE MENSCHEN…

… haben es oft schwer im Leben. Ich bin eher robust gestrickt und ich muss mich bewusst anstrengen, um einfühlsam mit meinen Mitmenschen umzugehen. Mein Mann neckt mich manchmal damit, dass ich so empathisch wäre wie ein Holzhammer. Vieles kriege ich irgendwie gar nicht mit, weil ich gewisse Dinge und Emotionen scheinbar nur bedingt registrieren und wahrnehmen kann. Wie auch immer hat alles seine Vor- und Nachteile. Während der Autofahrt nach Esslingen hatte ich Gelegenheit, mit Sternchen angeregt über verschiedene Themen zu quatschen. Da kamen wir unter anderem darauf, dass es für sie manchmal ermüdend ist, besonders sensitiv zu sein.  Alles und jedes und besonders negative Schwingungen spüre sie sofort. Ich sagte ihr, dass das nicht eine Last, sondern eine „Superpower“ sei. Wenig später konnte mir Sternchen diese Gabe par Excellence an einem ungewöhnlichen Beispiel demonstrieren. Beim Barcamp ist es üblich, dass sich alle Teilnehmer kurz vorstellen, damit jeder einen ersten Eindruck erhalten kann. Als Neo ihren Namen und ihre drei Hashtags nannte, wusste Sternchen auf der Stelle, dass diese Frau besonders ist. Wie? Einfach nur, weil sie von ihrer Stimme hingerissen war. Mir wäre das überhaupt nicht ins Bewusstsein gekommen. In einer Session erhielt ich dann von dieser Massagemeisterin eine unvergessliche „Behandlung“, die mich sogar zu Tränen rührte. Für die Begegnung mit dieser Frau, die magische Hände besitzt, bin ich heute sehr dankbar. Es ist doch der Wahnsinn, dass Sternchen schon gefühlt vor allen anderen „Bescheid“ wusste, oder?

Hast Du hochsensible Antennen unter denen Du leidest oder kannst Du sie positiv für Dich nutzen?

25.3.2019


BLOG#137

ZWIEGESPALTEN…

… bin ich, wenn ich die Reaktionen auf meinen letzten Post lese. Einerseits bin ich betroffen, dass doch mehr Menschen unter ihrer Sensibilität leiden, als gedacht. Andererseits finde ich es ermutigend, dass einige so offen und ehrlich darüber berichten. Das zeugt von innerer Stärke und Bewusstheit, wofür ich heute dankbar bin. Ich glaube, dass es besonderer Anstrengung bedarf mit dieser „Gabe“ gut zu leben. In meiner Arbeit als Kunstlehrerin fällt mir immer wieder auf, dass die talentiertesten Schüler und Schülerinnen oft auch die Sensibelsten sind. Vermutlich hängt das eine mit dem anderen irgendwie zusammen. Auch der Blick in die Kunstgeschichte zeigt, dass die größten Genies oftmals unter Depression, Wahnsinn oder traumatischen Erlebnissen litten. Hier drei Beispiele:

·        Vincent van Gogh schnitt sich wegen eines Streits mit seinem Künstlerfreund Gaugin ein Ohr ab.

·        Caspar David Friedrich musste es verkraften, dass sein Bruder, beim Versuch ihn zu erretten, im Eiswasser ertrank.

·        Frida Kahlo kämpfte wegen zahlreicher Schicksalsschläge, die für mehrere Leben gereicht hätten, mit Depressionen.

Allen gemeinsam ist, dass sie es auf wundersame Art und Weise schafften, ihren Schmerz und ihre Traumata zu kanalisieren und in großartige Kunst zu verwandeln. Wenn Du zu den Hochsensiblen zählst, bist Du wahrscheinlich dafür prädestiniert, ein künstlerisches Ventil dafür zu suchen. Alle Künste (ob Schreiben, Dichten, Tanzen, Malen, Musik, Theater, etc) sind besonders geeignet für Menschen, die das beobachten, wahrnehmen und ausdrücken können, was anderen entgeht. Dass diese Bürde nicht immer angenehm ist, ist wohl der saure Apfel, in den man beißen muss…

Siehst Du Dich selbst als künstlerisch veranlagte und kreative Person?

26.3.2019


BLOG#138

DEN TANZ DER TOTEN…

… findet mein kleiner Sohn super. Der 4-Jährige liebt Michael Jacksons legendäres Thriller-Video, wo Zombis und verweste Kreaturen ihre Hüfte gekonnt zur Musik hin und herschwingen. Auch in der Kita macht der kleine Racker gerne den ein oder anderen Dance-Move und beeindruckt seine Erzieher mit Wissen über „Ghuls“. Was das ist, wusste ich vor kurzem auch nicht. Es handelt sich um leichenfressende Fabelwesen, die furchteinflößend und seiner Meinung nach einfach nur „cool“ sind. Als ich mit den Kindergärtnerinnen über die morbiden Vorlieben meines Sprösslings witzelte, hatte ich unerwartet ein Aha-Erlebnis. Bisher ging ich felsenfest davon aus, dass ich eines Tages verbrannt und in einer Urne begraben werden wollte. Im Sinne der Nachhaltigkeit bin ich da jetzt nicht mehr so sicher. Wäre es nicht besser, wenn man seine körperlichen Überreste möglichst minimalistisch und ohne viel „Tamtam“ der Natur zurückgeben würde. So könnten Würmer und Bakterien ihren transformierenden Dienst leisten und der natürliche Recycling-Prozess vonstattengehen, oder? Ehrlich gesagt, habe ich von dieser Thematik Null Ahnung. Heute bin ich dankbar, dass ich noch ein wenig Zeit habe, mir darüber klarzuwerden, wie ich beigesetzt werden möchte.

Wie sieht Dein „Plan“ für später aus, wenn Du sprichwörtlich „cool“ wirst? Weißt du vielleicht darüber Bescheid, wie man sein Ableben möglichst ökologisch gestalten könnte?

27.3.2019


BLOG#139

KURZ UND KNAPP…

… muss ich mich fassen, weil ich gleich weg muss. Ohha!..... Nochmal von vorne. Ich werde diesen Text kurzhalten, weil ich gleich weg „möchte“. Klingt schon ganz anders, oder? Heute bin ich dankbar, dass mir dieser Formulierungsfehler aufgefallen ist. Ist Dir schon einmal bewusst geworden, wie oft wir im Alltag davon sprechen, dass wir dieses oder jenes „müssen“? Streng genommen müssen wir vieles gar nicht. Bei den meisten Umständen handelt es sich um Entscheidungen, die bei uns und nicht bei anderen liegen. Keiner zwingt mich, dass ich zu dem Treffen gehe. Auch der Ausspruch: „Ich muss morgen arbeiten gehen.“ suggeriert, dass uns eine äußere Instanz mit der Peitsche antreibt. Wenn man es ganz nüchtern betrachtet, könnte man sagen, dass man es vorzieht, sein Geld zu verdienen und nicht von Sozialhilfe zu leben. Es ist also oft eine Sache der Wahl und nicht des Zwangs. Mit den Konsequenzen des eigenen Handels muss man dann klarkommen und dafür bereit sein. Benutzt Du oft das Wort „müssen“ statt „wollen“.

28.3.2019


BLOG#140 

DAS GEHEULE WAR GROß…

… als ich heute Morgen meinen Sohn in die Kita brachte. Was war passiert? Als wir in den Drachengruppen-Raum kamen, sahen wir ein Kind, das schluchzte und bitterlich weinte. Die Erzieherin nahm den todunglücklichen Dreijährigen auf den Arm, um ihn so gut es ging zu trösten. Der blonde Bengel mit Lockenköpfen hatte vergebens am Fenster gestanden, um seiner Mutter auf Wiedersehen zu winken. Leider hatte er ihr nichts von seinen Plänen gesagt und seine Mama war, ohne sich umzudrehen, ihres Weges gegangen. Was lernen wir daraus? Zum Beispiel, dass Kommunikation alles ist? Ich bin heute dankbar, dass mir dieses Szenario noch nicht zugestoßen ist. Mein Sprössling hat mir bisher immer Bescheid gesagt, wenn er winken wollte. Eine andere Sache, die ich aus dieser Begebenheit ableite, ist, dass wir oft gar nicht wissen, was wir „anrichten“. Die gute Frau hatte zum Beispiel nicht die geringste Ahnung, dass ihr kleiner Racker ihretwegen Rotz und Wasser heulte. Es spielt also auch keine Rolle, ob wir unschuldig sind oder nicht. Ich will nicht wissen, wie viele „Leichen“ ich im Keller habe. Falls jemand Dich enttäuschen haben sollte, kannst Du davon ausgehen, dass oft Unwissenheit im Spiel war. Falls nicht, kannst Du wiederum mutmaßen, dass dieser Person in ihrem Leben vielleicht Dinge widerfahren sind, von denen Du nichts weißt…

Welche Schlüsse ziehst Du aus dieser Geschichte?

29.3.2019


BLOG#141

I AM BAD…

…schallte es aus dem mobilen Lautsprecher und mein Sohn und mein Mann hatten sichtlich Spaß daran, das Tanzbein zu schwingen. Als ich die beiden beobachtete und der Musik lauschte, kam mir der Gedanke, ob es auch gut sein kann, „bad“ zu sein. Wahrscheinlich ist es manchmal sogar sehr vorteilhaft. Wie das? Wenn ich etwas schlecht mache und negatives Feedback bekomme, ist das für die meisten (mich eingeschlossen) höchst unangenehm. Kaum einer sieht darin etwas Wertvolles und oft geht man sofort in eine Verteidigungshaltung über. Beschwerden oder Vorwürfe sind jedoch äußerst nützliche Hinweise, wie man sich verbessern kann. Firmen stellen für teuer Geld Tester ein, deren Aufgabe es ist, die schlechten Seiten des Produkts herauszufinden und offenzulegen. Wozu? Nicht aus Spaß an der Schadenfreude, sondern um die Sache zu optimieren und um später am Markt zu bestehen. Wir hingegen tun vieles, um Kritik oder Verbesserungshinweisen zu entgehen. Warum? Weil wir so bleiben wollen, wie wir sind und es anstrengend ist, sich „weiterzuentwickeln“. Deshalb sollte man seinen Kritikern nicht nur die kalte Schulter zeigen und annehmen, dass die eh alle keine Ahnung haben. Wenn man sich die Mühe macht und die Punkte näher betrachtet, können sich neue Türen öffnen. Dann kann man immer noch entscheiden, ob an der Sache etwas dran ist oder nicht. Heute bin ich dankbar für die Einsicht, dass es wahrscheinlich nie ein Mangel an „kostenlosen“ Ratschlägen geben wird.

Geht es Dir durch Mark und Bein, wenn jemand Dich auf Bereiche aufmerksam macht, die schlecht und ausbaufähig sind? Oder kannst Du mit Kritik gut umgehen und diese als Chance sehen?

30.2.2019


BLOG#142

I PROUDLY PRESENT…

… meinen allerersten Gastbeitrag mit dem Titel „WUTZEBÄREN“. Wer ist der Autor? Ich bin heute dankbar, dass ich meinem Mann (@kaiodemer) einen Post aus den Rippen leiern konnte. Hat er sich darum gerissen? Nicht wirklich, aber es ist schon interessant, was dieser trockene Typ aus der Hüfte fabriziert, wenn man ihn nett bittet. Wie das zustande kam? Wir saßen am Frühstückstisch und waren beide mit unserem Latein am Ende. Sonntags ist bei uns immer Nutella-Tag und beide Kinder sehen immer wieder aus, als wären sie in den Topf gefallen. Verschmierte Schokolade an allen erdenklichen Körperstellen (Nasenspitze eingeschlossen) sowie auf Messergriffen, Gläsern, Tisch und natürlich Kleidung. Mit Galgenhumor witzelten wir darüber, dass es mit einer einfachen Aufforderung „sich nicht einzusauen“ offenbar nicht getan ist. Vielmehr scheint es eine Wissenschaft für sich zu sein, den Schmierfinken eine manierliche und fleckenfreie Nahrungsaufnahme näher zu bringen. Wer jetzt neugierig ist und wissen möchte, was der Familienvater für eine lustige Sicht auf die Dinge hat, sollte jetzt weiterlesen.

Legst Du auf gute Manieren und gepflegte Tischsitten großen Wert oder bist Du eher locker und entspannt unterwegs?

 

GASTBEITRAG von Kai W. Odemer

WUTZEBÄREN...

 ... sind eine weitverbreitete Spezies die sich eigentlich überall ansiedeln, wo Eltern wohnen, allerdings sind sie nicht exklusiv auf diese Orte beschränkt. Eltern unterliegen oft der irrigen Annahme, dass sie diese "Ferkelchen" mit einer einfachen Anweisung in blitzblanke Geschöpfe verwandeln... so auch heute wieder bei uns geschehen.

 "Iss doch einfach mal ordentlich." Statt der Umsetzung des leichtverständlichen 5-Wort Satzes Folge zu leisten, blicken wir nach Sekundenschnelle in verschmierte Gesichter.

 Hhhhmmm... das muss man wohl am Beispiel eines klebrigen Brotes näher ausführen:

 "Schau mal es ist doch ganz einfach, Du musst NUR darauf achten, dass Du:

- das Brot ausschließlich an nicht klebrigen Stellen anfasst

- die Seite mit der geringsten Ausdehnung zuerst in den Mund einführst

- den Kopf dergestalt austarierst, dass eine Berührung des Belags mit der Nase unmöglich ist

- dafür sorgst, dass die horizontale Ausrichtung des Belagsträgers stets tangential zur Erdkrümmung verläuft

   und da Du kein Roboter bist und Seitwärtsbewegungen Anpassungen erfordern, kann es hier natürlich zu Abweichungen kommen, die Du aber ganz leicht kompensieren kannst, wenn Du nur unter Berücksichtigung der:

     - Deviationen der tangentialen Belagsträgerausrichtung

     - Viskosität der Belagsmasse

     - Oberflächenspannung der Belagmassse

     - Masseträgheit des Belags

     - Haftkraft der Belagsmasse in Bezug auf die Oberflächenstruktur des Belagsträgers

     - Zentripetalkraft beim Beschleunigen des Belagsträgers Richtung Mund in einer diagonal nach oben (deshalb auch bitte nicht den Anpressdruck vergessen) geschwungenen Bahn Richtung Mund eine kompensierende Gegenbewegung machst, um ein Abtropfen der Belagsmasse zu verhindern.

 Sollte es trotz dieser leicht verständlichen Anleitung dazu kommen, dass die Belagsmasse sich nicht in Richtung des vorgesehenen Zielortes bewegt, ist eine kurze Abwägung unter Berücksichtigung der Faktoren:

- Wert / Vorhandensein der Tischdecke, Teppich, Kleidung

- Permanenz des Belagfärbeverhaltens in Bezug auf die aufnehmende Schicht

- Aufwand der Reinigung inklusive nachgelagerter Tätigkeiten (wie Bügeln, Bohnern, ...)

- Sentimentaler Wert des Gegenstands (Lieblingspulli, Geschenk der Schwiegereltern etc.)

- Möglichkeit der Einflussnahme auf die Flugbahn (natürlich ohne Gefährdung der restlichen Masse auf dem Belagsträger)

- zu erwartende emotionale Reaktion bei Verschmutzung des Gegenstandes ("Die Decke habe ich erst gestern frisch gebügelt!!!", "Ich hab' Dir schon 10 mal gesagt, dass Du Deinen Pulli beim Frühstück nicht einsauen sollst.")

muss man nach einer leichten Interessensabwägung nur dafür sorgen, dass diejenige Stelle getroffen wird, bei der der geringstmögliche Schaden verursacht wird.

 Alles weitere kannst Du für den Anfang einmal vernachlässigen, den Rest erkläre ich Dir nächsten Sonntag."

Okay... hat nicht wirklich geholfen. Bei genauerer Betrachtung überlege ich eine Stiftung für einen Lehrstuhl in dieser Richtung zu gründen ;-)

Die Materie ist vielleicht doch komplexer, als man es auf Anhieb meinen könnte und der nächste Schokocremetag kommst bestimmt...

31.3.2019



BLOG#143

NEUER MONAT – NEUES GLÜCK…

… Irgendwie finde ich Neuanfänge schön. Wenn ein Monat beginnt, tut sich für mich ein magisches Zeitfenster auf. Was ich damit meine? Ich bin ein Typ, der gerne Kreuze in seinen Kalender einträgt. Und zwar dann, wenn ich mein Tagespensum für eine bestimmte Sache, die ich mir vorgenommen habe, geschafft habe. Diese Flex-the-Ex-Methode mögen manche lächerlich simpel finden, bei mir wirkt es jedenfalls. Ist das etwas für jeden? Wahrscheinlich nicht. Jeder muss selber herausfinden, was bei ihm funktioniert und was nicht. Wenn ich meine 5 Uhr-Aufsteherei seit 1.1.2019 begutachte, blicke ich auf 79 roten Kreuze zurück. Mit meiner Ausfallrate von insgesamt 11 Tagen seit Anfang des Jahres kann ich gut leben. Ich bin dankbar dafür, dass ich diese Angewohnheit und die anderen Umstellungen (Meditationspraxis, Teilfasten, …) auch nach Beendigung der 30 Tage weiterführen konnte. Meine Kalt-Duschen-Challenge habe ich im März ohne Ausnahme komplett durchgezogen, was mich ganz zuversichtlich stimmt. Nun ist die Frage, was ich ab heute hinzunehmen sollte. Für eine „No-Instagram-Aktion“ bin ich noch nicht bereit… Deswegen wähle ich etwas anderes. Hast Du Lust zu raten, was das denn sein könnte?

  Wie schaffst Du es, Dich zu irgendeiner neuen Herausforderung aufzuraffen?

1.4.2019



BLOG#144

EKELHAFT…

… war heute Morgen der Blick in den Spiegel. Beim Anziehen sah ich zufällig einen schwarzen Punkt am Bein und dachte: „Diesen Leberfleck kenne ich noch gar nicht.“ Beim näheren Betrachten stellte ich angewidert fest, dass der vermeintliche Leberfleck Beinchen hatte. Ich hatte mir entweder bei der Gartenarbeit oder beim Ausflug in den Kletterwald eine fette Zecke eingefangen. Zum Glück war mein Mann noch nicht zur Arbeit abgeduftet und er konnte mir mit einer Spezialkarte das ungeliebte Wesen entfernen. Das war gar nicht so leicht, denn der Blutsauger wollte und wollte nicht loslassen. Schon erstaunlich, was die Klauen eines so winzigen Parasiten aushalten können. Später untersuchten wir die Kinder und mich auf weitere ungebetene Gäste und ich bin sehr dankbar, dass wir keine anderen Zecken fanden. Falls Du also das nächste Mal in den Wald gehst, solltest das im Hinterkopf behalten. Eine Leibesvisitation nach einer Wanderung oder Spaziergang kann in jedem Fall nicht schaden. Diese Milbenart versteckt sich gerne an Stellen, wo es warm, feucht, gut durchblutet und die Haut dünn genug ist (z.B. Knie- oder Armachseln).

Wusstest Du, dass es über 900 verschiedene Zeckenarten gibt, von denen viele leider auch Krankheitsüberträger sind?

2.4.2019


BLOG#145

AUSGEPOWERT UND FERTIG…

… fühle ich mich gerade. Ob es daran liegt, dass mich der Heuschnupfen mit juckender Nase und brennenden Augen heimsucht? Vielleicht habe ich mir in letzter Zeit ein bisschen viel zugemutet. Also ist meine Challenge für April: „Kürzertreten“ und mehr auf meinen Energie-Haushalt achtgeben. Aber was heißt das konkret? Zum Beispiel habe ich bewusst auf einen Handlettering-Workshop verzichtet, auf den ich eigentlich schon große Böcke gehabt hätte. Warum? Weil ich diese Woche schon eine andere Veranstaltung habe, auf die ich mich sehr freue. Auch Sachen, die Spaß machen, können irgendwann einfach „too much“ werden. Deswegen überlege ich auch, ob ich mein „Jeden Tag einen Instagram-Post“- Hobby modifizieren sollte. Seit Januar 2018 lade ich täglich mindestens ein Foto hoch. Seit Juni veröffentliche ich zusätzlich einen mehr oder weniger aufwendigen Text dazu. Bei 500 Posts ohne Unterbrechung kommen auf diese Weise über den Daumen gepeilt, etliche Stunden zusammen… Heute bin ich dankbar, dass nette Menschen darauf reagiert haben und diverse Follower immer wieder aktiv Anteil nehmen. Wenn ich so darüber nachdenke, frage ich mich jedoch, ob die „Schlagzahl“ überhaupt gewünscht und notwendig ist. Gefällt Dir die Kontinuität meiner Beiträge oder ist Dir das total schnuppe?

Bei welcher Sache solltest Du kürzertreten, auch wenn es Dir schwerfällt? Ziehst Du manchmal eine Zwischenbilanz und überlegst, an welchen Stellschrauben Du drehen könntest?

3.4.2019


BLOG#146

FRUST IST GUT…

…mit diesem „catchy“ Titel melde ich mich nach einer gefühlten Ewigkeit zurück. Dabei sind nach meinem letzten Text noch nicht einmal 10 Tage vergangen. Dies führt mir vor Augen, dass lieb gewonnene Gewohnheiten eine starke Anziehung auf uns ausüben können. Irgendwie fühlt es sich seltsam oder gar falsch an, wenn man das, was man über 300 Tage am Stück gemacht hat, plötzlich nicht mehr tut. Aber zurück zum Thema. Warum sollte Frustration gut sein? Versuchen wir das nicht zu vermeiden, wie der Teufel das Weihwasser? Dabei steckt in der Emotion des Ärgers so viel ungenutzte Energie. Wirklich schlecht ist Frust doch nur dann, wenn die negative Power nicht in die richtigen Bahnen gelenkt wird. Wenn wir uns hilflos fühlen und einfach nichts machen, richten sich diese machtvollen Gefühle schließlich gegen uns selbst. Unsere Gesundheit mit Hass, Ungeduld, Verachtung und Groll zu vergiften, ist offenbar ein Kinderspiel. Wie wäre es, wenn wir die in uns aufsteigende Kraft begrüßen würden, anstatt abzuwarten bis man unkontrolliert explodiert? Heute bin ich dankbar, dass ich kein cholerischer Mensch bin, der bei einem Wutausbruch alles in Schutt in Asche legt. Einen „Mutausbruch“ zu haben, finde ich hingegen ganz faszinierend und ab und zu ganz hilfreich.

Wo hat Dir Aggression und Zorn geholfen, ein unleidiges Problem in Angriff zu nehmen, um eine positive Veränderung herbeizuführen?

12.4.2019


BLOG#147

SICH NEU ZU ERFINDEN…

… kann ziemlich schwierig sein. Wie Du vielleicht gemerkt hast, bin ich gerade dabei, meinen Instagram-Auftritt anders zu definieren. Wie gefällt Dir der neue Stil? Findest Du es gut, dass ich mich jetzt auf Food fokussiere und mein Feed damit eine gewisse Stringenz erhält? Mein Ziel ist, dass alles klarer und nicht so durcheinander wirkt. Heute bin ich dankbar, dass ich mit der neuen Gestaltung bzw. „Look & Feel“ zufriedener bin als vorher. Trotzdem bin ich auch ein wenig wehmütig, dass ich mich vorerst von meinen Blumenfotos verabschiedet habe. Mein immerwährendes Problem ist, dass mich so vieles fasziniert und ich mich kaum entscheiden kann oder mag. Am liebsten würde ich allem nachgehen, was mich interessiert. Dies hat zur Folge, dass ich aufgrund der Fülle nichts wirklich „richtig“ mache. Daher unternehme ich nun den Versuch, mich bewusst auf ein Thema zu beschränken. Es gibt einen netten Spruch, der mein Dilemma gut illustriert: Wer zwei Hasen jagt, fängt keinen.

 Tanzt Du auch gern auf mehreren Hochzeiten oder fällt es Dir leicht, Dich auf einige wenige Dinge festzulegen?

16.4.2019


BLOG#148

ATOMWAFFEN…

… sind für mich das Übelste vom Übelsten. Generell verabscheue ich Kriege, Waffen und alles, was dazu gehört. Auch mit dem Militär habe ich so meine Probleme. Warum? Natürlich ist es irgendwie notwendig, um sich gegen aggressive Gefahren und Kräfte verteidigen zu können. Trotzdem bin ich froh, dass die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland abgeschafft worden ist. Ich finde es auf der einen Seite bewundernswert, dass es Leute gibt, die bereit sind, ihr Leben zu lassen, um ihrem Vaterland zu dienen. Auf der anderen Seite werden Soldaten am Ende des Tages dafür ausgebildet zu gehorchen und ihre Feinde auszuschalten, wenn es sein muss. Im blinden Vertrauen jemand anderen zu töten, weil es meine Regierung von mir verlangt, würde mich fertig machen. Heute bin ich dankbar, dass ich mein bisheriges Leben ohne Krieg und kämpferische Auseinandersetzungen führen konnte. Das ist leider nicht selbstverständlich. Überhaupt erleben wir gerade die längste Phase des Friedens (über 70 Jahre) nicht nur in Deutschland, sondern auch in den meisten anderen europäischen Staaten. Wie kommt das aber zustande? Ist die kriegerische Menschheit zivilisierter und reifer geworden? Ist der allgemeine Wohlstand eine Voraussetzung oder die Folge von Frieden? Vielleicht haben wir es auch den atomaren Massenvernichtungsmittel zu verdanken. Wie das? Früher waren lange Kämpfe auf Schlachtfeldern mit zahlreichen Toten und Verletzten der Standard. Heute genügt sprichwörtlich ein Knopfdruck, um die gesamte Spezies samt Ökosystem des Planeten auszulöschen. Wenn also einer abdrückt, sind wir alle im Eimer. Möglicherweise ist das, was ich am meisten hasse, der Grund dafür, dass ich ein schönes Leben habe. Ist das nicht ironisch?

 Was sind Deine Gedanken zum Thema Krieg, Frieden, Militär und Waffen?

22.4.2019

NUCLEAR WEAPONS ...

... are the worst of the worst in my eyes. Generally I hate wars, weapons and everything that goes with them. I also have my problems with the military. Why? Of course it is somehow necessary to be able to defend a country against aggressive dangers and forces. Nevertheless, I am glad that the general compulsory military service has been abolished in Germany. On the one hand, I find it admirable that there are people who are ready to give their lives to serve their homeland. On the other hand, at the end of the day, soldiers are trained to obey and shut down their enemies, if need be. Killing someone else in blind trust, because my government demands it of me, would get to me. Today I am grateful that I was able to lead my life without war and fighting. Unfortunately, this is not self-evident. In fact, we are experiencing the longest phase of peace (over 70 years) not only in Germany, but also in most other European countries. How did that happen? Has humanity become more civilized and mature? Is general prosperity a condition or consequence of peace? Maybe we owe it to the atomic weapons of mass destruction. How so? In the past, long battles on battlefields with many dead and injured were the standard. Today, one button press can extinguish the entire species and the planet's ecosystem. So if one pushes off, we're all dead sooner or later. Maybe what I hate the most, is why I have a nice and peaceful life. Isn´t that ironic?
What are your thoughts on war, peace, military and weapons?
04/22/2019


BLOG#149

PRAKTIKANT…

… zu sein, ist für viele alles andere, als attraktiv. Warum? Miese oder gar keine Bezahlung zu haben, keine Verantwortung zu tragen? „Fußvolk“ zu sein und in der Hierarchie gaaaaanz weit unten zu stehen? Wer tut sich das denn freiwillig an? Ich zum Beispiel. Wahrscheinlich bin ich doppelt so alt, wie die normale Durchschnittpraktikantin, aber hat mich das abgehalten? Nööhhhh. Ich finde es sehr reizvoll, sich für einen überschaubaren Zeitraum in einen fremden Bereich hineinzubegeben. Alle vorher genannten Nachteile sehe ich als Vorteile an. Wenn ich nicht bezahlt werde, ist die Hemmschwelle eines potentiellen Arbeitgebers nicht so hoch, mich in sein „Universum“ hineinzulassen. Zudem werden von mir keine Wunder oder Hochleistungen erwartet. Fehler oder Unwissenheit werden einem eher verziehen, als wenn ich in der Hackordnung weiter oben stünde und vom Fach käme. Letztes Jahr war ich beim Self-Publishing-Day (einem Autoren-Kongress) als Praktikantin unterwegs und fand es einfach super. Meine Aufgabe war damals:

·        mit anzupacken

·        die Teilnehmer zu begrüßen und zu betreuen

·        Fotos und Videos zu machen

·        mitzuhelfen, dass alles läuft

Das an sich hat mir alles Spaß gemacht. Das Beste war allerdings, dass ich auf diese Weise mit so vielen interessanten Menschen in näheren Kontakt gekommen bin. Als „Interner“ haben sich z.B. tolle Gespräche direkt mit vielen Speakern ergeben. Als normale Kongress-Besucherin hätte ich dafür vermutlich weniger die Chance erhalten, wofür ich dem Organisator (@lutzkreutzer) heute noch dankbar bin.

Übermorgen werde ich wieder als freiwillige Helferin unterwegs sein. Nämlich als „Volunteer“ beim Founder Summit 2019 (@entrepreneur.university) in der Kongresshalle in Wiesbaden. Ob ich Mike Tyson (@miketyson) hinter den Kulissen begegnen werde, steht noch in den Sternen. Gespannt und aufgeregt bin ich allemal.

Meine Frage des Tages:

Gibt es ein Berufsfeld, wo Du gerne ungezwungen hineinschnuppern würdest? Wenn ja, schreibe mir doch bitte welchen.

P.S. Ach, ja. Falls der Glaubenssatz: „Für ein Praktikum bin ich zu alt“ Dich zurückhält, frage Dich: „Warum eigentlich?“ Ich finde, zum freiwilligen Lernen ist Mann oder Frau nie zu alt. 

Werbung unbezahlt und unbeauftragt

23.4.2019


INTERN…

Being an intern is anything
but attractive to many. Why? Lousy or no pay, no responsibility? Being
"infantry" and standing in the hierarchy far below? Who volunteers to
do that? Me for example. I'm probably twice as old as the average intern, but
did that stop me? No. I find it very appealing to indulge in a foreign area for
a manageable period of time. All the aforementioned disadvantages, I see as
advantages. If I am not paid, the inhibition threshold of a potential employer
is not so high as to let me into his "universe." In addition, no
miracles or high performance are expected from me. Mistakes or ignorance are
more forgiven than if I was higher up in the pecking order and an expert. Last
year, I was a trainee at the Self-Publishing Day (an Authors' Congress) and
thought it was great. My job was then:


· To tackle with
· To greet and look after the
participants

· Take pictures and videos
· Helping to make everything
work


That in itself was fun for
me. The best part was that I got in touch with so many interesting people in
this way. As an intern, e.g. I had great conversations directly with many
speakers. As a normal congress visitor, I would probably have received less the
chance, for which I am still grateful to the organizer (@lutzkreutzer) today.

The day after tomorrow I will be traveling again as a volunteer. Namely as a "volunteer" at the
Founder Summit 2019 (@ entrepreneur.university) in the Congress Hall in
Wiesbaden. Whether I'll meet Mike Tyson (@miketyson) behind the scenes is still
in the stars. I am excited and excited.

My question of the day: Is there a professional field where you would like to explore it informally? If yes, please write me some.

P.S. Oh yes. If the belief: "For an internship, I'm too old" holds you back, ask yourself,

"Why, actually?" I think, for voluntary learning, nobody is never too old.

 

Advertising unpaid and unsolicited

04/23/2019

 

BLOG#150

NIEDERLAGE  …
…ist kein schönes Wort und drückt ungute Gefühle aus. Warum schreibe ich darüber? Meine freiwillige Arbeit als Volonteer beim Founderssummit 2019 hat mich sprichwörtlich umgehauen. Eigentlich wollte ich gestern nur ein spätes Nickerchen machen und habe dann bis morgens durchgeschlafen. Als ich aufwachte und meine bröselige Wimpertusche auf meinen Augen bemerkte, war ich überrascht und schockiert. Es ist Jahrzehnte her, dass ich ohne Abschminken und Zähneputzen ins Bett gegangen bin. Leider war ich die letzten Tage gesundheitlich angeschlagen und das stundenlange Schleppen, Laufen, Stehen und Packen war in Summe einfach zu viel für mich. Es ist schmerzhaft zu spüren, dass ich keine 20 mehr bin. Der Tatsache ins Auge zu sehen, dass ich wohl auch ein wenig verweichlicht bin, was körperliche Schinderei anbelangt, ist auch nicht gerade erbaulich. Doch was lässt sich Gutes in der „Niederlage“ erkennen? Vielleicht, dass der Blick von „unten“ neue Perspektiven ermöglicht? Ich habe vergessen, wie es ist, „niedere Tätigkeiten“ auszuführen. Säckeweise Müll anderer Leute aufzusammeln, ist nicht leicht. Es ist schon alarmierend zu erfahren, dass ein Großteil der Eventteilnehmer, ihre halbgetrunkenen Becher und Dosen einfach unter ihrem Sitzen stehenlassen. Das Motto: „Das Aufräumen wird schon irgendwer anderes richten“ finde ich beschämend.
Wahnsinnigen Respekt habe ich vor den über 200 Helfern, die tagelang, teils tief in die Nacht ohne Murren und Knurren schuften. Allerdings finde ich es grenzwertig, dass diese Menschen dies alles völlig unbezahlt tun. Doch nicht nur das. Viele reisen extra aus anderen Städten an, zahlen für ihre Unterkunft, ihre Anfahrt und sogar für ihr Parktickets. Manche nehmen sich sogar Urlaub, um solche Veranstaltungen tatkräftig zu unterstützen und überhaupt zu ermöglichen. Ich bin sehr dankbar, dass es so engagierte und sich aufopfernde Zeitgenossen gibt. Ohne sie wäre die Kulturlandschaft deutlich ärmer und ausgedünnter. Schade ist, dass die meisten „Zuschauer“ gar nicht wissen, was alles nötig ist, damit sie ein derartiges Spektakel konsumieren können. Viele denken, dass die Ticketeinnahmen die Kosten decken würden, was wahrscheinlich ein Witz ist.

Was habe ich für mich persönlich aus dieser ganzen Aktion gelernt? Vielleicht, dass ich als Typ eher ungeeignet bin, mit meiner Muskelkraft zu helfen. Mein Fazit ist, dass ich besser als „Schreibtischtäterin“ aufgehoben bin, wenn ich einen kleinen Dienst an der Menschheit leisten möchte.

Wo und wie kannst Du Dich und Deine Persönlichkeit am besten für ein Projekt einbringen, das vielen Menschen zugutekommt?

28.4.2019


DEFEAT ... ... is not a nice word and expresses bad feelings. Why am I writing about it? My voluntary work as a Volunteer at the Founders Summit in 2019 blew me away proverbially. Actually, yesterday I just wanted to take a late nap and then slept until morning. When I woke up and noticed my crinkly eyelashes, I was surprised and shocked. It's been decades since I went to bed without removing my make-up and brushing my teeth. Unfortunately, the last few days I was in poor health and the hours of dragging, running, standing and packing was simply too much for me. It's painful to feel that I'm not 20 anymore. To face the fact that I'm probably a little bit soft about physical labor is not very uplifting either. But what can be good about the "defeat"? Maybe that the view from the bottom offers new perspectives? I forgot what it is like to do "lower activities". Bagging up other people's garbage is not easy. It is alarming to learn that most of the event participants, leave their half-drunk cups and cans just under their seats. The motto: "Someone else will do the clean up" I find shameful.

I have tremendous respect for the more than 200 helpers who toil for days, sometimes deep into the night without grumbling and growling. However, I bothers me that these people do this completely unpaid. But that's not all. Many people travel extra from other cities, pay for their accommodation, their travelcost and even their parking tickets. Some even take holidays to actively support and facilitate such events. I am very grateful that there are such dedicated and self-sacrificing contemporaries. Without them, the cultural landscape would be significantly poorer and thinned. It is a pity that most of the "spectators" do not know what it takes to be able to consume such a spectacle. Many think that the ticket revenue would cover the costs, which is probably a joke. What did I personally learn from this whole action? Maybe that as a guy I'm rather inappropriate to help with my muscle power. My conclusion is that I am better off as a "desk screamer" if I want to do a small service to humanity.

Where and how can you best apply yourself and your personality to a project that benefits many people?

04/28/2019



BLOG#151 

MEDITIERST DU SCHON…

…ohne es zu wissen? Das habe ich mich gestern Abend gefragt, als ich beim Donnerstalk (@heimathafenwi) war. Zwei Referenten erzählten von ihrem Umgang mit Stille, Achtsamkeit und bewusstem Innehalten. Michael von @studiokomplementaer stellte originelle „SelfSync“-Objekte vor, die Menschen helfen sollen, sich selbst besser zu „sychronisieren“. Wie man sich das konkret vorstellen kann? Zusammen mit seiner Frau hat der Designer unterschiedliche analoge Geräte in liebevoller Handarbeit angefertigt, die ästhetisch aussehen, Aufforderungscharakter haben und vor allem einen „seelischen“ Zweck erfüllen. Zum Beispiel kann man bei einem Objekt einen von drei roten Knöppen drücken und herauskommt eine Kugel, die eine Aufgabe beinhaltet. Was? Zum Beispiel: „Mache einen Spaziergang oder atme bewusst und sei im Hier und Jetzt“. Auch größer angelegte Installationen auf öffentlichen und urbanen Plätzen laden Passanten dazu ein, sich zeitweise in einen Raum der Ruhe und Entschleunigung zu begeben. Das alles finde ich sehr „abgefahren“ und sinnvoll in der heutigen hektischen Zeit. Auch der zweite Referent Marcus von der Akademie Kloster Eberbach konnte in seinem Impulsvortrag interessante Aspekte aufzeigen. Anschaulich stellte er dar, welche Notwendigkeit und Vorzüge es hat, wenn man bewusste Inseln der Stille und Mediation in seinen Alltag einbaut. Idealerweise findet durch das Loslassen ein fließender Austausch beider Gehirnhälften statt. So entstehen dann Alphawellen, die eine positive Wirkung für das seelische Wohlbefinden entfalten können. Um die 50 Leute konnten gestern in einer 5-minütigen Schweige-Mediation einen kleinen Vorgeschmack von der Kraft der bewussten und freiwilligen Stille erhalten. Das alles hat mich fasziniert und beeindruckt. Wenn ich auf meine 300 Tage-Challenge „Jeden Tag ein Dankbarkeitstext verfassen“ zurückschaue, kommt mir der Gedanke, dass das auch eine Art Mediationspraxis war. Wenn ich schreibe, vergesse ich alles um mich herum und ich fühle mich hinterher nicht ausgelaugt, sondern eher erfrischt. 

Tust Du vielleicht auch schon meditative Dinge, die Dich aus dem Trubel herausholen und Dich „erden“? Was hilft Dir, zur Ruhe zu kommen und Dich selbst zu „synchronisieren“?


DO YOU MEDITATE ...
…without knowing it? That's what I asked myself last night when I was at Donnerstalk (@heimathafenwi). Two speakers talked about their handling of silence, mindfulness and conscious pausing. Michael from @studiokomplementaer presented original "SelfSync" objects designed to help people "synchronize" themselves better. How to actually imagine that? Together with his wife, the designer has lovingly crafted various analogue devices that look aesthetically pleasing and, above all, fulfill a "spiritual" purpose. For example, if you have an object, you can press one of three red buttons and a ball comes out that contains a task. What? For example: "Take a walk or breathe consciously and be in the here and now". Even larger installations in public and urban places invite passers-by to temporarily move into a space of calm and deceleration. All this I find very "crazy" and useful in today's hectic times. The second speaker Marcus from the Akademie Kloster Eberbach was able to point out interesting aspects in his keynote speech. He clearly illustrated the necessity and advantages of incorporating conscious islands of silence and mediation into his everyday life. Ideally, releasing causes a fluid exchange between the two halves of the brain. So then arise alpha waves, which can develop a positive effect on the mental well-being. Around 50 people yesterday in a 5 minute silent mediation could get a taste of the power of conscious and voluntary silence. All this fascinated and impressed me. When I look back on my 300-day "Write a Gratitude Every Day" challenge, it strikes me that it was also a kind of mediation practice. When I write, I forget everything around me and I feel afterwards not leached, but rather refreshed.

Are you already doing meditative things to get you out of the bustle and "ground" you? What helps you to calm down and "synchronize" yourself?

3.5.2019


BLOG#152

ERWARTUNGSVOLL…

…und neugierig trete ich durch das imposante Eingangsportal der lokalen Zeitung, das sich mitten in der Wiesbadener Fußgängerzone befindet. „Kein schlechter Arbeitsplatz“, denke ich mir, als ich die schönen Mosaiksteine und die ornamentale Fassade des historischen Pressehauses betrachte. Von einer Mitarbeiterin werde ich herzlich begrüßt und durch einige verschließbare Glastüren geführt. Schließlich lande ich in den Büroräumen der Redaktion, die im ersten Stock liegen. Der nette Empfang entspannt mich und ich lasse mich auf einen Drehstuhl fallen. Ich bin einige Minuten zu früh für mein Vorstellungsgespräch mit dem Leiter der Abteilung, weil ich auf gar keinen Fall zu spät kommen wollte. Eine Sekretärin holt mir ein Getränk und schafft es sofort, mir mit ihrer fröhlichen Art ein gutes Gefühl zu vermitteln.

Kurze Zeit später sitze ich beim Chef-Redakteur und wir unterhalten uns angeregt über die verschiedenen Rubriken des täglich erscheinenden Blattes sowie über meine bisherigen recht überschaubaren Erfahrungen als „Schreiberling“. Trotz meiner Unkenntnis, was die Inhalte der Zeitung angeht, läuft das Gespräch erstaunlich gut. Der Journalist wirkt interessiert an meinem unkonventionellen Hintergrund als Kunstlehrerin und möchte mir den Einstieg in die Branche ermöglichen. Er erzählt mir von einem anderen Fall, wo ein Mittvierziger Jurist sich entschied, seinen Beruf als Rechtsanwalt an den Nagel zu hängen, um "Presse-Mensch" zu werden.

Bei der Frage, ob ich vorhätte, professionelle Bloggerin oder Journalistin zu werden, winke ich sofort ab. Ich mag meine Tätigkeit an der Oranienschule und sehe keinerlei Veranlassung das zu ändern. Nur aus Spaß an der Freude möchte ich mich nebenbei als Freelancerin etablieren und plane keinen Lagerwechsel.

Bezugnehmend auf meine Instagram-Foodfotos zeigt mir der sympathische Zeitungschef beim Hinausgehen seinen Mittagssnack. Ein paar Karotten aus dem Garten, eine feuerrote Paprika und das selbstgebackene Brot seiner Frau. "Wow?!", denke ich und bin erleichtert. So ein angenehmes Vorstellungsgespräch hatte ich noch nie. Zwei nette Damen im Büro bereden mit mir noch ein paar Formalitäten und schon ist die ganze Aktion herum. In mir steigt Verblüffung und sogar ein wenig Genugtuung auf. Nie hätte ich gedacht, dass ich einmal für die Zeitung arbeiten könnte oder würde. Allerdings machen sich auch einige Selbstzweifel in mir breit. Werde ich diesem Vertrauensvorschuss gerecht werden? Werde ich als absoluter Neuling ohne handwerkliche Ausbildung das liefern können, was man von mir erwartet? Werde ich alle mit einem grandiosen Erstlingswurf begeistert vom Hocker werfen? Wohl kaum. Aber darum geht es auch gar nicht. Ich bin ein bisschen stolz auf mich. Warum? Weil ich mich aus meiner Komfortzone herausgewagt habe, um Ungewohntes und Herausforderndes zu versuchen. Ich habe keine Ahnung, ob ich etwas Annehmbares und Brauchbares zu Papier bringen oder mit Pauken und Trompeten scheitern werde. In jedem Fall wird sich daraus Interessantes oder zumindest etwas Lehrreiches für mich ergeben. Da bin ich mir vergleichsweise sicher.

Heute bin ich dankbar, dass mir diese fremden Menschen so freundlich und aufgeschlossen begegnet sind. Sie eröffnen mir eine Chance mich so auszudrücken, dass vielleicht jemand anderes von meinen Gedanken profitieren kann. Diese Aussicht gefällt mir.

Hast Du schon darüber nachgedacht, nebenberuflich etwas Neues zu probieren oder gar komplett den Beruf zu wechseln? Welchen Job würdest Du Dir aussuchen, wenn Du freie Wahl hättest? 

7.5.2019


EXCITED...

... and curious I step through the impressive entrance portal of the local newspaper, which is located in the middle of Wiesbaden's pedestrian zone. "Not a bad place to work," I think as I look at the beautiful mosaic stones and the ornamental façade of the historic press house. I am cordially welcomed by a colleague and guided through some glass doors. Finally, I end up in the offices of the editorial office, which are on the first floor. The nice reception relaxes me and I fall on a swivel chair. I'm a few minutes early for my job interview with the head of the department because I did not want to be late. A secretary brings me a drink and immediately manages to convey a good feeling to me with her cheerful nature. A short time later, I sit with the chief editor and we talk about the various sections of the daily newspaper as well as my little experience as a "scribbler". Despite my ignorance of the contents of the newspaper, the conversation is surprisingly good. The journalist is interested in my unconventional background as an art teacher and would like to enable me to enter the industry. He tells me about another case where a middle-aged lawyer decided to quit his job as a lawyer in order to become a press-man. When I asked whether I intended to be a professional blogger or journalist, I wave off immediately. I like my job at the Oranienschule and do not see any reason to change it. Just for the fun of joy, I would like to establish myself as a freelancer and plan no stock change.

Referring to my Instagram food photos, the sympathetic newspaper boss shows me his lunch snack on the way out. A few carrots from the garden, a fire-red pepper and his wife's home-baked bread. "Wow ?!", I think and am relieved. I have never had such a pleasant job interview. Two nice ladies in the office talk to me about some formalities and then the whole action is over. In me amazement and even a little satisfaction rises. I never thought that I could or would work for the newspaper. However, some self-doubts are spreading in me. Will I live up to this vote of confidence? Will I be able to deliver while I am an absolute newbie with no technical training? Will I throw everyone off the stool with a terrific debut? Hardly likely. But that's not the point. I'm a bit proud of myself. Why? Because I ventured out of my comfort zone to try something out of the ordinary and challenging. I have no idea if I'm going to write something decent and useful or fail with timpani and trumpets. In any case, it will turn out to be interesting or at least instructive for me. I'm comparatively sure of that. Today I am grateful that These people have come to me so friendly and open-minded. They give me a chance to express myself so that maybe someone else can benefit from my thoughts. I like this view. Have you already thought about part-time to try something new or even completely change the profession? Which job would you choose, if you had a free choice?

5/7/2019


BLOG#153

EITELKEIT..

… ist ein spannendes Thema. Ich denke, dass wir alle mehr oder weniger in unterschiedlichen Bereichen eitel sind und das ist ein stückweit auch gut so. Aber wie komme ich darauf? Beim Mittagessen fragte mich meine kleine Tochter, ob ein Spiegel symbolisch für Eitelkeit stünde. In einer Kindergeschichte sollten Anwärter auf den Königsthron dadurch getestet werden, welchen Gegenstand sie für sich aussuchen würden. Jemand, der einen Spiegel wählte, disqualifizierte sich automatisch, weil er nicht die charakterliche Größe besäße, um das Reich verantwortungsvoll und selbstlos anzuführen. Ich staunte über dieses Aussiebverfahren und das Assessment-Center in Märchenformat. Trotzdem fand ich es reizvoll und witzig, genau entgegengesetzte Gründe zu finden, die für den vermeintlich eitlen Kandidaten sprächen.

Wenn man seinem Ebenbild schonungslos ins Auge sieht und sich selbst wirklich erkennt, ist das doch gar nicht verkehrt, oder? Sich oder anderen den Spiegel vorzuhalten, ist nicht immer angenehm, aber sinnvoll und nützlich. Wie soll man im Leben klarkommen und irgendetwas verbessern, wenn man den Tatsachen nicht genau ins Gesicht sehen kann. Viele Probleme, die mir begegnet sind, stellen eine direkte oder indirekte Reflexion meiner Geisteshaltung dar. Wenn ich mich z.B. darüber aufrege, dass meine müden Kinder morgens früh nicht aus dem Bett wollen, versuche ich innezuhalten. Warum? Um mich zu fragen, welchen Anteil ICH an der Misere haben könnte. Wenn ich es mir nämlich genau überlege, trage ich die Verantwortung dafür, sie früher ins Bett zu stecken…   

Für die Einsicht, dass viele Probleme „hausgemacht“ sind, bin ich heute sehr dankbar. Dinge, die ich nicht in Angriff nehmen oder wahrhaben will, tauchen in der Regel solange auf, bis ich mich ihnen bewusst stelle. Auch wenn es keinen Spaß macht es zuzugeben, liegen die Ursachen für Schwierigkeiten meist in einem selber. Eitelkeit im Sinne von Selbstgefälligkeit, Hochmut, Vermessenheit und Arroganz sind bei der Innenschau in diesem Zusammenhang wahrscheinlich wenig hilfreich. Trotzdem kann der Spiegel meiner Meinung nach auch als Instrument und Symbol der Kontrolle, Demut und Erkenntnis interpretiert werden. Dieses Gedankenspiel zeigt, dass man nicht zu vorschnell Urteile fällen sollte. Das Auswahlverfahren im Märchen kann man nur bei oberflächlicher Betrachtung als eindeutig empfinden. Ein vermeintlich „eitler“ Anwärter könnte mit der Wahl des Spiegels vielleicht der bessere Königskandidat sein als ein „unreflektierter“ Mitbewerber.

Glaubst Du, dass Außenwelt und Innenwelt zwei unterschiedliche Entitäten sind, die nichts miteinander zu tun haben? Oder gehst Du davon aus, dass die äußeren Umstände die inneren Befindlichkeiten mehr oder weniger reflektieren?

 


VANITY..

 ... is an exciting topic. I think that all of us are more or less vain in different areas and that's a good thing for a bit. But how do I get that? At lunch, my little daughter asked me if a mirror was a symbol of vanity. In a children's story, aspirants to the royal throne should be tested by what subject they would choose for themselves. Someone who chose a mirror automatically disqualified himself because he did not have the size of character to lead the kingdom responsibly and selflessly. I was amazed by this screening process and the assessment center in fairytale format. Nevertheless, I found it attractive and funny to find exactly opposite reasons, which speak for the supposedly vain candidate. If you look at yourself and your image ruthlessly and really recognize yourself, that's not wrong, right? Holding up the mirror to yourself or others is not always pleasant, but useful. How can you get along in life and improve anything if you can not face the facts. Many of the problems I have encountered represent a direct or indirect reflection of my mental attitude.

Beeing angry about my tired children not wanting to get out of bed in the morning, I try to pause. Why? To ask me what proportion I could have in the misery. When I think about it, I'm in charge of putting my kids to bed earlier ...

For the insight that many problems are "home-made" I am very grateful today. Things that I do not want to attack or acknowledge usually turn up until I realize them. While it's no fun to admit, the root causes of trouble are mostly in oneself. Vanity in the sense of complacency, arrogance, presumptuousness, and arrogance are probably of little help in the introspection process. Nevertheless, in my opinion, the mirror can also be interpreted as an instrument and symbol of control, humility and insight.

This game of thought shows that one should not make too hasty judgments. The selection procedure in the fairy tale can only be perceived as clear and wise when viewed superficially. A supposedly "vain" contender could perhaps be the better king candidate with the choice of the mirror than an "unreflected" competitor.

Do you believe that the outside world and inner world are two different entities that have nothing to do with each other? Or do you assume that the external circumstances more or less reflect the internal sensitivities?

5/11/2019



BLOG#154

ALKOHOLISMUS…

… ist eine schlimme Sache. Ich selbst trinke keinen Tropfen von vergorenen Flüssigkeiten. Seit ich denken kann, hat sich mein Geschmackssinn, was das angeht, nicht wesentlich verändert. Noch heute finde ich, dass Wein wie schlechtgewordener Saft schmeckt. Daran wird sich wohl auch in Zukunft nichts mehr ändern. Ich gehöre zu denen, die nicht einmal aus Höflichkeit bei Festivitäten wie Silvesterfeiern oder Hochzeiten mit einem Glas Sekt anstoßen. Es auszuhalten, dass andere mich uncool finden könnten, ist mir selbst als Jugendliche verblüffend leichtgefallen. Bei gewissen Leuten als Spaßbremse zu gelten, hat mich irgendwie nicht gejuckt. Ich wollte schon immer lieber mit Menschen zusammen sein, die auch ohne Hilfsmittel entspannt und gut drauf sein können.

Wenn ich zurückblicke, erinnere ich mich an eine prägende Szene, die ich erlebte, als ich noch ein kleines Mädchen war. Mein Vater stand im Flur vor unserer mahagonifarbigen Kommode und hielt einen moosgrünen Telefonhörer mit Spiralkabel in der Hand. Er hatte gerade erfahren, dass seine jüngere Schwester an Leberzirrhose gestorben war. In anderen unschönen Worten: Meine Tante hatte sich mit Mitte Dreißig „zu Tode gesoffen“. Obwohl ich diese Verwandte nie kennengelernt hatte und mir diese Frau völlig fremd war, hat mich diese Nachricht bestürzt und erschüttert. Bis heute ist mir Alkoholmissbrauch ein Gräuel und ich mache einen großen Bogen, um jeden, der gerne öfter einen über den Durst trinkt. Ich bin sehr dankbar, dass ich dieser Sucht nie anheimgefallen bin.

Kann ich meine verstorbene Tante dennoch verstehen? Darauf kann ich mit einem „Jein“ antworten. Sie war wohl ein sehr sensibler Zeitgenosse und kam mit einigen Schicksalsschlägen nicht zurecht. Es ist schon ein Jammer, dass Alkohol ein leicht zugängliches Betäubungsmittel ist, mit dem man sich wunderbar unbemerkt über einen langen Zeitraum selbst vergiften kann. Dass eine Person sein Leben „wegwirft“, ist in meinen Augen tragisch und unverständlich zugleich. Ich frage mich, wie das Unglück hätte verhindert werden können. Das Teuflische bei dieser Krankheit ist, dass sie meist zu spät erkannt wird und sich die Betroffenen oft nicht helfen lassen wollen. Laut Statistik wächst jedes sechste Kind in einer Familie mit mindestens einem alkoholkranken Elternteil auf. Das finde ich regelrecht schockierend.

Wie kann man Deiner Meinung nach verhindern, dass Alkohol zum Problem wird? Hast Du positive oder negative Erfahrungen mit Wein, Bier & Co gesammelt?


ALCOHOLISM… ... is a bad thing. I myself do not drink a drop of fermented liquids. For as long as I can remember, my sense of taste has not changed much for that matter. Even today I find that wine tastes like juice gone bad. This will probably not change in the future. I'm one of those who do not toast a glass of sparkling wine at festivities such as New Year's Eve celebrations or weddings. To bear it, that others could find me uncool, was astonishingly easy for me, even as a teenager. To be considered a fun brake for certain people did not make me itch somehow. I've always wanted to be with people who can be relaxed and in a good mood even without aids. Looking back,

I remember a formative scene that I experienced when I was a little girl. My dad stood in the hallway in front of our mahogany dresser and held a moss green telephone handset with a spiral cable in his hand. He had just learned that his younger sister had died of liver cirrhosis. In other words, my aunt had "drank herself to death" in her mid-thirties. Although I had never met this relative, this message has shocked me quite a bit. To this day, alcohol abuse is an abomination to me and I avoid anyone who likes to drink too much too often. I am very grateful that I never fell for this addiction.

Can I still understand my deceased aunt? I cannot really answer that. She was probably a very sensitive contemporary and could not cope with a few blows of fate. It is a pity that alcohol is an easily available anesthetic, with which you can wonderfully poison yourself unnoticed for a long time. The fact that a person "throws away" his life is, in my opinion, tragic and incomprehensible at the same time. I wonder how the misfortune could have been prevented. The devilish thing about this disease is that it is usually recognized too late and those affected often do not want to be helped. According to statistics, every sixth child in a family grows up with at least one alcoholic parent. I find that really shocking.

 How do you think you can prevent alcohol becoming a problem? Did you gain positive or negative experiences with wine, beer & co?

5/13/2019



BLOG#155
MOBILPHONISMUS…

…. ist ein Wort, das es meines Wissens (noch) nicht gibt. Bezugnehmend auf meinen letzten Text zum Thema Alkoholismus habe ich mir diese Bezeichnung selbst ausgedacht. Was ich damit meine? Hier eine Geschichte aus meinem Alltag. Auf dem Weg zu einem Autorenkongress in Nürnberg bin ich heute Morgen in den Bus gestiegen und dachte mir nichts Böses. Schließlich rutschte mir das Herz in die Hose. Warum? Ich hatte mein Handy am Ladekabel liegengelassen, damit es für die Reise auch voll im Saft stünde. Eine Millisekunde überlegte ich, ob ich auch ein Wochenende komplett ohne Mobiltelefon auskommen könnte, was ich sofort verwarf. Zum Glück hatte ich einen Zeitpuffer eingeplant und konnte nochmal nach Hause düsen, um das geliebte kleine Gerät zu holen. Jetzt sitze ich im Zug und überlege: „Wie wäre es wohl gewesen, wenn die Zeit nicht gereicht hätte?“ 

Die Tatsache, dass ich mir kaum vorstellen kann, ohne Handy aus dem Haus zu gehen, lässt in mir unschöne Gefühle aufsteigen. Einerseits könnte man sagen, dass früher die Leute auch gut ohne Smartphone klargekommen sind. Auf der anderen Seite finde ich alarmierend, wieviel Bequemlichkeit und Nutzen in diesem Ding steckt, was eine Abhängigkeit geradezu Vorschub leistet. Wenn ich es im Geiste durchgehe, komme ich auf vieles, was mir gefehlt hätte: Zeitvertreib in Bus und Bahn (Instagram, YouTube), Information (Nachrichten), Recherche (Restaurantsuche), Navigation (Ankunftsort), Kommunikation (Absprache mit anderen Kongressteilnehmern), Wecker- und Uhrfunktion, Foto- und Videoaufnahmen während der Veranstaltung, Musik, Podcasts, Email und und und. Hätte ich das alles wirklich gebraucht, um glücklich zu sein und eine coole Tagung zu erleben? Vielleicht hätte mir dieser unfreiwillige Entzug ganz gutgetan, um mehr präsent zu sein. Wenn ich meine Handy-Aktivitäten anschaue, mit denen ich mich täglich „zuballere“, macht mich das nachdenklich.

Ich gefalle mir in der Rolle, anderen Menschen mit meinen Posts ein kleines bisschen Glück zu schenken und positive Denkanstöße zu liefern. Nun bin ich mir meiner Tätigkeit nicht mehr so sicher. Der Gedanke, dass ich mit meinen Texten einen klitzekleinen Beitrag dazu leiste, dass Leute noch mehr und noch länger am Smartphone „hängen“, missfällt mir. Ich halte mich für eine Person, die emotional und mental stabil ist. Trotzdem komme ich ins Grübeln. Sind wir alle schon längst hochgradig süchtig und wissen es gar nicht? Ist uns das Ausmaß in Ansätzen überhaupt bewusst oder mache ich ein Problemfass auf, das es gar nicht gibt? Ab wann handelt es sich um eine Annehmlichkeit und ab wann wird es kritisch? Wenn man nicht mehr ohne sein flaches und praktisches Gerät für die Hosentasche leben will oder kann? Ich möchte ungern ein Teil der Maschinerie sein, die gerade jungen oder instabilen Zeitgenossen zu „Handyjunkies“ werden lässt. Die Social-Media-Plattformen sind darauf ausgerichtet immer mehr „User“ zu generieren, um letztlich aus ihnen profitable Käufer und Konsumenten zu machen.

Auch wenn diese Gedanken eher düster sind, so bin ich trotzdem dankbar dafür. Es ist meiner Meinung nach sinnvoll, nicht nur die schöne heile Welt zu beschwören. Beunruhigende und belastende Themen und Fragen aufzuwerfen, die potentiell missfallen könnten, ist vielleicht wichtiger als je zuvor.

Könntest Du Dir vorstellen, ohne Smartphone zu verreisen oder aus dem Haus zu gehen? Wie viel Zeit könntest Du gut ohne aushalten? Was sollte geschehen, um „Mobilphonismus“ einzudämmen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen?


MOBILPHONISM ...

... is a word that, as far as I know, does not exist (yet). I am referring to my last text on alcoholism. What I mean by that? Here is a story from my everyday life. On the way to an author congress in Nürnberg, I was in the bus this morning and thought of nothing wrong. Finally my heart slipped in my pants. Why? I had left my cell phone on the charging cable, so it would be full for the trip. One millisecond I wondered if I could get along without a mobile phone for a weekend, which I immediately rejected. Luckily I had scheduled a time buffer and was able to jet home again to get the beloved little device. Now I'm sitting on the train thinking, "How would it have been if time was not enough?"

The fact, that I can hardly imagine going out of the house without a cellphone makes me feel unsightly feelings. On the one hand, one could say that people used to get along well without a smartphone. On the other hand, I find it alarming how much convenience and utility this thing has to offer, which in fact boosts dependency. If I go through it in my mind, I come to many things that I would have missed: Pastime in bus and train (Instagram, YouTube), information (news), research (restaurant search), navigation (arrival), communication (consultation with other participants) , alarm clock and clock function, photo and video recordings during the event, music, podcasts, email and so forth. Would I really need it all to be happy and have a cool experience? Maybe this involuntary withdrawal would have done me good to be more present. When I look at my cell phone activity, with which I "ball myself" every day, it makes me think.

I like the role of giving other people a little bit of happiness with my posts and providing positive food for thought. Now I'm not so sure about my job. The idea that I make a tiny contribution with my texts, that people "hang" even more and longer on the smartphone, displeases me. I consider myself a person who is emotionally and mentally stable. Nevertheless, I come to brooding. Are we all highly addicted and do not know it? Are we even aware of the extent or am I opening a problem keg that does not exist? When will it be a convenience and when will it be critical? If you can not or will not live without your flat and practical pocket device? I do not want to be part of the machinery that turns young or unstable people into cell phone junkies. The social media platforms are designed to generate more and more "users" to ultimately make them profitable buyers and consumers.

Although these thoughts are rather gloomy, I'm still grateful for that. It makes sense in my opinion, not just to conjure the beautiful new world. To raise troubling and stressful issues and questions that could potentially displease, is perhaps more important than ever.

Could you imagine traveling without a smartphone or leaving home? How much time could you stand without it? What should happen in order to curb "mobilephone" or not to let it happen?

5/20/2019



BLOG#156

DAS GEHT NICHT…

… Hast Du diesen Satz schon gehört und früher oder später herausgefunden, dass es denn doch geht? Hier wieder eine Erfahrung aus meinem Alltag. Wenn Du mir schon etwas länger folgst, dann weißt Du, dass ich eine Vorliebe für Blumen habe. Schon immer habe ich Floristen bewundert, wie sie in Nullkommanix aus Rosen oder Tulpen einen wunderschönen Strauß zaubern können. Hier eine Nelke, da ein Farnblatt und schwuppdiwupp ist die ganze Sache sprichwörtlich im Handumdrehen fertig. Seit langer Zeit habe ich mir gewünscht, das auch zu können. Als ein Blumenworkshop von einem niederländischen Online-Lieferdienst angeboten wurde, habe ich mich sofort begeistert angemeldet. Ich konnte dann mit wunderschönen Gewächsen nach Hause gehen sowie einige wertvolle Tricks und Tipps zur Pflege mitnehmen (siehe mein YouTube-Video). Allerdings habe ich nicht das gelernt, weswegen ich eigentlich dorthin gekommen war. Letztlich haben wir Blumenstängel zugeschnitten und in verschiedenen Ebenen in eine Vase mit Wasser gesteckt. Auf meine Frage, ob die Seminar-Leiterin uns zeigen könnte, wie man denn einen klassischen Strauß bindet, kam sinngemäß die Antwort: „Blumensträuße zu binden, kann man nicht in so einem kurzen Kurs auf die Schnelle zeigen. Floristen bräuchten Jahre, um das zu lernen.“ Auch wenn ich ein wenig enttäuscht war, kam mir diese Aussage recht plausibel und logisch vor.

 Vor ein paar Tagen hatte ich dann die Gelegenheit, bei einem Blumenworkshop einer anderen großen Gartenhandelsfirma teilzunehmen. Neugierig und etwas skeptisch lauschte ich den beiden Floristinnen, die mir zu meiner Freude genau das zeigten, was ich mir erhofft hatte. Man nimmt sich eine Blume und legt die folgenden Gewächse diagonal von links oben nach rechts unten am unteren Drittel des Stils an. Der Strauß wird dann durch die spiralförmige Anordnung Stück für Stück gedreht und so immer dichter und größer. Die Blüten sollten dabei etwas höher stehen, als das grüne „Füllmaterial“ und so angeordnet sein, dass eine Art Halbkugel entsteht Zum Schluss kommen Farne und Blätter, die wie eine Manschette einen schönen Rahmen bilden. Eigentlich nicht sooooo schwer, oder?

Was verblüffender Weise wirklich mit der Zeit schwer wurde, war mein rechter Arm. Auch die anderen Teilnehmerinnen staunten nicht schlecht darüber, dass das Greifen und Halten der Blumen auf Dauer recht anstrengend wurde. Aus Angst die Spiralform zu ruinieren, habe ich mich auch nicht getraut, den Strauß einfach abzulegen und zwischendurch zu pausieren. Vielleicht war das auch der Grund dafür, dass alle recht fix, d.h. in einer Stunde, mit ihrem Erstlingswerk fertig waren. Ein unperfekter Blütenzauber war beeindruckender als der andere und wir beglückwünschten uns gegenseitig zu unseren Ergebnissen. Könnten wir jetzt alle als Floristinnen arbeiten? Wohl kaum. Handwerkliches Geschick, ein geschultes ästhetisches Auge und vor allem viel Training sind dafür erforderlich. Das kann man wirklich nicht in einer Stunde lernen.

 Heute bin ich jedoch dankbar, dass ich nun wenigstens ein theoretische Basiswissen habe, was Floristik angeht. Damit kann ich in Zukunft arbeiten und üben, was das Zeug hält.

Was mich immer freut, ist die Tatsache, dass vieles möglich ist, wenn man es einfach mehrfach versucht. Meine Moral von der Geschichte ist darüber hinaus folgende: Menschen, die andere mit einem wohlmeinenden Rat von bestimmten Vorhaben abhalten wollen, haben nicht zwangsläufig Recht, nur weil sie Experten sind.

Hast Du die Einstellung: Geht nicht, gibt´s nicht? Oder lässt Du Dich schnell von der Meinung anderer von Deinen Träumen und Wünschen abbringen?



THAT'S NOT POSSIBLE... ... 

Have you already heard this sentence and sooner or later found out that it is actually possible? Here again an experience from my everyday life. If you follow me a little longer then you know that I have a fondness for flowers. I have always admired florists, how they can conjure a beautiful bouquet in no time from roses or tulips. Here is a carnation, there is a fern leaf and the whole thing is literally done in a jiffy. For a long time I have wished to be able to do that, too. When a flower workshop was offered by a Dutch online delivery service, I signed up immediately. I was then able to go home with beautiful plants and learn some valuable tricks and care tips (see my YouTube video). However, I did not get what I actually hoped for. Finally, we cut flower stems and put them in different levels in a vase of water. When I asked whether the seminar leader could show us how to tie a classic bouquet, the answer was: "Bouquets can not be tied up in such a short course. Florists need years to learn this. "Even though I was a little disappointed, this statement seemed quite plausible and logical.

A few days ago, I had the opportunity to attend a flower workshop at another large gardening retailer. Curious and somewhat skeptical, I listened to the two florists, who to my delight showed me exactly what I had hoped for. Take a flower and lay the following plants diagonally from top left to bottom right at the bottom third of the flower stalk. The bouquet is then rotated piece by piece by the spiral arrangement, becoming denser and larger. The flowers should be slightly higher than the green "filler" and arranged so that a kind of hemisphere is created Finally, come ferns and leaves, which form a beautiful frame like a cuff. Not that hard, is it? What was amazingly difficult over time was something unexpected. The other participants were also amazed that the grasping and holding of the flowers in the long run became quite exhausting for the left arm. For fear of ruining the spiral shape, I did not dare to simply drop the bouquet and pause in between. Maybe that was the reason why everyone was finished with their first work in only an hour. An imperfect flower magic was more impressive than the other and we congratulated each other on our results. Could we all work as florists now? Hardly likely. Craft skills, a trained eye and above all a lot of training are required. You really can not learn that in an hour.

Today, however, I am grateful that I now have at least a basic theoretical knowledge of floristry. With that, I can work and practice in the future. What always pleases me is the fact that much is possible if you just try it several times. In addition, my moral of the story is this: People who want to discourage others with a well-informed advice on certain projects are not necessarily right just because they are experts.

Do you have the attitude: Nothing is impossible? Or are you quickly dissuaded from the opinion of others of your dreams and desires?


5/24/2019



BLOG#157

SCHEIN ODER SEIN…

… Wenn man meine Foodfotos sieht und meine Texte liest, könnte man glauben, dass ich echt Ahnung von Essen oder Achtsamkeit hätte. Doch ist das wirklich so? Diese Gedanken kamen mir heute, als ich mich in mein Lieblingsbistro im Luisenforum setzte, um dort ein schnelles Mittagessen zu mir zu nehmen. In der Regel esse ich nach der Schule auswärts und koche so gut wie nie zu Hause. Daher ist es nicht verwunderlich, dass ich allein aufgrund der mangelnden Übung mich selbst nicht als Köchin ansehe. So viel also zu meinen nicht vorhandenen Kochkünsten. Zudem ist mir zu meiner Verwunderung erst jetzt aufgefallen, dass ich meinen Mahlzeiten überhaupt nicht die Wertschätzung und Beachtung schenke, die sie eigentlich verdient hätten. Der Witz ist, dass wahrscheinlich die wenigsten aus meinem Umfeld dies bewusst tun. Worauf ich überhaupt hinaus möchte? Letztens habe ich eine Person im Restaurant beobachtet, die die ganze Zeit auf ihr Handy starrte und währenddessen ihr Gericht in sich hineinschaufelte. Das hat mich nachdenklich gemacht. An etwas Ähnliches konnte ich mich erinnern, als ich einmal bei der Thai-Massage war. Dort las eine Frau während der Fußmassage eine Zeitschrift und war offenbar gar nicht richtig bei der Sache. In solchen Situationen frage ich mich: „Wer gibt teuer Geld für eine Behandlung aus und genießt es dann nicht in vollen Zügen?“

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich da nicht besser bin. Oft bin ich achtlos, abgelenkt und kaue nicht einmal richtig. Nicht selten stopfe ich mein Gericht rasch herunter, weil die Zeit rennt und ich noch irgendwo hinmuss. Wie Du siehst, ist bei mir noch ganz viel Luft nach oben, was Achtsamkeit und bewusstes Leben angeht. Vieles ist so selbstverständlich und kaum einer denkt darüber nach, was wir für ein Glück haben. Hungernde dieser Welt würden sich alle zehn Finger nach unseren Speisen lecken. Sie würden jeden Bissen als Geschenk ansehen und jeden Happen dankbar zelebrieren. Aber romantisiere ich an dieser Stelle und sie würden genauso schlingen wie ich?

 

Hier ein anderer Gedanke: Was würde passieren, wenn alle Leute mit Achtsamkeit essen und sie jede Gabel oder jeden Löffel auf der Zunge zergehen lassen würden? Und ich meine damit, sich wirklich mit totaler Bewusstheit zu „verpflegen“ und nicht nur so ein bisschen mit „halbgarer“ Aufmerksamkeit. Ich behaupte, es gäbe weniger unglückliche und kranke Übergewichtige, weil Menschen ihr natürliches Sättigungsgefühl wahrnehmen und wiederfinden würden. Allen könnte auffallen: „Schlechte Nahrung ohne Nährstoffe schmeckt und befriedigt nicht wirklich.“ Würden sie deshalb aufhören, Dinge in sich hineinzutun, die ihnen im Übermaß schaden? In einer Zeit der Schnelllebigkeit, des Leistungs- und Termindrucks scheint eine achtsame Esskultur nicht auf Platz Eins der Prioritätenliste zu stehen. Doch was ist der Preis, den wir dafür zahlen?

Heute bin ich dankbar für meine Nahrung und für all die unzähligen, oft anonymen Personen, die ihren Beitrag dazu geleistet haben, dass ich es erhalten und verzehren kann. 

Schenkst Du Deinem Essen bewusste Wertschätzung, Dankbarkeit und Achtsamkeit? Betrachtest Du Nahrung als Genuss, Freude und Wunder oder eher als lästige Notwendigkeit bzw. sogar als Feind?



THE APPEARANCE IS DECEPTIVE

... If you look at my food photos and read my lyrics, you might think that I have real idea about food or mindfulness. But is it really like that? These thoughts came to me today as I sat down in my favorite bistro in the Luisenforum to have a quick lunch. As a rule, I eat out of after school and almost never cook at home. Therefore, it is not surprising that I do not consider myself as a cook, because of the lack of exercise. So much for my non-existent cooking skills. Moreover, to my astonishment, I have only now noticed that I do not give my meals the appreciation and consideration that they deserve. The joke is that probably very few of my environment do so consciously. What am I talking about? Recently, I saw a person in the restaurant staring at her cell phone, while she was shoveling her dish inside her. That made me thoughtful. I remembered something similar when I was at the Thai massage. There, a woman read a journal during the foot massage and was apparently not really paying attention. In such situations, I ask myself, "Who spends a lot of money on a treatment and then does not enjoy it to the fullest?"

 

To my shame, I must confess that I am not much better. Often I am careless, distracted and do not even chew properly. Frequently, I quickly gulp down my food because time is running and I have to go somewhere. As you can see, there is still a lot of room for me in terms of mindfulness and conscious life. Much is so natural and hardly anyone thinks about why we are lucky. Starving people in this world would lick every ten fingers for our meals. They would treat every bite as a gift and chew everything gratefully. But do I romanticize at this point and they would gulp just like me?

Here is another thought: What would happen if all people were eating with mindfulness and they would melt every bit of food in their mouth? And I mean, really "feeding" with total awareness rather than just a bit of "half-cooked" attention. I think that there would be less unhappy and sick overweight people because people would find their natural satiety. Everyone might notice, "Poor nutrition without nutrients does not taste, nor satisfy." So would they stop putting things in them that hurt them excessively? In a time of fast-moving, performance and deadline pressure, a mindful food culture does not seem to be the number one priority. But what is the price we pay for it?

 

Today I am grateful for my food and for all the innumerable, often anonymous persons who have contributed to the preservation and consumption of my food. Do you give your food conscious appreciation, gratitude and mindfulness? Do you consider food as enjoyment and wonder, or rather as an annoying necessity or even as an enemy?


5/29/2019



BLOG#158

AM SCHEIDEWEG…

… Kennst Du das, wenn Du nicht sicher bist, welchen Weg Du einschlagen sollst? Rechts herum oder links herum. Das ist dann die Frage. Unter anderem besteht das Leben aus einer Aneinanderreihung von Entscheidungen und Handlungen, die auf diesen fußen. Manche Entschlüsse fallen federleicht, manche tonnenschwer. Manche erfordern viel Innehalten und Gehirnschmalz, andere brauchen nur Millisekunden. Immer wieder sind wir mehr oder weniger damit konfrontiert etwas zu bejahen oder zu verneinen. Lange Zeit im „Ichweißnichtland“ zu verbleiben, ist irgendwie frustrierend und unbefriedigend. Ich versuche mein möglichstes nicht zu lange herumzufackeln. Es sei denn, es handelt sich um einen Scheideweg mit längerfristigen Konsequenzen. Doch was, wenn wir zwischendurch merken, dass die gesamte Flugbahn nicht mehr stimmt? Dann ist guter Rat teuer und man muss abwägen, ob man nur eine Durststrecke mit baldigem Ende durchstehen muss oder man auf einem völlig falschen Dampfer unterwegs ist. Doch wie komme ich überhaupt darauf, über Entscheidungen zu philosophieren?

Meine Kinder und ich schauen gerade mit Vergnügen eine Serie, wo der Hauptdarsteller Bear Grylls sprichwörtlich ein Überlebenskünstler ist. Er unternimmt Expeditionen in unwirtliche Gegenden mit atemberaubenden und entlegenen Landschaften. Die menschenleere Natur wartet hierbei mit unglaublicher Schönheit, aber auch mit Gefahr, Herausforderung und Härte auf. In der vermeintlichen Einöde und Kargheit zeigt der durchtrainierte Abenteurer, wie man mit der richtigen Einstellung und handfesten Tricks überleben kann. Nur scheinbar sind Wüsten aus Sand oder eisbedeckte Landstriche Orte, wo man nichts Brauchbares finden kann. Für das geübte Auge gibt es in der Regel jede Menge zu entdecken und zu nutzen. Das Tolle an diesem Konzept ist, dass die Serie interaktiv ist, d.h. die Zuschauer müssen zwischendurch entscheiden, ob sie ein auftretendes Problem so oder so lösen. Zum Beispiel muss man bei Einbruch der Dunkelheit überlegen, ob man ein Lager in einer verlassenen Höhle oder lieber in den Baumwipfeln aufschlagen möchte. Meist ist die Antwort alles andere als eindeutig und dadurch spannend und lehrreich. Die Höhle bietet beispielsweise Schutz vor Wind und Wetter, allerdings könnten Wölfe diesen Ort aus genau denselben Gründen attraktiv finden. Die Baumwipfel schützen relativ sicher vor wilden Tieren, allerdings könnte Regen und Eiseskälte zu Unterkühlung und Erfrierungen führen. Eine falsche Entscheidung kann in diesem Szenario also tödliche Folgen haben. Die Natur bietet auf der einen Seite Reichtum und Ressourcen, auf der anderen Seite ist sie unbarmherzig und verzeiht einem nichts. 

Beruhigend ist, dass es sich nur um eine unterhaltsame Fernsehsendung handelt. Bei jedem Fehltritt hat das Publikum die Gelegenheit, die Episode nochmals mit dem anderen Ende zu sehen, was ich sehr innovativ und interessant finde. Im echten Leben würde es „Game over“ heißen, in der Serie sind hingegen alternative „Neuanfänge“ vorgesehen und gewollt.

Wie wäre es nun, wenn man unsere Existenz mit spielerischer Neugier und kalkuliertem Draufgängertum betrachten würde? Hätten wir dann mehr Lust alternative Wege zu gehen und mehr Mut zum Risiko? Böse Zungen könnten sagen, die Menschen sind so verweichlicht und in Watte eingepackt, dass sie reale Gefahren überhaupt nicht mehr kennen würden. Dennoch verhielten sich viele so, als würde ihr Leben an einem seidenen Faden hängen, sobald sie etwas wagen würden. Heue bin ich dankbar, dass ich noch nie ums nackte Überleben kämpfen musste und alle meine Schwierigkeiten echte Luxusprobleme waren.

Sind Deine Ängste begründet oder machst Du Dir viel zu sehr einen Kopf um Gefahren, die nicht wirklich real sind?


YOU DECIDE…

... Do you know that feeling, when you are not sure which way to go? Turn right or left. That's the question. Among other things, life consists of a series of decisions and actions based on them. Some decisions fall as light as a feather, some feel heavy like a rock. Some require a lot of pause and brainpower, others only need milliseconds. Again and again we are more or less confronted with affirming or denying something. To stay in the "I do not know" phase for a long time is somehow frustrating and unsatisfactory. I try not to fool around as much as possible. Unless it is a crossroads with longer-term consequences. But what if we notice in between that the entire trajectory is no longer correct? Then good advice is hard to find and you have to weigh whether you only have to endure a drought with a soon-ending end or you are going in a completely wrong direction. But why I even philosophize about decisions?

My children and I are enjoying watching a series where lead actor Bear Grylls is a survival expert. He undertakes expeditions into inhospitable areas with breathtaking and remote landscapes. The deserted nature offers incredible beauty, but also threatens with danger, challenge and hardness. In the supposed desolation and frugality, the well-trained adventurer shows how to survive with the right attitude and solid tricks. Deserts of sand or ice-covered landscapes seem to be places where you can not find anything useful. For the experienced eye, there is usually a lot to discover and use. The great thing about this concept is that the series is interactive. In between, viewers have to decide whether to solve a problem in one way or another. For example, at nightfall you have to think about whether to pitch a camp in an abandoned cave or rather in the treetops. Mostly the answer is anything but clear and therefore exciting and instructive. For example, the cave provides shelter from wind and weather, but wolves might find this location attractive for exactly the same reasons. The treetops protect relatively safe from wild animals, but rain and ice cold could lead to hypothermia and frostbite. A wrong decision can therefore have fatal consequences in this scenario. On the one hand nature offers wealth and resources, on the other hand it is ruthless and unforgiving.

It is reassuring that this is just an entertaining television program. With every misstep, the audience has the opportunity to see the episode again with the other end, which I find very innovative and interesting. In real life it would be called "Game over", in the series, however, alternative "new beginnings" are expected and intended. How about, if you would consider our existence with playful curiosity and calculated bravado? Would we like to go alternative ways and have more courage to take risks? Evil tongues could say that people are so soft and wrapped in cotton that they would not know real dangers at all. Still, many behaved as if their lives were hanging by a thread as soon as they dare something. Heather I am grateful that I never had to fight for the bare survival and all my difficulties were real luxury problems. 

Are your fears justified or do you worry too much about dangers that are not actually real

6/1/2019




BLOG#159

ENTENTEICH…

…klingt nach Frieden und Idylle. Vor ein paar Tagen konnte ich mit meinem Sohn eine kleine Entenfamilie beobachten, die am Ufer ganz zutraulich war. Wir hatten einen Korb mit belegten Baguettes dabei und machten auf einer Decke Picknick, als der Fünfjährige diese süßen Kreaturen entdeckte. Er war sofort fasziniert und bettelte so lange, bis ich ihm mit einem schlechten Gewissen erlaubte, ein paar Brotstücke zu verteilen. Irgendwo hatte ich im Kopf, dass das Füttern von Vögeln generell untersagt sei. Weißt Du vielleicht, ob das stimmt oder nicht? Jedenfalls hatte ich auf die Schnelle kein Verbotsschild entdecken können und der Junge hatte sichtlich Spaß daran, von den Tieren umringt und belagert zu werden. Es war wohl ein schönes Gefühl für ihn, so beliebt und anziehend zu sein.

Später entschloss sich der Bub dazu, auch noch Tauben füttern zu gehen. Allerdings war hier seine Erfahrung ganz anders als bei den Enten. Die grauen Vögelein waren ignorant und ängstlich. Sie drehten dem willigen Futterspender den Rücken zu, flogen weg oder nahmen zu Fuß Reißaus. Der Kleine warf ihnen zuerst begeistert, dann verzweifelt Brotkrümel hinterher. Warum? Da die Tauben flüchteten und sich von ihm abwandten, sahen sie gar nicht, dass er keine Gefahr darstellte, sondern im Gegenteil ihnen etwas Gutes tun wollte. Natürlich gab der Knirps irgendwann frustriert auf. Er konnte gar nicht verstehen, warum sie denn nichts von ihm wissen wollten. Ich versuchte meinen Sohn zu trösten und sagte, dass die Tauben wahrscheinlich keine guten Erfahrungen mit Menschen gesammelt hätten. Oft müssten sie mit Tritten rechnen oder erwarteten Kinder, die sie zum Spaß jagen oder quälen wollten. Im Volksmund werden sie verächtlich „Flugratten“ genannt, was zeigt, dass ihr Beliebtheitsgrad eher bescheiden ausfällt. Kein Wunder also, dass diese Tiere im Zweifel lieber auf Nummer sicher gehen und sich vom Acker machen. In diesem Fall haben sie ihr Glück leider verpasst, was schade ist.

Ich leite zwei Dinge aus dieser Geschichte ab. Nicht immer sind wir schuld daran, wenn andere sich von uns abwenden. Es gibt so viele Faktoren und Umstände im Leben, die alles andere als offensichtlich sind und mit uns etwas zu tun haben können, aber nicht müssen. Auf der anderen Seite sind wir selber auch nicht viel besser und schätzen gewinnbringende Situationen als potentielle Gefahr ein. Aufgrund von Fehlern in der Vergangenheit ziehen wir manches Mal vorschnelle Schlüsse, oder? Wir haben Angst davor verletzt zu werden oder etwas Falsches zu tun und ziehen lieber die Reißleine, bevor es zu spät ist. Schubladendenken und die Pauschalisierung von Leuten, die uns vermeintlich bekannt vorkommen, ist oft hilfreich, aber nicht immer treffend oder zielführend. Heute bin ich dankbar, dass ich daran erinnert worden bin, nicht alles, was passiert, auf mich zu beziehen.

 

Gibst Du jedem eine faire und individuelle Chance oder kehrst Du Menschen, die sich ähneln, über einen Kamm? Nimmst Du es persönlich, wenn jemand nicht will, was Du zu bieten hast?




DUCK POND ... ... sounds like peace and idyll. A few days ago I was able to watch with my son a small family of ducks, which was very trusting on the shore. We brought a basket of baguettes and picnic on a blanket when the five-year-old discovered these cute creatures. He was immediately fascinated and begged until I allowed him, with a guilty conscience, to distribute a few pieces of bread. Somewhere I had in mind that the feeding of birds is generally prohibited. Do you know if that's true or not? Anyway, I could not spot a prohibition sign and the kid obviously enjoyed being surrounded and besieged by the animals. It was a nice feeling for him to be so popular and attractive.

Later, the boy decided to go feeding pigeons aswell. However, his experience was quite different here than with the ducks. The gray birds were rather ignorant and anxious. They turned their backs on the willing feeder, flew away or took off on foot. The little one threw crumbs at them first enthusiastically, then desperately. Why? Since the pigeons fled and turned away from him, they did not see that he represented no danger, but on the contrary wanted to do something good for them. Of course, the boy gave up at some point frustrated. He could not understand why they did not want to know about him. I tried to console my son and said that the pigeons probably would not have had good experiences with humans. Often they would have to expect kicks or children who wanted to hunt or torment them for fun. In the vernacular they are scornfully called "Flugratten", which indicates that their popularity rating is rather modest. No wonder, then, that in case of doubt, these animals prefer to play it safe and get off the field. In this case, they have unfortunately missed their luck, which is a pity.

I derive two things from this story. We are not always responsible for others turning away from us. There are so many factors and circumstances in life that are far from obvious and may or may not have something to do with us. On the other hand, we ourselves are not much better and consider profitable situations as potential danger.Because of mistakes in the past, we sometimes draw premature conclusions, right? We are afraid of being hurt and prefer to pull the ripcord before it's too late. The generalization of situations or people who seem to us familiar, is often helpful, but not always apt or purposeful.

Do you give everyone a fair and individual chance or do you cross over people who resemble each other? Do you take it personally if someone does not want, what you have to offer?

6/5/2019



BLOG#160

RAUM…

…gab es genug, als ich vor ein paar Tagen ins Zentrum für modernen Buddhismus in Wiesbaden trat. Der kleine Eckladen in einem Altbau mit hohen Decken bot einige Stuhlreihen mit Sitzkissen und eine gemütliche Sofaecke zum Verweilen. Außer mir waren nur drei andere Interessierte und der Vortragsredner selbst anwesend. An diesem lauen Sommerabend sollte es um „Zufriedenheit“ gehen. Bevor der Leiter mit dem Thema für 7 Euro Eintrittsgeld startete, wurden zuerst die Vorhänge der hohen Schaufenster zugezogen. Vermutlich sollten Blicke von vorbeilaufenden Passanten vermieden und die Konzentration auf den Vortrag gelenkt werden. Der freundliche Referent mittleren Alters mit kurzärmeligem Businesshemd sah eher aus wie ein Bänker oder Versicherungsvertreter als ein Buddhist, aber das tat der Sache keinen Abbruch.

Bedächtig sprach der Familienvater darüber, wie die Lehren Buddhas helfen könnten, das Glück in seiner Mitte zu finden. Statt von anderen Menschen Anerkennung oder Erfüllung zu erhoffen, sollte man sich von seiner Erwartungshaltung und Anhaftung zu weltlichen Gütern oder Genüssen lösen. Das Leiden dieser Welt würde eben aus dieser nach Außen hin ausgerichteten Geisteshaltung entstehen, was ich sofort nachvollziehbar fand. Doch leichter gesagt, als getan. Warum fällt es so schwer loszulassen und wie befreit oder verabschiedet man sich denn konkret davon? Am Anfang und Ende der Veranstaltung führte der ruhige Mann mit der kleinen Gruppe als Übung eine 5-minütige Meditation durch. Bei der ersten sollten wir uns einzig und allein auf unseren Atem fokussieren und alle anderen Gedanken „an uns vorbeiziehen“ lassen. Bei der Abschlussmeditation sollte man sich im Geiste vorstellen, wie wir anderen Menschen völlig selbstlos etwas Gutes tun, ohne etwas zurück zu erwarten.

Wie ich das Ganze fand? Die Inhalte waren durchaus interessant und haben mich zum Nachdenken angeregt. Die Idee, dass wir alle gleich alt seien und nur zu unterschiedlichen Zeiten geboren werden, fand ich faszinierend. Sind wir tatsächlich alles alte Seelen, die immer und immer wieder zurückkehren?

An dieser Stelle überlege ich, ob ich zu einer weiteren Veranstaltung dieser Art kommen sollte und bin mir noch unschlüssig. Was mir nicht so gefiel, war, dass mich der ganze Ablauf und das Setting entfernt an herkömmliche Predigten in der Kirche erinnerte, wovon ich nicht so der Fan bin. Auf einer Anrichte sind religiöse Objekte aufgebahrt und ein „Vortänzer“ schwingt Reden. Die Anwesenden hören hierbei schweigsam zu und lassen sich quasi „berieseln“ oder im besten Fall „inspirieren“. Ich würde mir eher einen Dialog oder eine Diskussion zu den unterschiedlichen Statements oder moralischen Geschichten wünschen.

An diesem kurzweiligen Abend stellte ich ein paar Zwischenfragen, die der nette Herr geduldig und lächelnd beantwortete. Trotzdem hatte ich den Eindruck, dass das Format anders gedacht war und ich möglicherweise mit meiner Neugier ein wenig gestört habe. Wenn etwas „vorgebetet“ wird und die „Gläubigen“ es abnicken, habe ich grundsätzlich ein Problem damit. Von daher ist die Veranstaltung für mich nur in Teilen geeignet gewesen. Nichtsdestotrotz bin ich dankbar, dass es Orte gibt, die Ruhe, Spiritualität und mentale Gesundheit fördern möchten. Der Buddhismus ist mir insofern sympathisch, weil er dies in einer Art und Weise tut, die mir vergleichsweise friedlich, praktisch anwendbar und wenig übergriffig erscheint.

Ich frage mich, ob es vielen Leuten besser ginge, wenn sie im hektischen Alltag mehr Zeit für Achtsamkeit, Entschleunigung und in sich selbst Hineinhorchen nähmen. Hattest Du schon Kontakt zum Buddhismus oder zu anderen religiösen Lehren? Welche Erfahrungen hast Du mit Religion, Glauben und spirituellen Einrichtungen gemacht?


ROOM…

... there were enough when I joined the center for modern Buddhism in Wiesbaden a few days ago. The small corner shop in an old building with high ceilings offered several rows of chairs with cushions and a comfortable sofa corner to linger. Apart from me, only three other interested persons and the speaker were present. This balmy summer evening was supposed to be about "contentment". Before the leader started with the topic for 7 Euro entrance fee, first the curtains of the high show windows were drawn. Presumably, glances from passers-by passing by should be avoided and concentration on the lecture should be directed. The friendly middle-aged speaker with a short-sleeved business shirt looked more like a banker or insurance agent than a Buddhist, but that did not detract.

The family man deliberately talked about how the Buddha's teachings could help find happiness in his midst. Instead of hoping for recognition or fulfillment from other people, one should break away from his expectation and attachment to worldly goods or pleasures. The suffering of this world would arise out of this outwardly oriented attitude of mind, which I found immediately comprehensible. But easier said than done. Why is it so hard to let go and how do you exempt or say goodbye to it? At the beginning and end of the event, the quiet man with the small group did a 5-minute meditation exercise. In the first, we should focus solely on our breath and let all other thoughts "pass us by". In conclusion meditation, one should imagine in the mind how to do something good to other people selflessly, without expecting anything back. How did I find it? The content was quite interesting and inspired me to think. The idea that we are all the same age and only born at different times, I found fascinating. Are we really all old souls who return again and again?

At this point, I wonder if I should come to another event of this kind and I am still undecided. What I did not like so much was that the whole process and setting reminded me of traditional church sermons, which I'm not so keen on. On a sideboard religious objects are laid out and a preacher swings speeches. The attendees listen in silence and let themselves be "sprinkled" or "inspired" at best. I would rather wish for a dialogue or a discussion on the different statements or moral stories. At this entertaining evening, I asked a few questions that the nice gentleman answered patiently and smiling. Nevertheless, I had the impression that the format was different and I may have a little disturbed with my curiosity. When something is "preached" and the "believers" bow it off, I basically have a problem with it. Therefore, the event has been suitable for me only in parts. Nonetheless, I am grateful that there are places that seek to promote calm, spirituality and mental health. I am sympathetic to Buddhism because it does so in a way that seems comparatively peaceful, practical, and unruly. I wonder if many people would be better off if they spent more time in the hectic everyday life for mindfulness, deceleration and listening to oneself. 

Did you already have contact to Buddhism or other religious teachings? What experiences have you had with religion, belief and spiritual institutions?

6/8/2019





BLOG#161

DAS PERSÖNLICHE ENDE…

… und das Sterben sind nicht besonders beliebte Themen. Warum eigentlich? Wir leben in einer Gesellschaft, die man fast schon als nekrophob bezeichnen könnte, weil dieser wichtige Aspekt von vielen Leuten bewusst tabuisiert wird. Unter Nekrophobie versteht man an dieser Stelle die Angst vorm Tod und alles was damit zu tun hat. Was bedeutet das aber im Alltag? Für mich persönlich ist das Sterben nicht präsent, wofür ich dankbar bin. Doch ist das überhaupt ein Vorteil? Ich habe mit Trauer und dem Abschied nehmen zugegebenermaßen wenig Erfahrungen gemacht. Noch nie musste ich am Grab stehen und Tränen über eine nahestehende Person vergießen. Doch früher oder später werde ich damit konfrontiert werden und nicht davon verschont bleiben. Wird es mich dann härter treffen, weil ich nicht gelernt habe, damit umzugehen? Ich weiß, dass es verschiedene Stufen der Trauer gibt, wie z.B. das Leugnen oder die Phase des Zorns. Nun frage ich mich, ob es nicht vielleicht besser wäre, das Thema sichtbarer zu machen, anstatt es zu ignorieren, abzulehnen und davor davon zu rennen? Wann denkt man aktiv über sein eigenes Ableben nach oder spricht mit anderen darüber?

Letztens habe ich einen Podcast gehört, wo ein Palliativexperte darauf aufmerksam machte, dass alles, was lebt, auf das angewiesen ist, was tot ist. Die Erde, die Pflanzen brauchen, um zu wachsen und zu gedeihen, besteht z.B. aus gestorbenem und verwestem Material. Jedes Paar, was sich für eine konventionelle Ehe entscheidet, schließt mit dem Akt der Heirat alle anderen möglichen Partner aus. Am letzteren Beispiel wird deutlich, dass jeder Neubeginn das Ende einer anderen Phase voraussetzt. Für jede Tür, die sich schließt, öffnet sich also eine neue. Warum ist es dann so unangenehm sich mit Dingen, Situationen oder Zuständen zu beschäftigen, die zu Ende gehen? Die Angst vor der Ungewissheit darüber, ob es ein „Danach“ gibt oder nicht, kann lähmend sein. Verlust und Trauer sind schmerzvoll und keiner möchte etwas Liebgewonnenes freiwillig wieder hergeben. Die meisten hängen an ihrer Existenz und das ihrer Angehörigen und das ist auch gut so. Das Leben ist zu kostbar, um es gedankenlos zu verschwenden oder zu gefährden. 

Auf der anderen Seite würden wir ganz schnell ein Riesenproblem haben, wenn der Organismus kein eingebautes Verfallsdatum hätte. Von daher ist es vielleicht gut, dass die Entscheidung, wann und wie wir von dieser Welt gehen, normalerweise nicht bei uns liegt. Den Prozess durch Methoden der Sterbehilfe abzukürzen, stehe ich ambivalent gegenüber. In der Schweiz kann man für schlappe Zehntausend Euro einen Verein beauftragen, der einen vermeintlich friedvoll und schmerzlos ins Jenseits befördert. Ist das die optimale Lösung für ein schönes Ende oder ein Ausdruck von Kontrollzwang? Ich weiß es nicht. In jedem Fall ist der Tod einer der größten noch ungelösten Mysterien. Verdient er daher nicht mehr bewusste Beachtung und sogar Wertschätzung? Bei längerer Betrachtung weiß ich nicht, ob ich das ewige Leben so erstrebenswert finde. Ewig leben zu müssen, stelle ich mir auf Dauer etwas ermüdend vor…

Versuchst Du über den Tod konstruktiv nachzudenken oder schiebst Du alles, was damit zu tun hat, weit von Dir? Hast Du einen Exit-Plan oder findest Du das widerlich?  

  

THE PERSONAL END ... ... and death are not very popular topics. Why? We live in a society that could almost be described as necrophobic because this important aspect of life is deliberately tabooed by many people. The fear of death and everything that has to do with it, is maybe more common than uncommon. But what does that mean in everyday life? For me personally death is not present, for which I am grateful. But is that in fact an advantage? I have had little experience with grief and farewell. I never had to stand at the grave and shed tears over a lost person, I loved. But sooner or later I will be confronted with it and will not be spared. Will it hit me harder because I did not learn to handle it? I know that there are different stages of mourning, such as the denial or the phase of anger. Now I wonder if maybe it would be better to make the subject more visible instead of ignoring, rejecting, and running away from it? When do you actively think about your own demise or talk to others about it?

Recently, I heard a podcast where a palliative expert pointed out that everything that lives depends on what's dead. The soil that plants need to grow and thrive is e.g. from dead and decayed material. Every couple deciding on a conventional marriage excludes all other possible partners with the act of marriage. The latter example makes it clear that every new beginning presupposes the end of another phase. For every door that closes, a new one opens up. Why is it so uncomfortable to deal with things, situations or states that are coming to an end? The fear of uncertainty about whether there is an "afterlife" or not can be crippling. Loss and grief are painful and nobody wants to give something loved back voluntarily. Most depend on their existence and that of their loved ones and that's a good thing. Life is too precious to waste or endanger mindlessly.

On the other hand, we would very quickly have a huge problem if the organism did not have a built-in expiration date. So it may be good that the decision on when and how we leave the world is usually not ours. To abbreviate the process by methods of euthanasia, I am ambivalent. In Switzerland, you can hire a club for a mere ten thousand euros, which promotes a supposedly peaceful and painless travel into the afterlife. Is this the optimal solution for a nice ending or an expression of control compulsion? I dont know. In any case, death is one of the greatest unresolved mysteries. Does it therefore deserve conscious attention and even esteem? Upon prolonged consideration, I do not know if I find eternal life so worthwhile. To live forever, I imagine in the long run a little tiring ... Are you trying constructively to think about death or are you pushing everything that has to do with it, far from you? Do you have an exit plan or do you think that's disgusting?

6/12/2019


BLOG#162

ERFRISCHEND UND VITALISIEREND…

… ist z.B. Aromawasser mit Zitronenscheiben und Minze. Jammer- und Klageverhalten ist hingegen etwas, das ich sehr ermüdend finde. Sowohl bei anderen als auch bei mir selbst. Ab und an erwische ich mich leider dabei, wie ich über irgendeine Nichtigkeit stöhne oder mit den Augen rolle, weil mir etwas nicht passt. Letztens half ich meiner Tochter beim Aufräumen und hatte dabei ein kleines Aha-Erlebnis. Um uns die lästige Arbeit netter zu machen, hörten wir nebenbei ein Hörbuch über griechische Sagen. Als wir alles sortierten, lauschten wir den Erzählungen über Heldentaten, Intrigen und Göttern. Hierbei fiel mir eine Stelle auf, wo eine Königstochter dem Heeresführer als Wiedergutmachung für die Fehltritte eines unvernünftigen Prinzen angeboten wurde. Empört wies ich meine Tochter darauf hin, dass es früher üblich war, über Frauen zu verfügen und dass sie auch ohne Einverständnis verheiratet werden konnten. Ich rechnete bei dieser grausamen Vorstellung damit, dass die 8-Jährige sich meiner Entrüstung anschließen würde, was sie zu meiner Überraschung nicht tat. Stattdessen sagte sie trocken: „Ich wäre lieber verheiratet worden, als im Krieg als Soldat zu sterben.“ Nach einem Moment der Verblüffung dachte ich: Wow?! So habe ich das tatsächlich noch nie betrachtet. Schnell ist Frau dabei, sich über Ungerechtigkeiten, was das eigene Geschlecht angeht, zu ereifern. Doch was ist mit den „Verbrechen“, die Männern angetan wurden? 

Verstehe mich nicht falsch. Ich bin absolut dankbar, dass mutige und hartnäckige Frauen für Gleichberechtigung gekämpft haben und es noch immer tun. Heutige und zukünftige Generationen haben es besser, als je zuvor. Die „Metoo“-Debatte führt vor Augen, dass es offenbar noch jede Menge Handlungsbedarf gibt. Allerdings zeigt die verblüffende Reaktion meiner Tochter, dass es auch Ungerechtigkeiten gibt, die die männliche Bevölkerung hart treffen. Scheinbar ist mein Mädchen frei von einer Opferhaltung oder einem Teamzugehörigkeitsgefühl. Ihre Unbefangenheit lässt sie die Lage eher nüchtern und pragmatisch betrachten. Ich hingegen bin möglicherweise „gebrainwashed“ und neige dazu, nur aus einer weiblichen Perspektive heraus zu denken. Wie das Wasser vom Aroma der Früchte beeinflusst wird, so färbt mein Geschlecht meine Sicht der Dinge. 

Zum Glück bedrohen uns in unserem Land derzeit weder legale Vergewaltigung noch ein qualvoller Tod auf dem Schlachtfeld. Doch ist das in der Geschichte der Menschheit eine vergleichsweise neue Entwicklung, die keinesfalls für immer und überall gesichert ist. So löblich die Errungenschaften der Feminismusbewegung auch sind, so besteht auch eine gewisse Gefahr darin, einseitig Position zu beziehen und nur über die Probleme und Benachteiligungen von Frauen zu diskutieren. Emanzipation kann nicht nur für ein Geschlecht gelten, sondern sollte die Interessen aller Menschen im Blick haben. Ob das überhaupt möglich ist, weiß ich nicht. 

Welche Ungerechtigkeiten regen Dich sowohl auf der männlichen als auch auf der weiblichen Seite auf? Wenn Du Dir ein Geschlecht aussuchen könntest, welches hättest Du gewählt und warum?


REFRESHING AND VITALIZING ...

... is water with lemon slices and mint. Complaint behavior, however, is something that I find very tiring. Both with others and with myself. From time to time I unfortunately catch myself groaning or rolling my eyes over some vainness because something does not suit me. Lately, I helped my daughter clean up and had a little eye-opener. To make the annoying work nicer, we heard an audio book on Greek legends. As we sorted everything out, we listened to stories about heroics, intrigues, and gods. Here I noticed a place where a king's daughter was offered to the army commander as compensation for the missteps of an unreasonable prince. Outraged, I pointed out to my daughter that it used to be common practice to have women could be married without consent. I reckoned with this terrible idea that the 8-year-old would join in my indignation, which, to my surprise, she did not. Instead, she said dryly, "I would rather have been married than die in the war as a soldier." After a moment's puzzlement, I thought, Wow ?! I've never actually looked at it that way. Quickly, a woman is busy ranting about injustices about her own gender. But what about the "crimes" done to men?

Do not get me wrong. I am absolutely grateful that courageous and determined women have fought for equality and still do. Today's and future generations have it better than ever. The "Metoo" debate makes it clear that there is obviously still a lot of action to be taken. However, the daunting reaction of my daughter shows that there are also injustices that hit the male population hard. Apparently, my girl is free of a victim attitude or a sense of team affiliation. Her impartiality makes her look more sober and pragmatic. On the other hand, I may be "brainwashed" and tend to think only from a female perspective. As the water is affected by the aroma of the fruits, so does my gender color my view of things.

Fortunately, neither legal rape nor torturous death on the battlefield is currently threatening our country. But this is a comparatively new development in the history of humanity, which is by no means guaranteed forever and everywhere. As praiseworthy as the achievements of the feminist movement are, there is also a certain danger in taking a one-sided stance and discussing only the problems and disadvantages of women. Emancipation can not only apply to one gender, but should also have the interests of all people in mind. I do not know if that's possible.

What injustices excite you both on the male and the female side? If you could choose a gender, which would you have chosen and why?

7/1/2019



BLOG#163+164

10 MINUTEN…

…. können quääääääääääääääälend lang sein. Zum Beispiel wenn man bis zum Hals in einem Pool voller Wasser mit Eiswürfeln steckt. Du sagst jetzt wahrscheinlich: „Alles erstunken und erlogen! Das geht überhaupt nicht!“ Und ja, ich hätte das bis vor kurzem auch nicht für möglich gehalten. Hätte ich es nicht am eigenen Leibe erfahren und gesehen, dass es auch bei anderen funktioniert, hätte ich das für absoluten Quatsch gehalten. Wieso und warum und was mich dazu gebracht hat, versuche ich Dir jetzt zu erzählen. Doch erstmal die Vorgeschichte.

Seit ich erwachsen bin, leide ich unter kalten Händen und Füßen im Herbst und Winter. Das geht häufig soweit, dass ich trotz Deckenberge und Heizmatte nicht einschlafen kann. Das hat mich aufhorchen lassen, als ich im Internet auf den Iceman alias Wim Hof gestoßen bin. Dieser Extremsportler hält diverse Kälterekorde, aber auch extremer Hitze stand. Sein längstes Eisbad liegt bis dato bei 1 Stunde und 52 Minuten. „Wie ist das möglich?“ habe ich mich ungläubig gefragt und bin neugierig geworden. Wieder ein Guru, der mit Scharlatanerie verzweifelten Menschen falsche Hoffnungen macht und ihnen das Geld aus der Tasche zieht? Angeblich können mit seiner Atemtechnik und seinem Kältetraining physische und psychische Krankheiten kuriert werden. Es erscheint unrealistisch, dass das alles ohne Pillen und Medizin und nur mit Eis und Luft möglich sein soll. Was mich letztlich überzeugt hat, der Sache nachzugehen, war die Tatsache, dass er im Labor injizierte Krankheitserreger mit seiner unkonventionellen Methode abwehren konnte. Die Vorstellung, dass man willentliche Macht über sein Immunsystem gewinnen kann, finde ich verblüffend und faszinierend. Nun könnte man argumentieren, dass der Niederländer nur eine merkwürde Anomalie der Natur darstellt. Er hingegen wehrt sich dagegen, als Freak oder Mutant abgekanzelt zu werden und behauptet, dass jeder seine Herangehensweise in kurzer Zeit lernen könne. Um das zu beweisen wiederholte er das Grippe-Injektions-Experiment erfolgreich mit Propanden, die von ihm nur wenige Tage vorher eingewiesen wurden. Die Aussicht darauf, innerhalb von kurzer Zeit eine unglaubliche Fähigkeit zu erlernen, hat auf mich als ungeduldige Person besonders anziehend gewirkt. 

Gesagt getan. Nach einer Recherche auf der Webseite „Innerfire“ habe ich mich kurzerhand bei einem Summercamp in den Pyrenäen angemeldet. Als der Termin näher rückte, hatte ich ein mulmiges Gefühl. Die Angaben zum Ablauf der Reise waren extrem minimalistisch und ich fragte mich, ob ich vielleicht einem Betrug aufgesessen und ich mein Geld zum Fenster hinausgeworfen hatte. Ich wusste nicht, wie die Unterkunft aussehen, noch was mich sonst erwarten würde.

Als ich den Treffpunkt nach einigen Irrungen und Wirrungen am Flughafen von Barcelona fand, war ich heilfroh und erleichtert. Mit weiteren Hundert Teilnehmern fuhren wir mit dem Bus einige Stunden zum unbekannten Zielort in der spanischen Gebirgskette.

Dort angekommen wurden wir in Dreiergruppen und in kleine Holzhütten verteilt. Am nächsten Tag ging es auf der Wiese mit einer Ansprache vom Meister höchst persönlich los. Hof erzählte von der Wirksamkeit seiner Methode und untermalte diese mit Erfolgsgeschichten und Heldentaten aus seinem Leben. Hierbei war der 60-Jährige sich nicht zu schade, anzügliche Witze über Dildos oder Trump zu reißen, was die Atmosphäre auflockerte und durchaus Unterhaltungswert hatte. Anschließend begaben wir uns in eine liegende Position auf die Yoga-Matten und entspannten uns. Wir begannen mit der ersten Atem-Session, die von nun an ein festes Morgenritual werden sollte. Wims Atem-Methode bestand hierbei aus einer wellenartigen und fließenden Abfolge von Bauch-, Brust-, und Kopfatmung. Es fiel mir überraschenderweise leicht, den Anweisungen zum Aus- und Einatmen zu folgen. Den gesamten Körper mit Sauerstoff zu befüllen, war ein eindrückliche Erlebnis. Zwischendurch die Luft ohne Probleme über einen relativ langen Zeitraum anhalten zu können, glich einer transzendenten Erfahrung. Hof spielte liebliche Töne auf seiner Gitarre und sang dabei in einer Art, dass sie mich tief berührte. Ich fühlte mich leicht und frei und Tränen liefen mir über das Gesicht. Hofs Ausspruch: „Get high on your own supply!“ war also keine leere Versprechung. Diese positive Überraschung stimmte mich zuversichtlich. Trotzdem alarmiert es mich, zu hören, dass das erste Eisbad im Anschluss stattfinden sollte. Auch machte es mich nervös, herauszufinden, dass das Bad nicht ein oder zwei Minuten, sondern gleich satte 10 Minuten andauernd sollte. Ich hatte erwartet, dass man ein wenig sanfter und schonender an die Sache herangeführt werden würde, doch Pustekuchen. Mein Herz klopfte wie wild, als ich realisierte, dass es nun kein Zurück gab…

Da stand ich nun mit Hundert anderen Männern und Frauen und starrte auf einen mittelgroßen blauen Plastikpool, der mit 1000 kg Eiswürfeln einen ungewöhnlichen Anblick bot. Aufgrund der Größe der Gruppe waren zwei Durchgänge in diesen runden Becken vorgesehen. Ich sah teils besorgt, teils aufgeregt zu, wie die ersten Teilnehmer in das kalte Nass stiegen und dort stoisch verharrten. Als ich an der Reihe war, war der Einstieg in den blauen Ring ein Schock. Worte können nicht ausdrücken, was ich fühlte. Der blanke Horror ergriff mich und ich war sprichwörtlich außer Rand und Band. Sofort fing ich an zu schlottern, zu schreien und zu jammern. Hinter mir stand Dominik, ein ausgebildeter Trainer der WH-Methode und flüsterte mir ermutigende und tröstende Worte ins Ohr. Einerseits spürte ich unsagbare Schmerzen und Verzweiflung, andererseits konnte ich es nicht fassen, dass alle anderen außer mir völlig ruhig und fast schon entspannt wirkten. Ich hingegen schrie gefühlt wie am Spieß. Das war mir unsagbar peinlich, aber ich konnte mir nicht helfen. Im Nachgang ist es erstaunlich, wie ich die 10 Minuten Marke überlebte. War es ein unsichtbarer Gruppenzwang? Waren es Dominiks hypnotische Einflüsterungen oder mein Stolz, nicht diejenige zu sein, die einknickt? Ich weiß es nicht. Fazit war, dass ich ein Weinkrampf bekam, als ich schließlich aus dem Eiswürfelbad stieg und ich unkontrolliert zitterte und zuckte. Mein Körper bebte und meine Zähne klappterten wie Espenlaub. Außer der Geburt meiner zwei Kinder hatte ich niemals etwas Ähnliches Schmerzhaftes und Unerbittliches erfahren. Alles in Allem ein Albtraum. Schemenhaft kann ich mich daran erinnern, wie ich zusammen mit meinen Mitstreitern den Anweisungen des WH-Trainers folgte. In einem tiefen breitbeinigen Stand mit gebeugten Knien vollzogen wir langsame rhythmische Bewegungen, die dem Thai Chi ähneln. Meine Oberschenkel brannten und wir alle sahen aus, wie feuerrote Krebse, die einen merkwürdigen kultischen Tanz aufführten. Diese Prozedur war offenbar notwendig, um die Blutzirkulation zu regulieren und unwillkommene „Aftereffects“ zu reduzieren. Manche klagten über unangenehme Gefühle oder Kribbeln in Händen, Armen oder anderen Körperteilen. Ich spürte von alledem nichts. Wahrscheinlich war ich so „geflashed“ davon, der Eishölle entkommen zu sein, dass ich einfach nur froh und dankbar war.


An den folgenden Tagen waren weitere Eisbäder vorgesehen und in mir vermischten sich Verzweiflung und Trotzgefühle. Einerseits konnte ich den Gedanken daran, das Delirium nochmals zu ertragen, kaum aushalten. Andererseits wollte ich mich nicht so leicht geschlagen geben und war bereit, mich dem Kampf wieder zu stellen. Als ich zum Treffpunkt ging, kam ich mir ein wenig vor, wie ein Schaf auf dem Weg zur Schlachtbank und mir wurde ganz schwer ums Herz. Da ich keine Lust auf die Opferrolle hatte, entschied ich mich dazu, es völlig anders zu sehen. Ich wollte wie ein Gladiator sein, der loszieht, um einen Drachen niederzustrecken. Meine Angst zu bezwingen, war eine immense Herausforderung, doch ich schaffte es, verblüffend ruhig in die nächste Runde zu gehen.

Ein Mitstreiter namens Luke machte mir Mut und erzählte mir davon, wie er beim letzten Mal grinsend im Eis gesessen hatte. Das wollte ich auch können und ich nahm mir vor, wenigstens nur ein paar Sekunden zu lächeln. Darüber hinaus fragte ich den Meister, wie er es denn konkret schaffen würde, während des Eisbads nicht in Stress und Schmerz zu versinken. Wim hielt in seiner merkwürdigen Art und Weise eine kurze Rede und ich verstand seinen Ansatz so, dass er in seinem Gehirn einen Ort aufsucht, wo er sich wohl und glücklich fühlt. Mit diesem Bild im Kopf konnte ich etwas anfangen und stieg entschlossen zum zweiten Mal in den Ring. Ich konzentrierte mich auf mein „Happy Place“ in meinem Gehirn, entspannte mich und ließ los.

Diesmal war es ein komplett anderes Erlebnis. Vielleicht war es jetzt eine bessere Körper- und Geisteshaltung? Vielleicht war es das Muskelgedächtnis und das Wissen es schon einmal überlebt zu haben? Fakt ist, dass ich lächeln konnte und das Eis mir keine Höllenqualen mehr bereitete. Ich war erstaunt und euphorisch, dass ich frei und nicht mehr auf die stützenden Worte der Betreuer angewiesen war. Die Angst und die Schmerzen waren in dem Moment verflogen, als ich mich der furchteinflössenden Lage bewusst stellte, anstatt davon zu laufen. War das Ironie des Schicksals? Ich weiß es nicht und werde es wahrscheinlich nie mit Sicherheit wissen.

Heute bin ich dankbar, dass ich mich getraut habe, etwas sehr Schwieriges zu wagen und zu meistern. So konnte ich mich selbst als stark und nicht als schwach erleben.


Welchen unbequemen Weg bist Du bereits gegangen und bist dafür vom Leben belohnt worden?




10 MINS… 

.... can be excruciatingly long. For example, if you're up to your neck in a pool full of water with ice cubes. You are probably saying, "That is a scam! That does not work at all! "And yes, I would not have thought it possible until recently. Had I not experienced it myself and seen that it works for others, I would have thought that´s absolute nonsense. Why and what has made me check it out, I will tell you now. But first the prehistory

Since growing up, I suffer from cold hands and feet in autumn and winter. This often goes so far that I can not fall asleep despite mountains of blankets and a heating mat. That made me sit up when I found Iceman aka Wim Hof ​​on the internet. This extreme athlete withstands various cold records, but also extreme heat. His longest ice bath is currently at 1 hour and 52 minutes. "How is that possible?" I wondered in disbelief and became curious. Again a guru who produces hopes with charlatanism and pulls the money out of desperate peoples pockets? Allegedly, physical and mental illnesses can be cured with his breathing technique and his cold training. It seems unrealistic that all this should be possible without pills and medicine and only with ice and air. What ultimately convinced me to investigate the matter was the fact that he was able to fend off pathogens injected in the laboratory with his unconventional method. The idea that one can gain deliberate power over his immune system, I find amazing and fascinating. Now, one could argue that the Dutchman is just a peculiar anomaly of nature. He, on the other hand, refuses to be dismissed as a freak or mutant and claims that anyone can learn his approach in a short time. To prove this, he successfully repeated the Influenza Injection experiment with propands that he had been briefed on just days before. The prospect of learning an incredible skill within a short time has been particularly appealing to me as an impatient person.   

Said and done. After a search on the website "Innerfire", I signed up for a Summercamp in the Pyrenees. As the appointment drew near, I had a queasy feeling. The details of the trip were extremely minimalistic and I wondered if I might have been cheating and thrown my money out the window. I did not know what the accommodation looked like nor what else would expect me.

When I found the meeting place after a few mistakes and confusions at the airport of Barcelona, ​​I was glad and relieved. With another hundred participants we took the bus for a few hours to the unknown destination in the Spanish mountain range.

Once there we were distributed in groups of three and in small wooden huts. The next day we went on the lawn with a speech by the master personally. Hof talked about the effectiveness of his method and accompanied it with success stories and heroic deeds from his life. Here, the 60-year-old was not shy to make frivol jokes about dildos or Trump, which loosened the atmosphere and had quite entertainment value.

Then we went to a lying position on the yoga mats and relaxed. We started with the first breathing session, which was to become a solid morning ritual from now on. Wim's breathing method consisted of a wave-like and flowing sequence of abdominal, chest, and head breathing. It was surprisingly easy for me to follow the instructions for breathing in and breathing out. Filling the whole body with oxygen was an impressive experience. In between, to be able to hold the air without problems for a relatively long time was like a transcendent adventure. Hof played sweet tones on his guitar and sang in a way that touched me deeply. I felt light and free and tears ran down my face. Hof's saying: "Get high on your own supply!" was not an empty promise after all. This positive surprise made me feel confident. Nevertheless, it alarmed me to hear that the first ice bath should take place afterwards. Also, it made me nervous to find out that the bath should not last a minute or two but a whopping 10 minutes. I had expected that one would be brought a little gentler and gentler to the cause, but nope. My heart was pounding when I realized that there was no way back ...

There I stood with a hundred other men and women and stared at a medium-sized blue plastic pool, which offered an unusual sight with 1000 kg of ice cubes. Due to the size of the group, two passages were provided in these round basins. I saw partly worried, partly excited as the first participants climbed into the cold water and stoically stayed there. When it was my turn, getting into the blue ring was a shock. Words can not express what I felt. The sheer horror grabbed me and I was literally going crazy. Immediately I started to shiver, scream and moan. Behind me, Dominik, a trained WH method trainer, whispered encouraging and comforting words in my ear. On the one hand, I felt untold pain and despair, on the other hand, I could not believe that everyone else but me felt completely calm and almost relaxed. I, on the other hand, screamed as if I was dying. That was incredibly embarrassing, but I could not help myself. Afterwards, it's amazing how I survived the 10 minute mark. Was it an invisible peer pressure? Was it Dominik's hypnotic insinuations or my pride not to be the one who collapses? I dont know. The bottom line was that I got a cramp when I finally got out of the ice cube bath and I trembled uncontrollably and twitched. My body shook and my teeth worked like aspen leaves. Except for the birth of my two children, I had never experienced anything like painful and inexorable. All in all a nightmare.

Like in a trance I followed along with my colleagues the instructions of the WH coach. In a deep, broad-legged stance with knees bent, we performed slow rhythmic movements resembling Thai Chi. My thighs were burning and we all looked like fiery red crayfish performing a curious cultic dance. This procedure was apparently necessary to regulate blood circulation and reduce unwelcome "after effects". Some complained of unpleasant feelings or tingling in the hands, arms or other parts of the body. I felt nothing of all this. Probably I was so "flashed" of escaping the hellhole that I was just happy and grateful. 

On the following days, more ice baths were planned and in me mixed despair and feelings of defiance. On the one hand, I could hardly bear the thought of enduring the delirium again. On the other hand, I did not want to be beaten so easily and was ready to face the fight again. When I went to the meeting place, I felt a bit like a sheep on the way to the slaughter and I my heart suddenly felt very heavy. Since I did not like the victim role, I decided to see it completely different. I wanted to be like a gladiator going out to kill a dragon. Fighting my fear was an immense challenge, but I managed to make the next round amazingly calm. A dear comrade called Luke gave me courage and told me about how he had sat grinning in the ice last time.

I wanted to be able to be like him and I was determinded to smile for at least a few seconds. In addition, I asked the master how he would actually manage, during the ice bath not to sink into stress and pain. Wim made a short speech in his weird way, and I understood his approach by going to a place in his brain where he feels comfortable and happy. With this image in my head, I could do something and rose decidedly for the second time in the ring. I concentrated on my "Happy Place" in my brain, relaxed and let go. This time it was a completely different experience. Maybe it was a better body and mind attitude now, maybe it was muscle memory and the knowledge, that I had already survived it once before? The fact is that I could smile and the ice made me no more agonies. I was amazed and euphoric that I was free and no longer dependent on the supportive words of the instructors. The fear and the pain were gone the moment I faced the scary situation instead of running away from it. Was that the irony of fate? I do not know and will probably never know for sure.

Today I am grateful that I dared to dare and master something very difficult. So I could see myself as strong and not weak.


What uncomfortable way have you gone already and been rewarded by life?


 20.7.2019


BLOG#165

ICH MÖCHTE SEIN WIE ER…

… Das dachte ich mir, als ich vor ein paar Tagen am Beckenrand saß und meine Beine ins kühle Nass baumeln ließ. Mit meinem kleinen Sohn war ich bei sonnigem Wetter ins Freibad gegangen und hatte nicht die geringste Ahnung, dass ich etwas Aufregendes und Cooles erleben würde. Nachdem wir ein paar Bahnen geschwommen waren, bemerkte ich, dass der Bademeister den 10 Meter Sprungturm öffnete, was mich neugierig machte. Nie zuvor hatte ich die Gelegenheit gehabt zu sehen, wie jemand tatsächlich dort hinunterspringt. Meine persönliche Bestmarke lag bisher bei stolzen 5 Metern. Gespannt verfolgten wir zusammen mit anderen Schaulustigen, wie „Todesmutige“ den hohen Turm aufstiegen und Anstalten machten zu springen. Manche waren zögerlich, andere fackelten nicht lange herum. Obwohl ich gar nicht oben war, fieberte ich mit und hatte ein flaues Gefühl in der Magengegend. Begeistert klatschte ich, wenn einer seine Angst überwand. Zu meiner Überraschung traten sogar einige Kinder auf. Ein etwa 11-jähriger dunkelhäutiger Junge mit wilder Lockenmähne beeindruckte mich hierbei besonders. Für ihn schien es ein Spaziergang zu sein vom 10er zu hüppen. Das stachelte mich irgendwie an. Wenn ein Kind das konnte, was hielt mich denn dann davon ab? Spontan fragte ich meinen fünfjährigen Racker: „Soll Mama auch vom 10er springen?“ Die enthusiastische Antwort: „Ja, Mama. Zeig mir wie mutig Du bist!“ besiegelte mein Schicksal. Da gab es dann kein Zurück mehr. Wer A sagt, muss auch B sagen. Aufgeputscht stellte ich mich in die Schlange an und es kam mir gefühlt ewig vor, bis ich endlich an der Reihe war.

Heute bin ich dankbar, dass mein Kind mir den letzten Schups gegeben hat, etwas Verrücktes zu probieren. 

Wer feuert Dich an, wenn Du es brauchst?

 8.8.2019


I WANT TO BE LIKE HIM ...

... That's what I thought when I sat on the edge of the pool a few days ago and let my legs dangle in the cool water. My little son and I went to the outdoor pool in sunny weather and I did not have the slightest idea that I would experience something exciting and nerv-racking. After swimming a few laps, I noticed that the lifeguard opened the 10 meter diving tower, which made me curious. Never before I had the opportunity to see someone actually jumping down there. My personal best so far was 5 meters. Tense, we followed along with other onlookers, as "death-prone" ascended the high tower. Some were hesitant, others did not fuss long. Although I was not up there, I had a dull feeling in the stomach area. Enthusiastically, I clapped when one overcame his fear. To my surprise, even some children appeared. An approximately 11-year-old dark-skinned boy with a wild curly mane impressed me especially. For him it seemed to be a piece of cake to jump from the highest tower in town. That somehow spiked me. If a child could do that, what was stopping me? Spontaneously, I asked my five-year-old boy, "Should Mama jump from 10 meters?" The excited answer: "Yes, Mama. Show me how brave you are! " sealed my fate. There was no turning back then. Who will say a, need to say b as well. Impudently, I lined up in the queue and it felt like forever, until it was finally my turn.

Today I am grateful that my child gave me a reason to try something crazy and bold. 

Who will encourage you and cheer when you need it?

8/8/2019


BLOG#166

AM ABGRUND… (Teil 2)

…“Wie würde es wohl sein, oben zu stehen und hinunterzuschauen?“ fragte ich mich, als ich vor der Treppe zum 10 Meter Sprungturm stand und verharrte. Es durften nur wenige Personen zur selben Zeit auf der hohen Plattform stehen, sodass sich eine Schlange von sich unten befindenden Leuten bildete. Ein leichter Wind ließ meinen nassen Körper frösteln. Hierbei war ich mir nicht sicher, ob es die Brise oder meine Furcht war, die mich zum Schlottern brachte. Ungeduldig verlagerte ich mein Gewicht von einem Bein auf das andere und hielt mich krampfhaft am Metallgeländer fest. Ich fluchte, warum das denn alles so lange dauerte. In mir stieg die Sorge auf, dass mein Mut mich verlassen würde, falls es nicht endlich losginge. Um die Zeit erträglicher zu machen, interviewte ich die anderen Jungs, die ebenfalls auf ihren Einsatz warteten. „Würde es sehr weh tun und wie oft seid ihr schon gesprungen?“ waren meine brennenden Fragen. Ein Jugendlicher erzählte, dass er immer springt, sobald der Bademeister die Tore zum Zehner öffnet. Das erste Mal sei er den Turm allerdings wieder hinuntergestiegen, weil er es nicht über sich gebracht hätte. Erst später konnte er einen zweiten Anlauf nehmen und seinen Widerwillen besiegen. Innerlich stellte ich mich nun auf einen mentalen Kampf und einen unangenehmen Wasseraufprall ein. Trotzdem war ich fest entschlossen, es zu versuchen. „Wer 10 Minuten körperliche Qualen im Eiswürfelbad aushalten kann, wird ein paar Sekunden Schmerzen wohl nicht schlimm finden“, versuchte ich mich zu beruhigen. 

Heute bin ich für die Erfahrung dankbar, dass mit jeder überwundenen Angst weitere Dinge möglich werden, die vorher völlig außer Reichweite standen. Auch haben mir die ehrlichen Antworten und ein wertvoller Tipp der anderen Springer sehr geholfen. Was das für ein entscheidender Hinweis war, verrate ich demnächst…

Suchst Du den Rat von anderen, wenn Du in schwierige Situationen gerätst oder machst Du am liebsten alles mit Dir alleine aus?

9.8.2019


ON THE EDGE... (Part 2)

... "What would it be like to stand up there and look down?" I asked myself as I stood in front of the 10 meter diving platform and stopped. Only a few people were allowed to stand on the high platform at the same time, forming a queue of people below. A light wind made my wet body shiver. I was not sure if it was the breeze or my fear that made me stagger. Impatiently, I shifted my weight from one leg to the other and held fast to the metal railing. I swore why it all took so long. There was a growing concern in me that my courage would leave me if it did not finally start. To make the time more bearable, I interviewed the other guys who were also waiting for their assignment. "Would it hurt a lot and how many times have you jumped?" Were my burning questions. A teenager said that he always jumps as soon as the lifeguard opens the gates to the tenth. The first time, he had descended the tower again, because he would not have brought it over himself. Only later could he take a second attempt and defeat his aversion. Internally, I now adjusted to a mental fight and an unpleasant water impact. Still, I was determined to try. "Anyone who can endure 10 minutes of physical torment in an ice cube bath will bear a few painful seconds," I tried to calm myself.

Today, I am grateful for the experience that with every fear overcome, more things become possible that were previously completely out of reach. Also the honest answers and a valuable tip of the other jumpers helped me a lot. What that was for a decisive hint, I will tell soon ... 

Are you looking for the advice of others when you are in difficult situations or do you prefer to manage everything on your own?

8/9/2019


BLOG#167

EIN SCHRITT INS NICHTS… (Teil 3)

…Als der Bademeister nach einer gefühlten Ewigkeit die Erlaubnis gab, den 10er-Turm hochzukommen, war ich aufgeregt und dankbar, dass die Zeit des Wartens endlich vorbei war.  Schnell hastete ich die Wendeltreppe hoch und malte mir im Geist aus, wie es wohl werden würde. Jemand hatte mir vor geraumer Zeit erzählt, dass das Schwimmbecken von oben aussehen würde wie eine Briefmarke. Das wollte ich irgendwie nicht wirklich sehen. Die anderen sprungerfahrenen Jungen hatten mir zudem folgenden Tipp gegeben, den ich auf jeden Fall beherzigen wollte: „Nicht zum Rand gehen und hinuntersehen, sondern einfach blind springen“. Weil ich sichergehen wollte, dass mein kleiner Junge mich auch sieht, lehnte ich mich über das Geländer und blickte zur Seite auf den Beckenrand. Erleichtert sah ich, wie mir der Knirps begeistert zujubelte. Während ich noch am hinteren Teil des Turms wartete, stand der Bademeister vorne und kontrollierte, dass alles seine Ordnung hatte. Auf meine Frage, ob unten jetzt frei wäre, nickte der Mann mit Sonnenbrille und Shorts betont lässig. Zudem machte er eine einladende Handbewegung und es kam mir vor, als ob er mir die Tür zu einer exklusiven Party öffnen würde. Ich überlegte nicht lang und schritt mit geschlossenen Augen zügig über die Kante, sodass ich nichts vom blauen Wasserbecken erkennen konnte. Mit aller Kraft versuchte ich meine Muskeln anzuspannen, um den Aufprall möglichst wenig schmerzvoll zu erleben. Meine Arme und Beine presste ich eng zusammen, um keine „Angriffsfläche“ zu bieten. Zu meinem Erstaunen war das Eintauchen überhaupt nicht so schlimm, wie erwartet. Am Po spürte ich ein leichtes Brennen, aber ansonsten war alles bestens. Überglücklich tauchte ich wieder auf und war so froh, es geschafft zu haben. Heute bin ich dankbar, dass ich keinen Bauch- oder Rückenklatscher erlitten habe und heil aus der ganzen Nummer rausgekommen bin. Dieses einschneidende Erlebnis hat mir gezeigt, dass man manchmal einfach nur Mut zur Lücke haben muss.  

Kannst Du blind vertrauen und einen Schritt ins Ungewisse wagen?

11.8.2019


A STEP INTO THE VOID... (Part3)

 ... It felt like eternity until the lifeguard gave the permission to come up the 10m-tower. I was excited and grateful that the time of waiting was finally over. Quickly I hurried up the spiral staircase and imagined in my mind what it would be like. Somebody told me some time ago that the pool would look like a stamp from above. I did not really want to see that somehow. The other jumpy boys had also given me the following tip, which I wanted to heed in any case: "Do not go to the edge and look down, but just jump blindly." Because I wanted to make sure that my little boy also saw me, I leaned over the railing and looked sideways at the edge of the pool. Relieved, I saw how the boy enthusiastically cheered me. While I was still waiting at the back of the tower, the lifeguard stood in front and checked that everything was in order. When I asked whether down below would be free, the man with sunglasses and shorts nodded in a very casual fashion. He also made a welcoming gesture and it seemed to me as if he would open the door to an exclusive party. I did not think long and walked quickly with my eyes closed over the edge, so that I could see nothing of the blue pool of water. With all my strength I tried to tense my muscles to experience the impact as comfortably as possible. I pressed my arms and legs close together and hoped for the best. To my astonishment, the immersion was not at all as bad as expected. At the buttocks I felt a slight burning, but otherwise everything was fine. Overjoyed, I reappeared and was so happy to have made it. Today I am grateful that I have not suffered any injuries and safely came out of the whole thing. This dramatic experience has shown me that sometimes you just have to have the courage to fill in the gap. 

Can you trust blindly and take a step into the unknown?

8/11/2019


BLOG#168

IST ALLES LIEBE?...

… Jeder hat bestimmte Vorstellungen davon, was Liebe ist. Die einen denken an Romantik oder ihre Familie, die anderen denken an einen Zustand des Wohlgefühls. Unerfüllte Liebe ist so ziemlich das Gegenteil vom letzteren und das, was wohl jeder fürchtet. Es gibt wahrscheinlich so unterschiedliche Auffassungen von Liebe wie es unterschiedliche Menschen gibt. Heute bin ich dankbar für die personenunabhängige Liebe, die ich oft in mir spüre. Ich liebe zum Beispiel Abstraktes wie Freiheit und Wahrheit oder Schönheit im Kleinen. Der blaue Himmel und weiße Wolken können mich immer wieder verzücken. Was mich momentan jedoch mehr beschäftigt, ist die Frage, was denn wahre Liebe eigentlich ist. Ist es eine Energie, ein Gefühl oder nur ein biologischer Trieb? Gibt es vielleicht Hierarchien von Liebe, wo auch Konkurrenz herrscht und Kämpfe ausgefochten werden? Ist eine Liebe vielleicht weniger wichtig und wert als die andere? Mit Sicherheit gibt es verschiedene Ausformungen und Intensitätsstufen, die höchst individuell erscheinen. Letztens ist mir eine radikale Behauptung begegnet, die besagt, dass alles eine Form oder Folge von Liebe sei. Also, auch Schlechtes, wie z.B. Krieg. Ein Machthaber liebt sich selbst, seinen persönlichen Vorteil und sein Ego so sehr, dass er bereit ist, sein Land und sein Volk für seine niederen Zwecke zu missbrauchen bzw. zu opfern. Gibt es dieser Logik folgend also eine gute und eine schlechte Liebe? Eine helle und eine dunkle Seite der Medaille? Wie sieht es aus mit der Selbstliebe? Es ist leicht, nur die schönen und angenehmen Facetten unserer eigenen Person anzunehmen und gut zu finden. Doch sollte es nicht das Ziel sein, sich selbst und andere bedingungslos, also mit allen Fehlern und Schwächen zu lieben? Wenn ja, warum fällt es nur so schwer?

Was ist Liebe für Dich?

22.8.2019


IS EVERYTHING LOVE? ... 

... Everyone has certain ideas about what love is. Some think of romance or their family, others think of a state of well-being. Unfulfilled love is pretty much the opposite of the latter and what everyone fears. There are probably as many different understandings of love as there are different people. Today I am grateful for the person-independent love that I often feel in myself. For example, I love abstracts such as freedom and truth or beauty on a small scale. The blue sky and white clouds can always enchant me. But what concerns me more at the moment is the question of what true love actually is. Is it an energy, a feeling, or just a biological drive? Are there maybe hierarchies of love, where there is competition and fights are fought? Is one love perhaps less important and worth than the other? Certainly there are different forms and intensity levels, which appear highly individual. Lastly, I came across a radical claim that everything is a form or consequence of love. So, even bad stuff, such as war. A ruler loves himself, his personal advantage, and his ego so much that he is ready to abuse or sacrifice his land and people for his base purposes. So is there a good and a bad love following this logic? A bright and a dark side of the coin? What about self-love? It is easy to accept and find only the beautiful and pleasant facets of our own person. But should not the goal be to love oneself and others unconditionally, with all the mistakes and weaknesses? If so, why is it so difficult?

What is love for you?

8/22/2019


BLOG#169

MYSTERIÖS…

… war es, als ich gestern auf dem Rücken lag und den Blick nach oben richtete. Weißer Rauch stieg über meinem Bauch empor und ich betrachtete dieses Phänomen lang und konzentriert. Die Formen stiegen zunächst gebündelt, dann chaotisch, organisch und letztlich fließend in die Höhe. Dort pulverisierte sich das Ganze und löste sich einen feinen Nebel auf. Dieser faszinierende Vorgang schien sich endlos zu wiederholen und hatte einen anmutigen und meditativen Charakter. Ich kam mir vor wie in einer Räucherhöhle und die Minuten vergingen andächtig und still. „Wenn das nicht wieder einmal ein abgefahrenes Experiment ist?“ dachte ich, als ich auf der Liege versuchte, mich so wenig wie möglich zu bewegen. Wo ich war und was mich dazu geführt hatte?

Fast die ganze Woche hatte ich wegen einer garstigen Magen-Darm-Erkrankung im Bett gelegen. Krämpfe, Durchfälle und ein schwacher Kreislauf hatten mich voll erwischt. Die Tage in meinem Schlafzimmer waren mir gefühlt vorgekommen wie Monate. Heute bin ich sehr dankbar, dass ich nicht chronisch krank bin und dieses schlimme Schicksal mir bisher erspart geblieben ist. Weil ich ja die Ungeduld in Person bin, hatte ich mir überlegt, wie ich den Krankheitsverlauf verkürzen könnte. Da war mir eingefallen, dass ich im nahe gelegenen Einkaufszentrum ein Praxis-Schild gesehen hatte, wo traditionelle chinesische Medizin angeboten wurde. Bisher bin ich bei Krankheiten meist brav zum normalen Hausarzt gedackelt. Diesmal wollte ich etwas Neues ausprobieren und kam so in den ungewöhnlichen „Genuss“ einer Akupunktur-Behandlung. An Beinen, Bauch, Händen und sogar am Kopf verpasste mir der chinesische Arzt feine Nadeln, die mehr oder weniger zu spüren waren. Teilweise fühlte es sich an wie kleine Elektroschocks, die durch meinen Körper jagten. Aber was tut man nicht alles für eine schnellere Genesung? Da ich ja Darmbeschwerden hatte, waren um meinen Bauchnabel besonders viele Nadeln verteilt. Hier wurden Nadelgrüppchen gebildet, die als eine Art Halterung für vier brennende Papierröllchen namens Moxa dienten. Dieses jahrtausendalte Verfahren erwärmte die Nadeln und erzeugte die oben genannten qualmenden Nebelschwaden. 

Hast Du Erfahrungen mit alternativer Medizin gesammelt und glaubst Du an ihre Wirksamkeit?

25.8.2019 


MYSTERIOUS…

... it was when I was lying on my back yesterday, looking up. White smoke rose above my belly and I looked at this phenomenon long and concentrated. The shapes initially rose in a cluster, then chaotically, organically and ultimately fluently. There, the whole thing pulverized and dissolved a fine mist. This fascinating process seemed endlessly repetitive and had a graceful and meditative character. I felt like being in a smoke cave and the minutes went by devoutly and silently. "If that's not a freaky experiment again?" I thought as I tried to move as little as possible on the bench. Where I was and what had led me to it?

Almost the whole week I was lying in bed because of a nasty stomach and intestinal illness. Cramps, diarrhea and a weak circulation had caught me completely. The days in my bedroom had felt like months. Today I am very grateful that I am not chronically ill and this bad fate has been spared me so far. Because I'm so impatient in person, I had thought about how I could shorten the course of the disease. It occurred to me that I had seen a practice sign in the nearby mall offering traditional Chinese medicine. When I get sick I normaly got to a normal family doctor. This time I wanted to try something new and came in the unusual "enjoyment" of an acupuncture treatment. On legs, stomach, hands and even on the head, the Chinese doctor gave me fine needles that were more or less noticeable. Partly it felt like little electric shocks chasing through my body. But what if that is the price to pay, I endure it gladly. Since I had intestinal problems, there were many needles around my belly button. Here were formed groups of needles, which served as a kind of holder for four burning paper rolls called Moxa. This millennium-old process heated the needles and produced the above-mentioned smoldering fog.

Do you believe in alternative medicine?

8/25/2019



BLOG#170

VERBOTENE FRÜCHTE…

… waren für mich zum Glück nie ein Thema. Ich bin bisher nicht in die Lage gekommen, etwas Illegales oder moralisch Verwerfliches zu unternehmen. Weder Drogen, krumme Geschäfte oder andere Kavaliersdelikte haben auf mich irgend eine Faszination ausgeübt. Warum eigentlich nicht? Vielleicht, weil ich ein regeltreuer Mensch bin, der klare Vorstellungen davon hat, was okay ist und was nicht? Vielleicht bin ich einfach nur ein angepasstes und autoritätsgläubiges Schaf und mache alles so, wie man es von mir verlangt oder erwartet. Tatsächlich weiß ich nicht, inwieweit ich fähig zum zivilen Ungehorsam wäre. Keine schöne Vorstellung möglicherweise eine rückgratlose Existenz darzustellen. Dies wirft die Frage auf, ab wann es schlecht wird, ein konformer Mensch zu sein?

Wenn ich im Nazi-Deutschland gelebt hätte, wäre ich wahrscheinlich nicht im heroischen und gefährlichen Untergrund gelandet. Vermutlich hätte ich als normaler Bürger und Mitläufer mitgemacht und gar nicht durchschaut, was eigentlich passiert. Leute, die für ihre Überzeugungen sogar das eigene Leben riskieren, finde ich auf ihre Weise bewundernswert. Sogenannte Extremisten oder Verschwörungstheoretiker stufe ich allerdings prinzipiell als suspekt, aber dennoch als interessant ein. Hierbei ist entscheidend, ob es sich um indoktrinierte Fanatiker oder selbstständig denkende Menschen handelt, die ihren eigenen Kopf haben. In jedem Fall sind sie oft anstrengend und unangenehm, weil sie die Gesellschaft in Frage stellen und die Ordnung gefährden. Doch sind sie nicht auch nötig, um wiedersinnige Entwicklungen Einhalt zu gebieten? 

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. In wie weit bin ich selbst Opfer von gesellschaftlicher Gehirnwäsche und weiß es noch nicht einmal. Wie viele Dinge nehme ich einfach als gegeben und gesetzt hin, die man nüchtern gesehen wirklich ändern könnte oder sollte? Momentan lese ich gerade das Buch „Man`s search for meaning“ von Viktor Frankl, wo ein Überlebender der NS-Konzentrationslager von seinem Überlebenskampf erzählt. Im Vergleich kommt mir das heutige System vor, wie ein Schlaraffenland. Ich bin äußerst dankbar, dass ich erst knapp 30 Jahre nach dieser Schreckenszeit geboren worden bin. Diesen geringen zeitlichen Abstand finde ich bei genauerer Betrachtung fast schon lächerlich kurz. 

Würdest Du gegen Regeln aufbegehren oder gar Gesetze brechen, wenn es Deiner Meinung nach moralisch und ethisch notwendig wäre?

 1.9.2019


FORBIDDEN FRUITS ...

... were fortunately never an issue for me. I have not been able to do anything illegal or morally reprehensible. Neither drugs, crooked business or other trivial acts have been fascinating for me. Why not? Maybe because I'm a regular person who has clear ideas about what's okay and what's not? Maybe I'm just an adapted and authoritarian sheep, doing everything the way it is required or expected of me. In fact, I do not know to what extent I am capable of civil disobedience. Not a nice idea to possibly be a spineless existence. This raises the question of when it gets bad to be a compliant person?

If I had lived in Nazi Germany, I probably would not have ended up in the heroic and dangerous underground. Probably I would have participated as a normal citizen and fellow traveler, who could not see through what actually was happening. People who even risk their own lives for their beliefs, I find admirable in their own way. However, I generally classify so-called extremists or conspiracy theorists as suspect, but nevertheless as interesting. Here it is crucial, whether they are indoctrinated fanatics or independent thinking people who have their own mind. In any case, they are often exhausting and unpleasant because they challenge society and jeopardize order. But are not they also necessary to put a stop to reiterated developments? Sometimes you do not see clearly, when you are a part of it and you have to be an outsider to do so.

To what extent am I personally the victim of brainwashing and do not even know it yet. How many things do I take as given and set, which one could or should really change soberly? Right now I am reading the book "Man`s search for meaning" by Viktor Frankl, where a survivor of the Nazi concentration camps tells of his struggle for survival. By comparison, today's system seems like a land of milk and honey. I am extremely grateful that I was born just 30 years after this terrible time. On closer examination, I find this small time gap almost ridiculously short. 


Would you oppose rules or even break laws if, in your opinion, it were morally and ethically necessary?

9/1/2019